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Elektrosicherheit

Arbeiten unter Spannung - Planung ist das halbe Leben

News | 09.12.2011

Bei Arbeiten unter Spannung besteht immer ein großes Unfallrisiko. Besonders riskant sind elektrotechnische Arbeiten dann, wenn die Gefahren unterschätzt werden. Denn durch unzureichende Schutzmaßnahmen wird die Wahrscheinlichkeit eines Unfalls drastisch erhöht. Doch wie geht man bei Arbeiten unter Spannung am besten vor?

 


Jedes Mal wenn eine Person an unter Spannung stehenden elektrischen Betriebsmitteln arbeitet und dazu bewusst unter Spannung stehende Teile berührt oder in die Gefahrenzone eindringt, kann von „Arbeiten unter Spannung“ gesprochen werden. Bei diesen Arbeiten besteht zwar immer ein erhöhtes Unfallrisiko, doch durch entsprechende Schutzmaßnahmen lassen sich die Gefährdungen reduzieren und Unfälle vermeiden.


Die verschiedenen Arbeitsmethoden- und verfahren in der Elektrotechnik
Im Bereich der Elektrotechnik wird grundlegend zwischen drei verschiedenen Arbeitsmethoden- und verfahren unterschieden. Diese sind Arbeiten im freigeschalteten Zustand, Arbeiten in der Nähe unter Spannung stehender Teile und Arbeiten unter Spannung. Doch trotz einer konsequenten Trennung der verschiedenen Bereiche in der Theorie, sind sie in der Praxis eng miteinander verknüpft. So können z. B. die fünf Sicherheitsregeln, die für die Arbeiten im freigeschalteten Zustand anzuwenden sind, oftmals auch zu den Arbeiten unter Spannung zählen. Wendet man hier also nur verringerte Sicherheitsmaßnahmen an, besteht ein erhöhtes Unfallrisiko. Dies muss bereits bei der Planung der Tätigkeit berücksichtigt werden.


Planung der Arbeit
Vor dem Beginn der Arbeit ist zunächst eine Gefährdungsbeurteilung zu erstellen. Auf der Basis dieser Gefährdungsbeurteilung werden dann die entsprechenden Schutzmaßnahmen festgelegt. Zunächst werden Technischen Schutzmaßnahmen eingesetzt, bevor dann auf die Organisatorischen und erst in der letzten Instanz auf die Persönlichen Schutzmaßnahmen zurückgegriffen wird.
Die Durchführung der elektrotechnischen Tätigkeit muss dazu genau geplant werden. Bestandteil hiervon ist das Bestimmen eines geeigneten und entsprechend qualifizierten Fachpersonals, das Erstellen schriftlicher Vorgaben und die Koordination der Arbeiten. Außerdem ist es wichtig festzulegen, ob die Arbeit allein ausgeführt werden kann oder ob eine zweite Person mit fachlicher Eignung anwesend sein muss, die die Arbeiten überwacht.


Qualifikation bei Arbeiten unter Spannung
Bei der Ausführung von elektrotechnischen Tätigkeiten bedarf es in der Regel die Qualifikation zur Elektrofachkraft. Bei manchen Tätigkeiten wird außerdem zusätzlich eine Spezialausbildung vorausgesetzt, welche im Rhythmus von vier Jahren aufgefrischt werden muss. Zusätzlich ist eine Unterweisung durch den Vorgesetzten mindestens einmal jährlich Pflicht. Sollte eine zweite Person zur Überwachung benötigt werden, muss diese Kenntnisse in Erster Hilfe nachweisen können und als Mindestanforderung elektrotechnisch unterwiesen sein.


Rechtliche Grundlagen
Die rechtliche Grundlage für das Arbeiten unter Spannung bildet die UVV BGV A3 „Elektrische Anlagen und Betriebsmittel“. Konkretisiert wird die UVV außerdem in der berufsgenossenschaftlichen Regel BGR A3 „Arbeiten unter Spannung an elektrischen Anlagen und Betriebsmitteln“ sowie in der DIN VDE 0105-100. In Kürze erscheint zudem das neue berufsgenossenschaftliche Informationsblatt BGI 5188 „Unterstützung bei der Auswahl der persönlichen Schutzausrüstung bei Arbeiten in elektrischen Anlagen“.


Fazit: Versteckte Risiken beim Arbeiten unter Spannung
Die Risiken von Arbeiten unter Spannung werden oft unterschätzt. Dies gilt vor allem bei der Anwendung der fünf Sicherheitsregeln zur Herstellung des spannungsfreien Zustandes. Deshalb werden bei der Arbeit oft nur verringerte Schutzmaßnahmen angewendet, was wiederum die häufigste Ursache bei Unfällen in diesem Bereich ist. Daher sollte mit einer besseren, vorausschauenden Planung der Tätigkeit diesem Risiko entgegengewirkt werden. Bessere Schutzmaßnahmen werden schließlich nur ergriffen, wenn die Gefahr im Vorfeld erkannt wird.

 

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