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Baustelleneinrichtung sicher und wirtschaftlich planen – Teil 1 | 25.06.2021

Die Einrichtung einer Baustelle stellt die Basis für eine wirtschaftliche und sichere Gestaltung der Bauprozesse dar und hat damit erheblichen Einfluss auf die Qualität der Arbeit sowie der Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten.

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit (BAuA) hat zu dieser Thematik eine baua: Praxis veröffentlicht, die insbesondere kleine und mittlere Bauunternehmen und Handwerksbetriebe bei der Planung, Ausführung und Unterhaltung der Baustelle unterstützen soll. Darin enthalten sind außerdem Hinweise auf die Gestaltung der Elemente der Baustelleneinrichtung sowie Hilfestellungen zur allgemeinen Planung und Koordination von Bauvorhaben. In dieser neuen Reihe sollen kurz die wichtigsten Inhalte der Handlungshilfe dargelegt werden, beginnend mit dem ersten Teilbereich, dem grundsätzlichen Überblick über die Planung.

 

Begriffsbestimmungen und Grundlagen

Die Baustelleneinrichtung – mit BE abgekürzt – umfasst alle Bereiche der Baustelle, also Produktions-, Lager-, Transport- und Arbeitsstätten, die für die Umsetzung und Durchführung von baulichen Maßnahmen erforderlich sind. Die Baustellenplanung – BE-Planung – umfasst die Auswahl und technische Auslegung sowie räumliche und zeitliche Anordnung der Elemente. Dazu zählen beispielsweise:

  • Arbeitskräfte
  • Geräte
  • Maschinen
  • Lagerflächen
  • Verkehrsflächen
  • Material am richtigen Ort, zur richtigen Zeit, richtigen Menge und Qualität

 

Im Vordergrund stehen dabei stets die Kriterien der Wirtschaftlichkeit, Machbarkeit, Arbeitsschutz, Umweltschutz und Wetterunabhängigkeit. Alle ermittelten Ergebnisse der Planung werden in einem Baustelleneinrichtungsplan (BE-Plan) dargestellt.

 

Grundlegende rechtliche Vorgaben und Mitspieler

Die folgenden Vorschriften und Regeln sind bei der Planung der sicheren Baustelleneinrichtung zu beachten:

 

§ 11 Musterbauordnung (MBO)

  • Baustellen sind so einzurichten, dass die erforderlichen Arbeiten ordnungsgemäß ausgeführt werden können und keine vermeidbaren Gefahren oder Belästigungen entstehen.
  • Verantwortlich ist die Bauherrin oder der Bauherr, die oder der die Verantwortlichkeiten auf Bauausführende und Bauüberwachende überträgt.

 

Baustellenverordnung (BaustellV)

  • Bauherrinnen oder Bauherren sind verpflichtet, Sicherheit und Gesundheitsschutz auf der Baustelle während der Planungs- und Ausführungsphase zu koordinieren. Gültig sind dabei auch § 4 ArbSchG
  • Erstellung eines Sicherheits- und Gesundheitsschutzplans (SiGePlan) sowie weiterer Unterlagen für die späteren Arbeiten
  • Bestellung einer geeigneten Koordinatorin / eines geeigneten Koordinators
  • Die Baustelle mind. 14 Tage vor Beginn der Baustelleneinrichtung bei der Behörde melden

 

Der SiGePlan ist von besonderer Wichtigkeit und muss Gefährdungen nennen, die Bestimmungen zu Sicherheit und Gesundheitsschutz erfassen sowie Maßnahmen zur Gefährdungsabwehr hervorheben. Weitere Aspekte sind außerdem der Nachweis für die zeitliche Verfügbarkeit der geplanten Mittel sowie die Koordination der gemeinsam genutzten Sicherheitseinrichtungen.

 

Arbeits- und Gesundheitsschutzmaßnahmen auf Baustellen

Verantwortliche Person für den Arbeitsschutz auf Baustellen sind Bauherrin oder Bauherr und die bestimmte Objektüberwachung oder die mit der SiGe-Koordination betraute Person. Es gibt dabei das STOP-Prinzip:

  • Substitution der Gefahrenquelle, z. B. Niederspannung durch Schutzkleinspannung elektrischer Anlagen
  • Technische Maßnahmen wie Absturzsicherung
  • Organisatorische Maßnamen wie räumliche oder zeitliche Trennung von Fuß- und Fahrzeugverkehr
  • Personenbezogene Maßnahmen wie die Nutzung von PSA

 

Diese Maßnahmen werden mit allen am Bau beteiligten Unternehmen abgestimmt, wobei die Koordinationspflichten nach DGUV Vorschrift 1 zu beachten sind. Während der Bauphase sind die festgelegten Maßnahmen und Arbeitssysteme stets zu überwachen und bezogen auf deren Wirksamkeit geprüft werden. Die schriftliche Dokumentation ist dabei unumgänglich.

 

Quelle: ls | www.baua.de

 

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Rechtsvorschriften

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Baustellenverordnung (BaustellV)

 

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