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Gefährdungsbeurteilung

 

Die Pflicht zur Gefährdungsbeurteilung ist eine Kernvorschrift des Arbeitsschutzgesetzes. Der Arbeitgeber soll seine Arbeitsschutzmaßnahmen primär an der bestehenden Gefährdungslage in seinem Betrieb orientieren. Gefährdungsbeurteilungen werden vom Arbeitsschutzgesetz für alle Arbeitsplätze gefordert. Ziel ist die lückenlose Ermittlung der erforderlichen Arbeitsschutzmaßnahmen. Die Beurteilung wird schrittweise durchgeführt. Gleichartige Arbeitsplätze können zusammengefasst beurteilt werden. Grundsätzlich geht man so vor, dass alle möglichen Gefährdungen und Belastungen ermittelt und diese anschließend beurteilt werden und ggfs. angepasst werden. Aus dem Ergebnis einer solchen Analyse sind geeignete Schutzmaßnahmen zu entwickeln. Die Schutzmaßnahmen sind anschließend im Betrieb umzusetzen.

 

Ihre Wirksamkeit muss überprüft werden. Vorgehensweise:

  1. Ermittlung der Gefährdungen
  2. Ermittlung der Personen, die gefährdet sein können
  3. Bewertung des Risikos nach Wahrscheinlichkeit und Schwere eines möglichen Schadens
  4. Entscheidung, ob bzw. welche Schutzmaßnahmen durchgeführt werden müssen
  5. Festlegung einer Rangfolge der Schutzmaßnahmen nach ihrer Dringlichkeit
  6. Durchführung der Schutzmaßnahmen
  7. Überprüfung ihrer Wirksamkeit

Die Ergebnisse der Gefährdungsbeurteilung, die Schutzmaßnahmen und die Ergebnisse ihrer Überprüfungen sind in einer Dokumentation zu sammeln und für Überprüfungen festzuhalten. Betriebe mit zehn oder weniger Beschäftigten sind zu einer umfassenden Dokumentation nicht verpflichtet. In diesen Kleinstbetrieben reicht als Nachweis einer durchgeführten Gefährdungsbeurteilung die Aufzeichnung anhand einer Checkliste aus. Gefährdungsbeurteilungen sollen insbesondere dann durchgeführt bzw. aktualisiert werden, wenn:

  • sicherheitstechnische oder arbeitsmedizinische Entscheidungshilfen für die Planung oder Änderung von Arbeitsplätzen, Anlagen und Verfahren benötigt werden
  • in einzelnen Arbeitssystemen aufgrund von Hinweisen oder wegen bekannt gewordener Beinahe-Unfälle auf besondere Gefahren zu schließen ist
  • bestimmte Arbeitsplätze, Arbeitsverfahren oder Tätigkeiten eine besondere Unfall- oder Gesundheitsbelastung zeigen
  • bei Überprüfungen der Arbeitsplätze festgestellt wird, dass die Arbeitsschutzmaßnahmen nicht mehr ausreichend wirksam sind.
  • die Gefährdungsbeurteilung älter als drei Jahre ist.

Die Dokumentation sollte mindestens die Informationen des nachstehenden Musters enthalten.

Beispiel für das Schema einer Dokumentation der Gefährdungsbeurteilung:

Gefhrdnungbeurteilung_Grafik

Nachstehende Übersicht enthält eine Zusammenstellung der gängigen Gefährdungsarten und Belast- ungsarten. Sie müssen ggf. im Einzelfall durch zusätzliche tätigkeits-spezifische Gefährdungs- oder Belastungsarten ergänzt werden. Für die einzelne zu betrachtende Tätigkeit trifft in der Praxis meist nur eine Auswahl zu.

