DGUV-Regel Einsatz von Kohlendioxid

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Neue DGUV-Information 205-034 „Einsatz von Kohlendioxid (CO2)-Feuerlöschern in Räumen“ erschienen | 19.11.2019

Das Löschmittel Kohlendioxid (CO2) wird sowohl in stationären Löschanlagen wie auch in tragbaren und fahrbaren Feuerlöschern bereitgestellt. Bevorzugte Einsatzgebiete sind beispielsweise elektrische Betriebsräume, Serveranlagen und Laboratorien, da das Löschmittel CO2 rückstandsfrei löscht. CO2 ist farblos, geruchlos und schwerer als Luft. Der Löscheinsatz mit CO2-Feuerlöschern kann in kleinen und engen Räumen lebensgefährlich sein. Beim Löschen kann durch das in Sekunden freigesetzte CO2-Volumen sehr schnell eine hohe Konzentration von CO2 in der Raumluft erreicht werden. Bereits ab 8 Volumen-% (Vol.-%). in der Atemluft droht Erstickungsgefahr. Verstärkter Atemantrieb oder Atemnot sind mögliche Warnzeichen.

Das Sachgebiet „Betrieblicher Brandschutz“ hat in einem Projekt mit praktischen Löschversuchen neue Erkenntnisse für kleine und enge Räume, wie z. B. Schaltschrank-, Server-, Lager-, (Aufzug-) Triebwerksräume ermittelt. Die Ergebnisse sind in diese DGUV Information eingeflossen.

Eigenschaften von Kohlendioxid (CO2)

Kohlendioxid (CO2) ist das Endprodukt bei der Oxidation von Kohlenstoff. Daher entsteht es bei vielen industriellen Prozessen, aber auch bei der Ausatmung von Menschen und Tieren oder bei Bränden. CO2 unterhält selbst nicht die Verbrennung und eignet sich daher als Löschmittel.

CO2 ist ein nicht brennbares farb- und geruchloses Gas. Es ist schwerer als Luft, sinkt nach unten, reichert sich am Boden an und kann in angrenzende Bereiche fließen.

In Gasflaschen ist CO2 unter Druck verflüssigt. In Feuerlöschern beträgt der Druck bei Raumtemperatur (20° C) ca. 58 bar. Beim Austritt aus dem Feuerlöscher verdampft es so rasch durch Entspannen, dass es sich stark abkühlt und einen CO2-Nebel (sog. Flüssigaerosole) bildet, der sich am Boden anreichert (siehe Abb. 2). Festes CO2 ist unter dem Namen „Trockeneis“ bekannt. Trockeneis hat bei Normaldruck eine Temperatur von −79 °C. Es sublimiert, d. h. es geht direkt vom festen in den gasförmigen Zustand über. Ein 5 kg- CO2-Feuerlöscher erzeugt bei vollständiger Entleerung ein Volumen von ungefähr 2700 Liter gasförmigen Kohlendioxids.

Bauart und Funktionsweise von Kohlendioxid CO2-Feuerlöscher

CO2-Feuerlöscher beinhalten das Löschgas Kohlendioxid (CO2) und stehen bauartbedingt unter Dauerdruck. CO2 ist das einzige in Feuerlöschern einsetzbare Löschmittel, das völlig rückstandslos löscht und sogar bei empfindlichen technischen Geräten oder Arbeitsbereichen eingesetzt werden kann.

Die Löschwirkung eines CO2-Feuerlöschers wird durch Sauerstoffverdrängung erzielt und mit dem Bild des Branddreiecks (siehe Abb. 7) veranschaulicht dargestellt. CO2-Feuerlöscher eignen sich für Brände flüssiger oder flüssig werdender Stoffe (Brandklasse B nach EN 2).

Feuerlöscher nach DIN EN 3, die für die Brandbekämpfung im Bereich elektrischer Anlagen geeignet sind, werden mit der maximalen Spannung und dem notwendigen Mindestabstand gekennzeichnet, z. B. bis 1000 V, Mindestabstand 1 m.

Gerade bei technischen / elektronischen Anlagen oder Geräten kommen die Vorteile des Löschmittels CO2 zum Tragen, da CO2 nicht elektrisch leitend ist. Auch in Labora¬torien, Reinräumen oder Bereichen mit hohen hygieni¬schen Anforderungen ist ein CO2-Feuerlöscher nahezu alternativlos.

Besonders effektiv löschen CO2-Feuerlöscher in geschlos¬senen Räumen. Im Freien oder in großen Räumen hin¬gegen verflüchtigt sich CO2 sehr schnell. Tragbare CO2-Feuerlöscher gibt es mit 2 und mit 5 kg Löschmittel. Fahrbare CO2-Feuerlöscher gibt es mit 10, 20, 30 und 50 kg Löschmittel.

CO2-Feuerlöscher stehen unter hohem Druck, welcher bei 20 °C in etwa 60 bar beträgt und sich mit steigender Tem¬peratur erhöht. Der Prüfdruck der CO2-Behälter beträgt bis zu 310 bar. Sie sind mit einer Sicherheitseinrichtung gegen zu hohe Innendrücke gesichert. CO2-Feuerlöscher sind stets gegen Umfallen sowie vor mechanischen Beschädigungen zu sichern.

Bei einer Wandbefestigung ist der Wandhalter auf festen Halt zu überprüfen! Bei der Standortwahl sind CO2-Feuerlöscher keinen Tem¬peraturen von unter -30 °C und über +60 °C oder direkter Sonneneinstrahlung auszusetzen!

Für die Wandmontage ist eine Griffhöhe von 80 bis 120 cm zu empfehlen.

Richtiges Verhalten beim Löscheinsatz

Vor Einleitung der Löschmaßnahme muss sichergestellt sein, dass sich keine weiteren Personen im Brandraum aufhalten. Der CO2-Feuerlöscher ist möglichst nahe am Brandherd, jedoch ohne Eigengefährdung zu betätigen. Der Löschvorgang soll im Stehen mit aufgerichtetem Oberkörper erfolgen. Es darf nur die für den Raum geeignete CO2-Löschmittelmenge verwendet werden. Nach Beendigung des Löschvorgangs muss der Raum zügig verlassen und die Tür verschlossen werden.

Andere Personen sind am Betreten des Raumes zu hindern und zu warnen, bevor die Feuerwehr eintrifft.

Weitere Informationen zur DGUV 205-034 können Sie hier nachlesen.

 

Quelle: DGUV- Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung

 

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