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13.01.2012 Aus der Praxis lernen - Ideen-Treffen
© S. Hofschlaeger/PIXELIO

Arbeitsschutzorganisation

Aus der Praxis lernen - mit Ideen-Treffen die Arbeitssicherheit erhöhen

News | 13.01.2012

Die wichtigste Quelle um Informationen über Probleme im Betrieb zu erhalten, sind die Mitarbeiter selbst. Mit Ideen-Treffen lässt sich folglich auf einfache Weise das Unfallrisiko verringern und gleichzeitig das Betriebsklima verbessern. Wir sagen Ihnen, was Ideentreffen und wie Sie von Ideen-Treffen profitieren können!

 

 

Oftmals orientiert man sich im Bereich Arbeitsschutz nur an gesetzlichen Regelungen oder Empfehlungen von Berufsgenossenschaften. Hier kann allerdings bereits der erste Fehler liegen, da die Wahrnehmungen der Mitarbeiter viel zu selten aktiv einbezogen werden. Dabei sind Mitarbeiter das Sprachrohr eines Betriebs. Sie sind tagtäglich im Unternehmen eingesetzt und kämpfen mit arbeitsplatzspezifischen Problemen, seien diese arbeitsschutzrechtlicher, struktureller oder organisatorischer Natur. Unternehmer nutzen die Möglichkeit mit den Angestellten zu sprechen allerdings nur sehr selten. Die Mitarbeiter selbst vermeiden es ebenfalls häufig Vorgesetzte deutlich auf Probleme hinzuweisen. Zu groß ist die Angst vor Konsequenzen. Oftmals fehlt auch einfach die Zeit. Um diese Hürde erfolgreich zu nehmen, entwickelte die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) mit den so genannten „Ideen-Treffen“ ein System, welches in der BGI 7010-1 „Arbeiten: Entspannt - gemeinsam - besser: So geht´s mit Ideen-Treffen“ genau vorgestellt wird.


Was sind Ideen-Treffen?
Ein Ideen-Treffen ist eine teaminterne Besprechung, in der Mitarbeiter über positive und vor allem negative Erfahrungen im Arbeitsalltag berichten können. Das Besondere dabei ist, dass die Mitarbeiter die Probleme offen ansprechen können und es irrelevant ist, wer oder was die Ursache für ein Problem ist. Es geht lediglich darum, Lösungen dafür zu finden. Um die Treffen optimal nutzen zu können, empfiehlt es sich allen Beschäftigten die Teilnahme an einem Ideen-Treffen zu ermöglichen, um möglichst alle Bereiche eines Unternehmens zu berücksichtigen.


Ideen brauchen Zeit
Mal schnell im Vorbeigehen Probleme anzusprechen, endet meist erfolglos. So etwas benötigt Zeit. Für die Ansetzung der Termine gilt: Diese sollten zeitlich nicht zu nahe beieinander liegen, da die Umsetzung der Lösung meist etwas Zeit benötigt und zunächst auf Erfolg überprüft werden muss. Allerdings sollte der zeitliche Abstand auch nicht zu groß sein, da sich sonst zu viele weitere Probleme in der Zwischenzeit anstauen könnten, welche sich irgendwann nicht mehr aufarbeiten lassen. Grundsätzlich wäre ein Ideen-Treffen einmal im Monat für die Zeitdauer von einer Stunde zu empfehlen. Dies kann natürlich je nach Größe des Betriebs und Anzahl der Probleme variieren und individuell angepasst werden.


So läuft ein Ideen-Treffen ab!
Der Ablauf eines Ideen-Treffens gliedert sich in Zeitabschnitte und Handlungsanleitungen. Das Team wählt zunächst einen Moderator, welcher durch das Treffen führt. Seine Aufgabe ist es, für einen geregelten Ablauf der Veranstaltung zu sorgen und Wortbeiträge, z.B. auf einem Flipchart, zu notieren. Ist das Treffen beendet, fasst er schließlich auf einem Aufgabenblatt zusammen, welches Problem diskutiert wurde und welchen Lösungsansatz das Team herausgearbeitet hat.

Nach der Wahl des Moderators haben die Mitarbeiter zunächst ca. 15 Minuten lang die Möglichkeit, Probleme bei den Arbeitsabläufen anzusprechen. Die Vorschläge werden gesammelt und vom Moderator notiert. Anschließend stimmen die Teilnehmer für ein Thema ab, welches im aktuellen Ideen-Treffen besprochen werden soll. Die restlichen Themen werden bei diesem Treffen nicht mehr behandelt.

Danach haben die Mitarbeiter rund 30 Minuten lang die Möglichkeit, Lösungsvorschläge für die Probleme zu erarbeiten. Sind die Mitarbeiter gemeinschaftlich zu einem Ergebnis gekommen, muss der Moderator nun noch den Vorschlag schriftlich festhalten. Dadurch ist es möglich, beim nächsten Ideen-Treffen zu überprüfen, welche Maßnahmen zur Verbesserung in der Praxis ergriffen wurden und ob das Problem dadurch beseitigt werden konnte.


Diese Regeln sollten Sie beachten
Grundregeln sind ein entscheidender Faktor, der bei Ideen-Treffen über Erfolg oder Misserfolg entscheiden kann. Diese stellen sicher, dass Mitarbeiter langfristig an der gemeinsamen Zusammenarbeit als Team interessiert sind. Zu beachten ist hierbei folgendes:

  • Die Teilnahme an den Ideen-Treffen ist freiwillig.
  • Besprechungen in kleineren Gruppen sparen für Unternehmer Geld und Mitarbeiter trauen sich eher zu, das Wort zu ergreifen.
  • Das Ideen-Treffen findet während der Arbeitszeit statt.
  • Es spricht immer nur einer– jeder darf ausreden.
  • Jede Aussage wird ernst genommen.
  • Sachlich bleiben und andere mit Respekt behandeln.

 
Fazit
Ideen-Treffen können, sofern die Regeln hierzu beachtet werden, das Arbeitsklima deutlich verbessern. Für Unternehmer stellt sich hierbei meist die Kostenfrage, da die teilnehmenden Mitarbeiter für die Zeit der Ideen-Treffen ihren Arbeitsplätzen nicht zur Verfügung stehen. Schafft man es jedoch mithilfe der Treffen, vorhandene Gefährdungen und Belastungen zu beseitigen, den Arbeitsschutz und das Betriebsklima zu verbessern und Arbeitsprozesse effektiver zu gestalten, hat dies auf Dauer merklich positive Auswirkungen auf das Unternehmen. Denn allein der durch Unfälle bedingte Arbeitszeitausfall der Mitarbeiter und die damit einhergehenden Folgen kosten Unternehmen jedes Jahr Unsummen.

 

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lm/DGUV