 

1. Mechanische Gefährdung
1.1 Bewegte Maschinenteile
1.2 Unkontrolliert bewegte Teile
1.3 Wegfliegende Teile
1.4 Unter hohem Druck austretende Flüssigkeiten
1.5 Teile mit gefährlichen Oberflächen
1.6 Transportvorgänge
2. Gefährdung durch spezielle physikalische Einwirkungen
2.1 Lärm
2.2 Ganzkörperschwingungen
2.3 Hand-/Arm-Schwingungen
2.4 Strahlung (ionisierend, nichtionisierend)
2.5 Elektromagnetische Felder
2.6 Heiße / kalte Oberflächen und Medien
2.7 Elektromagnetische / elektrostatische Felder
2.8 Überdruck
3. Elektrische Gefährdung
3.1 Gefährliche Körperströme bei Kontakt mit
aktiven Leitern
3.2 Lichtbögen
3.3 Unsicherer Umgang mit elektrischen Arbeits- und Betriebsmitteln
3.4 Schäden an elektrischen Arbeits- und Betriebsmitteln oder Anlageninstallationen
4. Gefährdung durch Brände / Explosionen
4.1 Gefährdung durch vorhandene Brandlasten (brennbare Feststoffe, Flüssigkeiten, Gase)
4.2 Gefahren durch explosionsfähige Atmosphäre
4.3 Gefahren durch thermische Explosionen (durchgehende chemische Reaktionen)
4.4 Gefahren durch physikalische Explosionen (z. B. Wassereintrag in heiße Schmelzen)
4.5 Gefahren durch Explosivstoffe, zerfallsfähige Gase und Dämpfe (z. B. Acetylen)
5. Gefährdung durch Stoffe
5.1 Gesundheitsschädigende Wirkung von Gefahrstoffen bei Exposition
5.2 Hautbelastung durch Gefahr- und Arbeitsstoffe
5.3 Belastung durch Gerüche
6. Gefährdung aufgrund der Arbeitsplatzgestaltung / Arbeitsplatzumgebung
6.1 Mangelhafte Gestaltung der Arbeitsräume
6.2 Mangelhafte Gestaltung der Verkehrswege
6.3 Gefahr von Stürzen, Stolpern, Ausrutschen, Umknicken, Fehltreten
6.4 Absturzgefahren
6.5 Gefahren bei der Arbeit in engen Räumen
6.6 Gefahr durch Einsturz, Verschütten
6.7 Gefahr durch Versinken
7. Biologische Gefährdung
7.1 Gefährdungen bei gezielten Tätigkeiten (z. B. Umgang mit biologischen Arbeitsstoffen)
7.2 Gefährdungen bei nicht gezielten Tätigkeiten (z. B. in Kläranlagen, bei der Müllentsorgung)
7.3 Sonstige biologische Gefährdungen (z. B. Umgang mit mikrobiologisch belasteten Klimaanlagen oder Warmwasserkreisläufen)
8. Gefährdung durch ergonomische Defizite
8.1 Schwere körperliche Arbeit
8.2 Einseitig belastende körperliche Arbeit, Arbeit unter Zwangshaltung
8.3 Mangelnde Beleuchtung
8.4 Belastendes Klima am Arbeitsplatz
8.5 Ungünstige Bedingungen für die Informationsaufnahme
8.6 Ungenügender Wahrnehmungsumfang
8.7 Erschwerte Handhabbarkeit / Bedienbarkeit von Arbeitsmitteln
9. Gefährdung durch Mängel in der Organisation
9.1 Mängel bei Betriebsanweisungen und Unterweisungen
9.2 Mängel bei der Koordination von Arbeiten, die mit gegenseitiger Gefährdung verbunden sind
9.3 Versäumnisse bei der Freigabe und Durchführung gefährlicher Arbeiten
9.4 Defizite bei der Beschaffung, Bereitstellung und Benutzung von persönlicher Schutzausrüstung
9.5 Mängel im System der Ersten Hilfe
9.6 Mängel bei Alarm- und Rettungsmaßnahmen
9.7 Mängel bei der Hygiene
9.8 Mängel in der Arbeitsschutzorganisation
9.9 Defizite in der allgemeinen Kommunikation
9.10 Mängel bei Auswahl und Training von Personal
9.11 Mängel bei der Durchführung von Prüfungen an Arbeitsmitteln

