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WHO veröffentlicht Ergebnisse und Empfehlungen | 20.10.2021

Zum 22.09.2021 hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) neue Leitlinien für die Anforderungen an die Luftqualität veröffentlicht (WHO Air Quality Guidelines). In der Stellungnahme des Bundesumweltministeriums fasste Svenja Schulze die Verschmutzung der Luft als Gefahr auf, die gleichermaßen für die Gesundheit und den Umweltschutz gilt.

Mit dem Ausstieg aus der Kohleförderung und der Bereitstellung von Bundesmitteln für emissionsfreie Mobilität wurden bereits wichtige Klimaschutzmaßnahmen festgelegt, die große Herausforderung liege aber insbesondere in der Landwirtschaft. Denn intensive Tierhaltung und Überdüngung führen zu Feinstaub und Luftverschmutzung. Und dies hat großflächige Auswirkungen. Im Industriezeitalter sei saubere Luft letztendlich auch eine soziale Frage.

 

Grundlage der Empfehlungen der WHO

Die WHO hat ihre Empfehlungen auf Basis umfassender epidemiologischer Studien erstellt und dabei aufgezeigt, dass sich die Luftschadstoffe auch unterhalb der bislang festgelegten Werte negativ auf die Gesundheit auswirken. Im Zuge dessen hat die WHO die Richtwerte zum Teil um ein erhebliches Maß abgesenkt, um dadurch den Handlungsbedarf nochmals zu unterstreichen. Die Empfehlungen der WHO sind losgelöst von den rechtsverbindlichen Grenzwerten der EU-Luftqualitätsrichtlinie zu betrachten.

 

Weiteres Vorgehen

Im Rahmen der angekündigten Novellierung der Luftqualitäts-Richtlinie werden die Ergebnisse der WHO als Risikoanalyse einen wichtigen wissenschaftlichen Beitrag leisten. Denn die Europäische Kommission hat im European Green Deal und im Zero Pollution Action Plan angekündigt, die Luftqualitätsrichtlinien an die Empfehlungen der WHO anzugleichen. Ein Richtlinienvorschlag der Europäischen Kommission ist für das zweite Halbjahr 2022 vorgesehen. Das Inkrafttreten wird voraussichtlich im Jahr 2024 oder 2025 erfolgen und mit Übergangsfristen, bis die tatsächlichen Werte einzuhalten sind, ist zu rechnen.

 

Die Luftqualität in Deutschland

Die Luftqualität in Deutschland hat sich im Laufe der letzten Jahre kontinuierlich verbessert. Handlungsbedarf besteht nach wie vor noch bei den hohen Feinstaub-Emissionen aus der Landwirtschaft und Industrie, der Verfeuerung von Biomasse und dem Straßenverkehr. Erklärtes Ziel der Bundesregierung ist es, bis 2030 den Ausstoß von Luftschadstoffen erheblich zu senken. Dies hat die Bundesregierung im Jahr 2019 im Nationalen Luftreinhalteprogramm festgeschrieben. Konkret bedeutet dies, dass bis 2030 gegenüber dem Jahr 2005 die Feinstaub-Emissionen um 43 % und die Ammoniakemissionen um 29 % gesenkt werden müssen. Um dies zu erreichen, wurden u. a. die folgenden Maßnahmen ergriffen:

  • Novellierung der TA Luft (darin die Verwendung von Abluftreinigungsanlagen in der Tierhaltung)
  • Überarbeitung der Düngeverordnung
  • Anreize zum Umstieg auf die Elektromobilität (mit dem Ziel, die Minderung der Stickstoffdioxid-Belastung zu erreichen)

 

Ziele

Das Bundesministerium für Umwelt sieht vor allem Potential im Bereich der Landwirtschaft, da Ammoniak als Vorläufersubstanz für die Bildung von Feinstaub erheblich zur Feinstaubbelastung in Städten beiträgt. Außerdem soll die Installation von emissionsarmen Anlagen gefördert werden, da insbesondere Biomasse-Heizungen höhere Emissionen aufweisen als Gas-Heizungen.

 

Quelle: ls | www.bmu.de

 

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