Gesundheitsschutz Mitarbeiter von Servicefirmen oft erhöhten Stoffbelastungen ausgesetztNews | 30.11.2011 Für Mitarbeiter von Servicefirmen kommt es bei Ihrer Tätigkeit häufig zu Belastungen, die die Arbeitsplatzgrenzwerte übersteigen. Vor allem bei Instandhaltungsarbeiten in Industriebetrieben herrscht ein hohes Gesundheitsrisiko. Zu diesem Ergebnis kam die BAuA nach jüngsten Untersuchungen. Doch in welchen Branchen herrschen besondere Gefährdungen?
Wie im Bericht "Stoffbelastungen der Mitarbeiter von Servicefirmen bei Reinigungs-, Wartungs- und Reparaturarbeiten" der BAuA nachzulesen ist, untersuchten die Arbeitsschützer die Belastungen von Servicefirmen-Mitarbeitern im Bereich Instandhaltung, also Reinigung, Wartung oder Reparatur. Gemessen wurde die Belastung der Angestellten während ihrer Tätigkeit in Müllverbrennungsanlagen, Tanklagern und bei weiteren Auftraggebern aus verschiedenen Bereichen. Hierbei hat man Gefährdungen durch das Einatmen bestimmter Stoffe sowie Gefahren für die Haut gemessen und mit den in den Technischen Regeln vorgegebenen Grenzwerten verglichen. Das Ergebnis: In allen Fällen waren Beschäftigte Stoffbelastungen ausgesetzt, die auf ihre Instandhaltungstätigkeit zurückzuführen waren und zum Teil deutlich die Arbeitsplatzgrenzwerte überschritten. Dennoch waren zwischen den Branchen große qualitative Unterschiede in der Sicherheit festzustellen.
Fazit: Müllverbrennungsanlage Bei den Müllverbrennungsanlagen wurden in allen untersuchten Betrieben massive Überschreitungen der Arbeitsplatzgrenzwerte festgestellt. Vor allem bei den Reinigungsarbeiten sieht die BAuA verbesserte Schutzmaßnahmen hinsichtlich des Atemschutzes als notwendig an. Hautbelastungen hingegen spielen bei der Arbeit in Müllverbrennungsanlagen eine eher untergeordnete Rolle.
Fazit: Lagertanks der mineralölverarbeitenden Industrie Aufgrund der technischen und persönlichen Schutzmaßnahmen in der Mineralölindustrie konnte ein besseres Fazit als bei den Müllverbrennungsanlagen gezogen werden. Dies ist vor allem durch die hohen Sicherheitsstandards begründet. Gefahren können allerdings bei Trenn- und Schweißarbeiten durch die erhöhte Staubbelastung auftreten. Hier wird das Tragen eines belüfteten Schutzhelmes empfohlen. Bei Entleerung und Spülung der Tanks kann es außerdem zu Hautbelastungen aufgrund des Kontakts mit Rohöl oder Dieselkraftstoff kommen.
Wie lässt sich die Lage verbessern? Zur Verbesserung dieses Zustandes sind vor allem die Auftraggeber gefordert. Diese sollten höhere Sicherheitsmaßnahmen der Servicefirmen fordern. In der Mineralölindustrie z. B. verlangen die Auftraggeber den Nachweis über eingehaltene Sicherheitsmaßnahmen durch sog. Sicherheitszertifikatskontraktoren. Verfügen Servicefirmen über kein solches Zertifikat, wird der Auftrag anderweitig vergeben. Doch auch die Arbeitnehmer der Servicefirmen sollten Missstände im Bereich Arbeitssicherheit deutlich ansprechen, da Kontrollen in diesem Bereich selten sind.
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