 

 

 

Gefahrenklassen

 

Im GHS (Globally Harmonized System) werden die verschiedenen Arten von Gefahren in Gefahrenklassen eingeteilt. Einzelne Gefahrenklassen weisen sogenannte Differenzierungen auf, die eine genauere Betrachtung der Gefährdung nach Expositionswegen oder anhand anderer Aspekte ermöglichen. Beispielsweise wird innerhalb der Gefahrenklasse der Gewässergefährdung zwischen akuten und chronischen Wirkungen differenziert. Die Gefahrenklassen und deren Differenzierungen wiederum sind in Gefahrenkategorien untergliedert, die in der Regel eine Abstufung der Stärke der jeweiligen Gefahr darstellen. Die Einstufung in eine oder mehrere Gefahrenklassen und Differenzierungen ist mit der Zuordnung der jeweils zutreffenden Gefahrenkategorie und der Auswahl der entsprechenden Gefahrenhinweise (hazard statements = H-Sätze) verbunden, die die bisherigen R-Sätze ersetzen. An die Stelle der bisherigen S-Sätze treten Sicherheitshinweise (precautionary statements = P-Sätze), die Hinweise zu Vorsorgemaßnahmen, Lagerung und Entsorgung geben. Es gibt insgesamt 28 Gefahrenklassen (siehe auch Piktogramme im Anhang):

II) Physikalische Gefahren: 16 Gefahrenklassen
1) Explosive Stoffe/Gemische und Erzeugnisse mit Explosivstoff
2) Entzündbare Gase
3) Entzündbare Aerosole
4) Entzündend (oxidierend) wirkende Gase
5) Unter Druck stehende Gase
6) Entzündbare Flüssigkeiten
7) Entzündbare Feststoffe
8) Selbstzersetzende Stoffe und Gemische
9) Selbstentzündliche (pyrophore) Flüssigkeiten
10) Selbstentzündliche (pyrophore) Feststoffe
11) Selbsterhitzungsfähige Stoffe und Gemische
12) Stoffe und Gemische, die in Berührung mit Wasser entzündbare Gase entwickeln
13) Entzündend (oxidierend) wirkende Flüssigkeiten
14) Entzündend (oxidierend) wirkende Feststoffe
15) Organische Peroxyde
16) Auf Metalle korrosiv wirkend
II) Gesundheitsgefahren: 10 Gefahrenklassen
1) Akute Toxizität
2) Ätzung/Reizung der Haut
3) Schwere Augenschädigung/-reizung
4) Sensibilisierung von Atemwegen oder Haut
5) Keimzell-Mutagenität
6) Karzinogenität
7) Reproduktionstoxizität
8) Spezifische Zielorgan-Toxizität (einmalige Exposition)
9) Spezifische Zielorgan-Toxizität (wiederholte Exposition)
10) Aspirationsgefahr
III) Umweltgefahren: 1 Gefahrenklasse
Gewässergefährdend
IV) Weitere Gefahren
Die Ozonschicht schädigend

Abb_1181Die neue Gefahrstoffverordnung

Für die meisten krebserzeugenden Stoffe sind nach der Novellierung der GefStoffV die Grenzwerte (TRK) entfallen. Um diese zu ersetzen, hat der Ausschuss für Gefahrstoffe ein neues Konzept zur Risikobewertung von krebserzeugenden Gefahrstoffen erarbeitet, das in der Bekanntmachung 910 veröffentlicht wurde. >> mehr Informationen

 

 

Gefahrstoffe

 

