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Entsprechen Ihre Bildschirmarbeitsplätze den gesetzlichen Arbeitsschutzvorschriften?

14.08.2012 Entsprechen_Ihre_Bildschirmarbeitspltze_den_gesetzlichen_Arbeitsschutzvorschriften

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Arbeitsstättensicherheit

News | 14.08.2012

Bildschirmarbeitsplätze finden sich heute in fast allen Bereichen moderner Unternehmen. Ob im Büro, Lager oder in der Produktion – überall arbeiten Beschäftigte an PCs. Umso wichtiger ist es, die Gefährdungen und Belastungen der Bildschirmarbeit ernst zu nehmen und detailliert zu erfassen. Wir sagen Ihnen, worauf Sie bei der Gefährdungsbeurteilung besonders achten müssen.

 

Rechtliche Grundlage

Der Unternehmer ist nach §5 des Arbeitsschutzgesetzes (ArbSchG) verpflichtet, die Gefährdungen und Belastungen am Arbeitsplatz zu ermitteln und Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Laut §3 der Bildschirmarbeitsplatzverordnung (BildscharbV) hat er dabei besonders mögliche Gefährdungen des Sehvermögens sowie körperliche Probleme und psychische Belastungen zu berücksichtigen.

 

Die Gefährdungsbeurteilung

Basierend auf den Anforderungen der BildscharbV und aktueller arbeitsmedizinischer Erkenntnisse, empfiehlt es sich, bei der Gefährdungsbeurteilung insbesondere folgende Aspekte genauer zu kontrollieren:

 

Arbeitsplatzfläche

  • Ist die Grundfläche für den Bildschirmarbeitsplatz für die entsprechende Arbeitsaufgabe ausreichend groß?
  • Ist genügend Raum am Bildschirmarbeitsplatz vorhanden, sodass unterschiedliche Sitz- und Körperhaltungen eingenommen werden können?
  • Ist der Abstand zwischen Augen und Bildschirm groß genug?
  • Existiert eine ausreichende Handauflage?

Sitzen und Bewegung, Justierung des Stuhls und Tisches

  • Ist der Stuhl standsicher und technisch sicher?
  • Erfüllt der Stuhl grundlegende ergonomische Anforderungen wie z. B. eine körpergerecht geformte Sitzfläche und Rückenlehne?
  • Verfügt der Stuhl über Armauflagen, welche die Schultermuskulatur entlasten können?
  • Existiert ein Beinraum?

Klima (Raumtemperatur, Lüftung, Luftfeuchtigkeit)

  • Werden hohe Temperaturen z. B. durch Sonneneinstrahlung an der Fensteraußenseite abgeschirmt?
  • Liegt die relative Luftfeuchtigkeit im Be¬reich von 50 bis 65 %?
  • Schließen die Fenster dicht und wird Zugluft verhindert?
  • Werden die die Anforderungen der ASR A3.5 „Raumtemperatur“ berücksichtigt?

Beleuchtung (Beleuchtungsstärke, Leuchtdichte, Tageslicht, Reflexionen)

  • Lässt sich die Beleuchtungsstärke entsprechend den Bedürfnissen aller Altersgruppen steuern?
  • Liegt die Leuchtdichte im Gesichtsfeld > 500 lx?
  • Ist die Tischoberfläche matt?
  • Sind die Bildschirme blend- und reflexionsfrei positioniert?
  • Werden den Bildschirmarbeitern regelmäßige arbeitsmedizinische Augenuntersuchungen angeboten?
  • Ist die gesamte Beleuchtung aufein- an­der abgestimmt (Lichtfarbe, Licht­stärke etc.)?

Lärm (Grenzwerte, Schalldämmung)

  • Werden die empfohlenen Schallgrenzwerte eingehalten? 
  • Liegt der Schallpegel unter 70 dB(A) bzw. bei konzentrierten Arbeiten unter 55 dB (A)?
  • Wird bei Neuanschaffungen von Maschinen auf niedrige Geräuschemissionen geachtet?
  • Sind Wände, Decken und Böden schallabsorbierend?

Strahlung, elektrostatische Aufladung

  • Entspricht der Monitor der MPR II oder der TCO?

Gestaltung, Auswahl und Einsatz von Arbeitsmitteln

  • Ist der Bildschirm ausreichend groß?
  • Vermittelt der Bildschirm den Eindruck einer scharfen Zeichendarstellung?
  • Ist das Gerät nach den Prüfvorschriften VDE 08712 geprüft und be¬sitzt es das GS-Zeichen?
  • Lässt sich die Tastatur neigen?
  • Ist der Sehabstand zwischen Gesicht und Bildschirm ungefähr 0,45 bis 0,60 m?

Gestaltung von Arbeits- und Fertigungsverfahren, Arbeitsabläufen und Arbeitszeit und deren Zusammenwirken

  • Fühlt sich der Arbeitnehmer durch Au¬ßen¬lärm gestört?
  • Hat der Arbeitnehmer Blickkontakt zu allen Kollegen(innen) im Raum?
  • Hat der Arbeitnehmer an seinem Arbeitsplatz genügend Ruhe für konz¬entriertes Arbeiten?

Qualifikation und Unterweisung der Beschäftigten

  • Ist eine Erstuntersuchung (G 37) vor der Aufnahme der Bildschirmtätigkeit erfolgt?
  • Ist der Arbeitnehmer über ergonomische Arbeitsweisen informiert worden?

Mensch-Maschine-Schnittstelle

  • Vereinfacht die Software bestehende Arbeiten?
  • Entspricht die Hardware hinsichtlich Speicherkapazität, Schnelligkeit und Stabilität den Erfordernissen der Software?
  • Werden die Beschäftigten gemäß ihrer Aufgaben am Bildschirm aus- und weitergebildet? 

 

Eine ausführliche Prüfliste für die Gefährdungsbeurteilung an Bildschirmarbeitsplätzen finden Sie in unserem Downloadbereich.

 

Weitere Informationen & Arbeitshilfen

  • Zusätzliche Informationen rund um die Gefährdungsbeurteilung und die Präventionsarbeit im Bereich Bildschirmarbeitsplätze und Büro hält die Broschüre "Gefährdungsbeurteilung in der Verwaltung" bereit, die Sie auf der Internetseite der BGW kostenfrei herunterladen können.
  • Die BAuA bietet hier eine Online-Praxishilfe zur Gefährdungsbeurteilung an Büroarbeitsplätzen an.

 

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