News | 05.09.2011

Das neue Ausbildungsjahr 2011 hat begonnen, und somit für tausende Jugendliche der Start in den Beruf. Zusammen mit den neuen Auszubildenden kommen allerdings auch große Herausforderungen auf die Unternehmen zu. Denn Ausbildungsbetriebe sind gesetzlich dazu verpflichtet, ihren Azubis eine Sicherheitsunterweisung zu geben, in denen sie auf die Unfall- und Gesundheitsgefahren am Arbeitsplatz hinweisen und ihnen Wissen zum Schutz der eigenen Gesundheit vermitteln.

 

Besonderer Schutz von minderjährigen Azubis

Für Minderjährige gelten spezielle und verschärfte Regelungen. So muss der Arbeitgeber die Jugendlichen nach §29 Jugendarbeitsschutzgesetz bereits vor Beginn der Beschäftigung über die Unfall- und Gesundheitsgefahren bei ihrer Tätigkeit unterweisen. Hierbei sind vor allem Erklärungen zu Maschinen und Geräten mit erhöhtem Gefährdungspotenzial sowie das dafür erforderliche Verhalten gemeint. Doch auch bei den Pflichten zur Wiederholung der Sicherheitsunterweisung unterscheiden sich die Regelungen zwischen Minderjährigen und Erwachsenen. Müssen laut § 12 Arbeitsschutzgesetz volljährige Arbeitnehmer nur „erforderlichenfalls regelmäßig“ eine Wiederholung der Unterweisung erhalten, ist diese für Jugendliche in „angemessenen Abständen, mindestens aber halbjährlich“ Pflicht.

 

Die Gründe für die verschärften Regelungen sieht der Gesetzgeber in einer klaren Tendenz der Arbeitsunfall-Statistiken. So betrifft jeder dritte Arbeitsunfall einen Arbeitnehmer, der jünger als 30 Jahre alt ist. Dies liegt vor allem an einer durch das Alter bedingten erhöhten Risikobereitschaft der Jugendlichen. Doch auch die fehlende Erfahrung und Überforderung der Azubis sind wichtige Faktoren.

 

„Trockenen“ Stoff interessant vermitteln – Die Fachkraft für Arbeitssicherheit

Verantwortlich für die Unterweisung der Auszubildenden ist der Unternehmer. Dieser ist gemäß Arbeitsschutzgesetz für die Sicherheit und Gesundheit seiner Mitarbeiter verantwortlich. Die Aufgabe zur Durchführung der Unterweisung kann er allerdings an die betrieblichen Vorgesetzten übertragen und tritt somit die Handlungsverantwortung ab. Die Fachkraft für Arbeitssicherheit kann den Unternehmer bei der Unterweisung zusätzlich unterstützen. Außerdem unterstützt wird die Fachkraft für Arbeitssicherheit vom Betriebsarzt und, sofern der Betrieb mehr als 20 Angestellte beschäftigt, von den Sicherheitsbeauftragten. Letztere sind als „normale“ Kollegen zwar nicht weisungsbefugt, können für die Azubis jedoch ein guter Ansprechpartner sein.

 

Ein häufiges Problem, mit dem die Fachkraft für Arbeitssicherheit zu kämpfen hat, ist ein mangelndes Interesse der Auszubildenden, da diese die Gefahren am Arbeitsplatz unterschätzen. Daher ist es wichtig, die Vorträge vor allem für Jugendliche möglichst interessant zu gestalten. Möglichkeiten, um dies zu erreichen, sind z.B. folgende:

 

  • Motivation der Azubis durch eigenständiges Erarbeiten der Inhalte: Dadurch wird das Mitdenken und das Auge für Gefahren am Arbeitsplatz besser gefördert
  • Deutscher Jugend-Arbeitsschutz-Preis: Der JAZ zeichnet Jugendliche unter 24 Jahren für innovative Ideen zum Thema Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit aus
  • Vortrag optisch ansprechend gestalten: Durch Bilder und Effekte in Powerpoint-Präsentationen lassen sich Sicherheitsunterweisung vor allem für Jugendliche wesentlich kurzweiliger gestalten

 

Infos und Materialien für Azubis

Um frühzeitig auf Sicherheitsrisiken hinzuweisen, bietet die Berufsgenossenschaft der Elektrotechnik und Feinmechanik auf ihrer Webseite die kostenlose Broschüre „Neulinge im Betrieb“ an. Diese gibt Auszubildenden zahlreiche allgemeine Tipps zur Unfallvermeidung, damit für die Azubis der Start ins Berufsleben auch wirklich unfallfrei wird.

 

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