Alle chemischen Arbeitsstoffe, die aufgrund ihrer physikalisch-chemischen, chemischen oder toxischen Eigenschaften und der Art und Weise, wie sie am Arbeitsplatz verwendet werden oder dort vorhanden sind, für die Sicherheit und die Gesundheit der Arbeitnehmer ein Risiko darstellen können. Insbesondere werden hierunter Stoffe und Zubereitungen mit den Gefährlichkeitsmerkmalen, wie Sie in § 3 der GefStoffV beschrieben sind. Stoffe, denen ein Arbeitsplatzgrenzwert zugewiesen wurde sowie Stoffe, Zubereitungen und Erzeugnisse, aus denen bei der Herstellung oder Verwendung Stoffe mit Gefährlichkeitsmerkmalen entstehen oder freigesetzt werden, fallen ebenfalls unter den Gefahrstoffbegriff.

Im EG-GHS und im Chemikaliengesetz (§§ 3 und 3a) wird nicht mehr von Gefahrstoffen gesprochen, sondern von "gefährlichen Stoffen".

 

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Abb_1181Die neue Gefahrstoffverordnung

Für die meisten krebserzeugenden Stoffe sind nach der Novellierung der GefStoffV die Grenzwerte (TRK) entfallen. Um diese zu ersetzen, hat der Ausschuss für Gefahrstoffe ein neues Konzept zur Risikobewertung von krebserzeugenden Gefahrstoffen erarbeitet, das in der Bekanntmachung 910 veröffentlicht wurde. >> mehr Informationen

 

 

Gefahrstoffverzeichnis

 

Der Arbeitgeber ist verpflichtet, ein Verzeichnis aller ermittelten Gefahrstoffe zu führen. Dies gilt nicht, wenn nur Tätigkeiten mit einer geringen Gefährdung ausgeübt werden. Welche das sind, ist im § 6 Abs. 11 der Gefahrstoffverordnung aufgeführt.


Das Gefahrstoffverzeichnis muss mindestens folgende Angaben enthalten:
1. Bezeichnung des Gefahrstoffs
2. Einstufung des Gefahrstoffs oder Angaben zu den gefährlichen Eigenschaften
3. Angaben zu den im Betrieb verwendeten Mengenbereichen
4. Bezeichnung der Arbeitsbereiche, in denen Beschäftigte dem Gefahrstoff ausgesetzt sein können.

Außerdem muss auf die entsprechenden Sicherheitsdatenblätter verwiesen werden. 

Das Gefahrstoffverzeichnis dient dazu, einen Überblick über die im Betrieb hergestellten oder verwendeten Gefahrstoffe zu geben.

Das Gefahrstoffverzeichnis ist bei wesentlichen Änderungen fortzuschreiben und es sollte mind. einmal jährlich überprüft werden. Das Datum der Erstellung bzw. der letzten Überprüfung ist festzuhalten.

 

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Abb_1181Die neue Gefahrstoffverordnung

Für die meisten krebserzeugenden Stoffe sind nach der Novellierung der GefStoffV die Grenzwerte (TRK) entfallen. Um diese zu ersetzen, hat der Ausschuss für Gefahrstoffe ein neues Konzept zur Risikobewertung von krebserzeugenden Gefahrstoffen erarbeitet, das in der Bekanntmachung 910 veröffentlicht wurde. >> mehr Informationen

 

 

Gefährliche explosionsfähige Atmosphäre

 

Gefährliche explosionsfähige Atmosphäre ist eine explosionsfähige Atmosphäre, die in einer solchen Menge (Gefahr drohende Menge) auftritt, dass besondere Schutzmaßnahmen für die Aufrechterhaltung des Schutzes von Sicherheit und Gesundheit der Arbeitnehmer oder Anderer erforderlich werden.

