Erholungsfähigkeit – Abschalten kann man lernen

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Erholungsfähigkeit – Abschalten kann man lernen | 08.03.2017

Unter dem Begriff „Erholung“ wird die Rückgewinnung verbrauchter Kräfte bzw. die Wiederherstellung unserer Leistungsfähigkeit verstanden.

Die Fähigkeit, sich in der Freizeit zu erholen, wird durch die Anforderungen der modernen Arbeitswelt und Gesellschaft zunehmend beeinträchtigt. Immer mehr Beschäftigte klagen darüber, sich in ihrer Freizeit nicht ausreichend erholen zu können. Mangelnde Erholung führt auf Dauer zu Erschöpfung und kann die Leistungs- und Beschäftigungsfähigkeit beeinträchtigen.

Eine bedeutende Rolle spielen in diesem Zusammenhang Belastungen am Arbeitsplatz und in der Freizeit. Zu nennen sind hierbei besonders

hohe körperliche Belastungen wie

  • Lärm,
  • Heben und Tragen schwerer Lasten,
  • Zwangshaltungen und

psychische Belastungen wie

  • hohe Verantwortung,
  • Multitasking oder Zeitdruck.

Hinzu kommen bei vielen Beschäftigten familiäre und private Verpflichtungen wie z. B. Erziehungsaufgaben oder die Betreuung pflegebedürftiger Angehöriger.

Auf die Dauer bleibt das hohe Belastungsniveau nicht ohne Folgen:

Viele Beschäftigte fühlen sich durch ihre Arbeit erschöpft, können aber in der Freizeit nicht abschalten, leiden unter Schlafstörungen, fühlen sich lustlos und ausgebrannt.

Ständige Erreichbarkeit, die Veränderung privater Beziehungen und zunehmende Mobilität stellen zusätzliche Herausforderungen dar. Maßnahmen der Arbeitsgestaltung können dazu beitragen, vermeidbare Belastungen und deren negative Folgen zu mindern. Außerdem kommt dem eigenen gesundheitsförderlichen Verhalten besondere Bedeutung zu.

Die erholungswirksame Gestaltung der Freizeit ist dabei ein besonders wichtiger Aspekt.

Dazu einige Tipps

 

1. Verpassen Sie nicht den Feierabend
Verpassen sie nicht den Punkt, an dem Sie körperlich oder geistig eine Pause bräuchten. Achten Sie darauf, wann es für Sie an der Zeit ist Feierabend zu machen. Entsprechende Hinweise sind zum Beispiel:

  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Fehleranfälligkeit
  • Müdigkeit
  • Ideenlosigkeit
  • sinkende Produktivität

2. Pflegen Sie ein Feierabend-Ritual

Gehen Sie zum Beispiel eine Runde Joggen, nehmen Sie ein Entspannungsbad, essen Sie mit Ihrer Familie zu Abend oder trinken Sie ein kühles Getränk im heimischen Garten. Das Gehirn gewöhnt sich an solche Traditionen und registriert zu gegebener Zeit: Jetzt ist Feierabend!

3. Die Technik abschalten

Das Abschalten der Technik ist die Grundvoraussetzung zum gedanklichen Abschalten!

4. Einen Gegenpol zur Arbeit finden

Wer viel körperlich arbeitet, sollte sich körperlich tendenziell eher ausruhen; wer überwiegend geistig arbeitet sollte sich in der Freizeit mehr bewegen.

5. lästige Gedanken niederschreiben

Das Aufschreiben von Gedanken kann eine echte Befreiung bedeuten und Ihnen so beim Abschalten helfen.

6. Kollegen sollten Kollegen bleiben

Verbringen Sie Ihre Freizeit daher vermehrt mit der Familie, Hautieren, Freunden, die nicht zugleich Ihre Kollegen sind, und sprechen Sie nicht über die Arbeit.

7. QiGong, Yoga, Meditation

Probieren Sie einfach einmal aus, welche Entspannungsmethode am besten zu Ihnen passt. Sie kann die Entspannung unterstützen.

8. Sport

Angemessener Sport trägt zu Entspannung bei und sollte einen festen Platz in Ihrem Alltag erhalten.

9. Ein Buch lesen

Ein gutes Buch, lässt keinen Platz für Gedanken an die Arbeit und eignet sich vor dem Schlafengehen oder in Bus oder Bahn zum Abschalten (gerne kein E-Book).

10. Ruhiges Plätzchen

Richten Sie sich einen gemütlichen Bereich nach ihren Bedürfnissen ein (Schaukelstuhl, Hängematte), an dem sich zu einer bestimmten Zeit des Tages zurückziehen können.

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