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Umwelt- und Klimaschutz soll stärker in der Berichtspflicht verankert werden | 10.06.2021

In einer aktuellen Studie dies Umweltbundsamtes (UBA) wurde deutlich, dass Unternehmen in Deutschland im Zuge der Offenlegung von Nachhaltigkeitsinformationen zwar häufig Angaben über Klima, Wasser, Ressourcen und Abfall machen, es jedoch nach wie vor große Lücken gibt.

Beispielsweise stellen nur 20 % der Unternehmen Angaben zur Luftreinhaltung und Biodiversität zur Verfügung. Das Umweltbundesamt sieht dieses Defizit den unzureichenden gesetzlichen Vorgaben geschuldet und schlägt daher u. a. vor, EU- wie Berichtspflichten für spezifische einzelne Umweltthemen festzulegen.

 

Ergebnisse der Studie

Das wichtigste Ziel ist laut Dirk Messner, Präsident des Umweltbundesamtes, die Erhebung aussagekräftiger und standardisierter Nachhaltigkeitsinformationen von Unternehmen. Die Dokumentation der einzelnen Umweltthemen sei noch zu vage und aus diesem Grund sei die Berichtspflicht in der Umsetzung in Unternehmen nur lückenhaft abgebildet. Nur durch mehr Transparenz könne die Transformation der Wirtschaft gelingen.

Im Jahr 2019 berichteten circa 80 % der Unternehmen über Klima, etwas über die Hälfte der Unternehmen auch über Klimaziele. Pläne treibhausgasneutral zu werden, hatten 32 der 228 untersuchten Unternehmen in den Bericht aufgenommen. Ein Drittel der Unternehmen berichtete dazu, inwiefern die Klimaziele in Verbindung mit Maßnahmen und Leistungsindikatoren stehen.

Zu den Themen Ressourcen und Abfall nehmen weniger als 60 % im Bericht Stellung, Angaben zu Wasser nur etwas mehr als die Hälfte und zu den Schwerpunkten Biodiversität und Luft sogar nur weniger als 20 % der untersuchten Unternehmen.

Abgesehen von Defiziten hat die Studie auch Beispiele guter Berichtspraxis ermitteln können. Dementsprechend gibt es auch viele Unternehmen, die Verantwortung für Nachhaltigkeit auf höchster Leitungsebene verankert haben. Gut aufgestellt sind demnach Unternehmen, die ein Umweltmanagementsystem betreiben oder sich bei der Berichterstattung an Standards wie der Global Reporting Initiative oder dem Deutschen Nachhaltigkeitskodex orientieren.

  

Ursachen für die Defizite

Laut der Studie des UBA liegen die Ursachen für die Defizite nicht an einem potentiellen fehlenden Willen der Unternehmen, sondern begründen sich in den unklaren Anforderungen des CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz an die Berichterstattung. Demzufolge sind Informationen über Umwelt, Klima und sonstige Nachhaltigkeitsthemen nur dann verpflichtend zu berichten, wenn sie in irgendeiner Form finanzielle Auswirkungen für die Unternehmen mit sich bringen. Wie die Berichterstattung zu Strategien, Zielen und Maßnahmen auszusehen hat, ist bislang nicht konkret vorgegeben.

 

Geplante Schritte

Auf EU-Ebene ist eine Novellierung der CSR-Richtlinie geplant, für die die Autorinnen und Autoren der Studie zehn zentrale Empfehlungen abgeben. Folgende Aspekte werden darin beinhaltet sein:

  • Konkrete Berichtspflicht für einzelne Umweltthemen in Unternehmen
  • Aus Umweltperspektive wesentliche Inhalte umfassen
  • Offenlegung von Strategien, Zielen, Maßnahmen und Leistungsindikatoren

Am 21.04.2021 hat die Europäische Kommission einen Vorschlag vorgestellt, der wichtige Schritte zur Umsetzung der genannten Punkte angeht. Auch die Bundesregierung möchte mit ihrer kürzlich verabschiedeten "Sustainable Finance Strategie" auf eine ambitionierte Weiterentwicklung der CSR-Richtlinie hinwirken. Seit März 2017 fallen bestimmte große Unternehmen unter die neuen Berichterstattungspflichten zu nichtfinanziellen Themen im Zuge des CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz. Das CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz betrifft dabei kapitalmarktorientierte Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern im Jahresdurchschnitt, sowie grundsätzlich, Finanzdienstleister Genossenschaften, Kreditinstitute und Versicherungsunternehmen.

 

Quelle: ls | www.umweltbundesamt.de

 

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