 

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Abb._1179Die neue Betriebssicherheitsverordnung

Die im Bundesgesetzblatt veröffentlichte Änderung der BetrSichV ist die größte seit ihres Inkrafttretens und betrifft nahezu alle Unternehmen. Alle Änderungen müssen ab sofort Ihre Arbeitsschutz-Maßnahmen bestimmen! Arbeitsschutzexperten haben als Umsetzungshilfe dieses Praxishandbuch entwickelt. >> mehr Informationen

 

 

Gehörschutz

 

Als Gehörschutz wird persönliche Schutzausrüstung bezeichnet, die das Gehör vor Schäden durch zu laute Geräusche schützt. Gehörschutz muss Beschäftigten zur Verfügung gestellt werden, wenn die Beschäftigten an Arbeitsplätzen mit Lärm-Beurteilungspegel LEX 8h von mehr als 80 dB(A) arbeiten. Bei der Beschaffung von Gehörschutz sollte die Dokumentation des Herstellers geprüft werden hinsichtlich CE-Kennzeichnung, Einhaltung der DIN EN 352, Betriebsanweisung mit Angaben zum Dämpfungsgrad. Zu den Beschaffenheitsanforderungen beim Inverkehrbringen siehe auch persönliche Schutzausrüstung.

 

Gehoerschutz-benutzen

 

Zur Auswahl eines geeigneten Gehörschützers muss im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung Lärm der Tages-Lärmexpositionspegel LEX 8h und der C-bewertete Expositionswert Lc (Frequenz des Lärms, Tonhaltigkeit) ermittelt werden. Ziel ist es, einen Gehörschutz auszuwählen, der einen Lärmpegel am Innenohr (also unter Berücksichtigung des Gehörschutzes) von 75 dB(A) erreicht. Eine Überprotektionierung, d. h. die Unterschreitung des Lärmpegels am Innenohr von 70 dB(A) sollte vermieden werden (Gefährdung durch fehlende Wahrnehmung von warnenden Umgebungsgeräuschen, akustischen Signalen etc.). Bei der Auswahl geeignetem Gehörschutzes muss abhängig von den Einsatzbedingungen der beste Gehörschutztyp ermittelt werden. Man unterscheidet bei den Typen:

  • Gehörschützer, die im Ohr getragen werden: Gehörschutzstöpsel (DIN EN 352 Teil 2) aus Gehörschutzwatte oder aus Kunststoff, die im Bereich Gehörgang / Gehörmulde getragen werden, Gehörschutz-Otoplastiken, die individuellen für den Gehörgang des Benutzers angefertigt werden,
  • Gehörschützer, die über dem Ohr getragen werden: Gehörschutzkapseln (DIN EN 352 Teil 1), die über das Ohr gesteckt werden. Die Gehörschutzkapseln werden an einem Bügel (Kopf- oder Nackenbügel) oder direkt an dem Schutzhelm gehalten.

Bei den Einsatzbedingungen sind zu berücksichtigen:

  • Einsatzdauer,
  • Arbeitsumgebung
  • Art der Tätigkeit
  • Vereinbarkeit mit anderen am Kopf getragenen Geräten (Sehhilfre, Schutzbrille, Atemschutz etc.) und die
  • Schalldämmwerte des Herstellers.

Für die Auswahl des Gehörschutztyps ist folgende Tabelle hilfreich:

Gehrschutz_Grafik_2

Bei der Auswahl des Gehörschutztyps müssen die Beschäftigten grundsätzlich beteiligt werden, um die Akzeptanz der PSA sicherzustellen. Zu den Gehörschutzmitteln gibt der Hersteller den SNR-Wert (SNR = simplified noise reduction = vereinfachte Minderung Lärm), d. h. einen groben Richtwert der zu erwartenden Lärmminderung im Gehörorgan des Benutzers. Dieser Richtwert erlaubt allerdings nur eine Orientierung, da insbesondere die individuelle (fehlerhafte) Verwendung eines Gehörschutzes einen entscheidenden Einfluss auf dessen Wirkung hat. In der Praxis sollte aus Gründen der Prävention ein Abzug von diesem SNR-Wert gemacht werden, und zwar für:

