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13.10.2010_Auswahl_von_Loeschmitteln_

Brandschutz

Richtige Auswahl von Löschmitteln

News | 13.10.2010

Wenn es um die richtige Wahl des Löschmittels geht, stellt sich die Frage, welches Löschmedium am besten geeignet für den Betrieb ist. Darüber hinaus spielt aber auch die Wirkungsweise des Löschmediums eine entscheidende Rolle.

 

Prinzipiell werden drei verschiedene Löschwirkungen unterschieden: erstickende, abkühlende und antikatalytische Löschwirkung.

 

Die erstickende Löschwirkung erreicht ihre Wirkung auf verschiedenen Wegen, wie z.B. eine Verdünnung des Sauerstoffanteils in der Luft, eine Abmagerung des brennbaren Stoffes oder dem Trennen der Reaktionspartner.

 

Die abkühlende Löschwirkung wird durch einen Energieentzug erreicht. Das Löschmittel entzieht dem Brand Energie, wodurch die Reaktion gestoppt wird.

 

Bei dem antikatalytischen Löscheffekt (auch Inhibition genannt) wird der wirksamen Löscheffekt dadurch erreicht, dass direkt in die Reaktion eingegriffen wird und Radikale oder die Reaktionsenergie gebunden wird.

 

Bei der Auswahl des Löschmittels ist die Art des Brandgutes entscheidend. Zudem besitzt ein Löschmittel oftmals nicht nur ausschließlich eine Löschwirkung, sondern immer eine Kombination aus in der Regel zwei Löschwirkungen, wobei immer eine der Löschwirkungen als Hauptlöschwirkung bezeichnet werden kann. Für die fünf Brandklassen eignen sich in der Praxis immer nur bestimmte Löschmittel (vgl. Abbildung 1).

 

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Das Löschmittel Kohlendioxid

In der betrieblichen Praxis ist Kohlendioxid ein häufig anzutreffendes Löschmittel. Die Löschwirkung beruht auf der erstickenden Löschwirkung (Verringerung des Sauerstoffanteils in der Umluft), es hinterlässt keine Rückstände und ist elektrisch nicht leitend. Einsatzbereiche sind Laboratorien, Nahrungsmittellager, Härtebäder, elektrische Anlagen. Nachteile von Kohlendioxid sind, dass es im Freien fast immer wirkungslos, in geschlossenen Räumen nur unter Vorbehalt anwendbar und ein Atemgift der Gruppe III ist. Es besteht die Gefahr der Rückentzündung (z.B. bei Glutbränden). Die Löschwirkung sinkt mit zunehmender Entfernung. Bei hohen Temperaturen sind chemische Reaktionen mit dem brennbaren Stoff möglich (z.B. Metallbrände).

 

Das Löschmittel Wasser

Wasser besitzt die größte spezifische Kühlleistung aller Löschmittel, ist meist reichlich vorhanden und einfach zu fördern sowie zu transportieren. Es hat die größte Wurfweite und Wurfhöhe aller Löschmittel, ist ungiftig und chemisch neutral (pH-Wert » 7) und kann als Sprüh- oder Vollstrahl bzw. als Wassernebel angewendet werden.

Die Löschwirkung beruht auf der kühlenden Wirkung, wobei sich dieser Effekt besonders entfalten kann, wenn das Wasser verdampft wird.

Zu den Nachteilen zählen: Wasser gefriert bei Temperaturen unter 0 °C und ist dann nicht mehr förderbar. Es vergrößert sein Volumen um ca. 10 %, wobei es zur Zerstörung des Wasservorratsbehälters kommen kann. Es besteht die Gefahr von Wasserschäden bei falscher oder fehlerhafter Ausrüstung bzw. Ausbildung und/oder falscher Einsatztaktik. Wasser ist zudem nicht für alle Brände einsetzbar.

 

Info

Wasser ist nur bedingt anwendbar bei:

  • Stoffen der Brandklasse B und C
  • Bränden in elektrischen Anlagen
  • Vorhandensein von Säuren und Laugen
  • Staubbränden
  • quellfähigen Stoffen
  • wasseraufsaugenden Stoffen

Wasser ist ungeeignet bei:

  • Metallbränden
  • Schornsteinbränden
  • chemischen Stoffen, die mit Wasser heftig reagieren, z. B. Alkalimetalle (Kalium, Natrium)
  • Fettbränden
  • Phosphorbränden
  • thermischer Zersetzung von Düngemitteln
  • ungelöschtem Kalk
  • Koksbränden in geschlossenen Räumen

 

Das Löschmittel Schaum

Das Löschmittel Schaum besteht aus den Komponenten: Wasser, Luft und Schaummittel.

Schaum besitzt seine Einsatzgrenzen beim Einsatz in elektrischen Anlagen (Abstand), Metallbränden, möglichen chemischen Reaktionen des Brandgutes mit dem Schaummittel, beim gleichzeitigen Einsatz von Löschpulvern, bei Wind (insbes. bei Leichtschaum) oder bei Alkoholbränden (nur alkoholbeständiges Schaummittel).

 

Das Löschmittel Pulver

Es werden die Pulverarten BC, ABC und D-Pulver unterschieden, in Abhängigkeit von den Brandklassen. Pulver ist nicht giftig, ist unschädlich, lange haltbar, gut zu fördern, besitzt eine gute Isolationsfähigkeit und vor allem gute Löscheigenschaften.

 

Vorteile des Löschmittels sind die schlagartige Löschwirkung bei flüssigen und gasförmigen Stoffen sowie die Tatsache, dass Pulver für Menschen, Tiere und Pflanzen weitgehend ungefährlich ist. Pulver als Löschmittel eignet sich nicht bei elektrischen Anlagen und bei Bränden, bei denen die Gefahr der Rückzündung besteht sowie bei Metallbränden (Spezialpulver). Lediglich Metallbrandpulver (D-Pulver) eignet sich zum Löschen von Metallbränden. Hier sind als Alternative auch trockener Sand oder Zement geeignet. BC-Pulver ist für Glutbrände nicht geeignet. Weiterhin werden häufig die Sichtbehinderungen durch die Pulverwolke angeführt.

 

Der größte Nachteil des Pulvers ist die extreme Verschmutzungsgefahr durch das Pulver selbst. Dies ist insbesondere bei elektrischen Anlagen kritisch. Die Sinterschicht des Pulvers ist elektrisch leitfähig. Wenn es sich auf die Bauteile niederschlägt, kann es daher schnell zu Kurzschlüssen o. Ä. kommen.

 

Die richtige Wahl des Löschmittels kann von vielen Faktoren abhängen. Zurzeit werden in den meisten Fällen Schaum-Feuerlöscher empfohlen. Diese setzen sich augenscheinlich gegen die lange Zeit am Markt dominanten Pulverlöscher durch. Der mit dem Löschenverursachte Löschmittelschaden steht hier in keinem Verhältnis zu den Mehrkosten, welche Schaumfeuerlöscher verursachen. Daher sind diese für viele Anwendungsbereiche die bessere Empfehlung.


13.10.2010_Richtige_Auswahl_von_Loeschmitteln

 


bdt