  • Stöpsel 9 dB(A)
  • Kapseln 5 dB(A)
  • Otoplastiken 3 dB(A)

Bei stark tonhaltigem, extrem hoch oder tiefrequentem Lärm sollte zudem die frequenzabhängige Dämpfung des Gehörschutzmittels berücksichtigt werden. Die Tonhaltigkeit des Lärms lässt sich aus der Differenz der Pegel LEX – Lc erkennen. Der frequenzabhängig Dämpfungsgrad des Gehörschutzes wird vom Hersteller als HML-Wert (H – high = hohe, M – middle = mittlere, L – low = tiefe Frequenzen) angegeben.

 

Bei extremer Schallexposition kann ein Gehörschutz unzureichend sein, weil neben dem Gehör auch Organe gefährdet werden. In diesen Fällen sind Schallschutzhelme und Schallschutzanzüge einzusetzen.

 

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Geräte- und Produktsicherheitsgesetz

 

Das Geräte- und Produktsicherheitsgesetz (GPSG) st ein vom Produktsicherheitsgesetz abgelöstes Gesetz, welches das Inverkehrbringen und Ausstellen von Produkten einschließlich technischer Arbeitsmittel sowie die Errichtung und der Betrieb überwachungsbedürftiger Anlagen regelte.

Abb_1680Praxisratgeber Maschinensicherheit

Seit Ende 2009 gilt die neue Maschinenrichtlinie. Ebenfalls neu sind die Niederspannungsrichtlinie und etliche Normen zur Maschinensicherheit. Ob Herstellung, Kauf, Import, Inbetriebnahme, Betrieb oder Veränderung von Maschinen: Wenn Sie die neuen Vorschriften nicht beachten, drohen Ihnen im Ernstfall hohe Haftungszahlungen oder der Verlust der Versicherungsdeckung.  >> mehr Informationen

 

 

GHS

 

Das GHS (Globales Harmonisiertes System zur Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien - Globally Harmonized System of Classification and Labelling of Chemicals) beinhaltet von den Vereinten Nationen herausgegebene Empfehlungen, wodurch gefährliche Chemikalien identifiziert und ihre Anwender über die jeweiligen Gefahren mit Hilfe von Standardsymbolen und -sätzen auf den Verpackungsetiketten und mit Hilfe von Sicherheitsdatenblättern informiert werden sollen. Ziel ist eine weltweite Vereinheitlichung der bestehenden nationalen Einstufungs- und Kennzeichnungssysteme.

 

Im GHS treten an die Stelle der bisherigen 15 Gefahrenbezeichnungen 28 Gefahrenklassen. An die Stelle der R-Sätze treten im GHS die Gefahrenhinweise, und Sicherheitshinweise ersetzen die bisherigen S-Sätze. Die EU wird das GHS über die „EU-Verordnung über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen“ (CLAP: Regulation on Classification, Labelling and Packaging of Substances and Mixtures) umsetzen. Hierdurch wird das bestehende Regelwerk ersetzt. GHS ist Anfang 2009 in Kraft getreten. Demnach müssen Stoffe ab dem 01.12.2010 nach der neuen Verordnung eingestuft und gekennzeichnet werden. Zubereitungen (es gilt der neue Terminus: Gemische) müssen spätestens ab dem 01.06.2015 nach der neuen Verordnung eingestuft und gekennzeichnet werden.

Abb_1181Die neue Gefahrstoffverordnung

Für die meisten krebserzeugenden Stoffe sind nach der Novellierung der GefStoffV die Grenzwerte (TRK) entfallen. Um diese zu ersetzen, hat der Ausschuss für Gefahrstoffe ein neues Konzept zur Risikobewertung von krebserzeugenden Gefahrstoffen erarbeitet, das in der Bekanntmachung 910 veröffentlicht wurde. >> mehr Informationen

 

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