News | 10.01.2012

Zeitarbeitnehmer sind oftmals ein Sicherheitsrisiko für den Betrieb. Die Unfallhäufigkeit ist bei ihnen wesentlich höher als bei fest angestellten Beschäftigten. Dabei liegen die Gründe hierfür meist in den entleihenden Unternehmen selbst. Doch wie lassen sich die arbeitsplatzbedingten Gefahren von Leiharbeitern reduzieren?

 

 

Zeitarbeitnehmer sollen den Unternehmen nützen. Das kann jedoch nur der Fall sein, wenn diese wie neue Beschäftigte angelernt und in den Betrieb integriert werden. Das betrifft besonders das Thema Arbeits- und Gesundheitsschutz.


Nehmen Sie sich für Ihre Zeitarbeitnehmer Zeit
Für Zeitarbeiter ist es nicht leicht, sich beinahe wöchentlich auf ein neues Arbeitsumfeld einzustellen. Neue Kollegen, neue Vorgesetzte, neue Arbeitsaufgaben. Oft entsteht bei ihnen daher Unsicherheit. Für die entleihenden Unternehmen sollte es das Ziel sein, ihnen diese Unsicherheit zu nehmen. Am einfachsten gelingt das, indem Sie die Leiharbeiter mit Respekt behandeln und ihnen das Gefühl geben, dass sie ein vollwertiges Mitglied des Unternehmens sind. Vorgesetzte sollten sich daher die Zeit nehmen und ihnen etwas über den Betrieb und die Strukturen erzählen, bevor es an die Arbeit geht.


Was sind die Gründe für die hohen Unfallzahlen bei Zeitarbeitnehmern?
Fehlt den Zeitarbeitnehmern die Sicherheit, kann sich das schnell in der Zahl der Unfälle oder Erkrankungen widerspiegeln. Auslöser sind dabei oft psychische Faktoren wie z.B. Nervosität, Hektik und Überforderung. Dies ist nicht selten der Fall. So stehen in der Zeitarbeitsbranche für das Jahr 2010 ca. 47.000 meldepflichtige Arbeitsunfälle, 10.500 Wegeunfälle und viele Krankheitstage zu Buche.


Wer ist für den Zeitarbeitnehmer verantwortlich?
Oftmals gibt es offene Fragen, wenn es um die Verantwortlichkeiten bezüglich der Zeitarbeitnehmer geht. Grundsätzlich gilt: Der Zeitarbeiter ist und bleibt der Angestellte der Zeitarbeitsfirma. Mit ihm hat das Unternehmen einen gültigen Arbeitsvertrag mit sämtlichen gesetzlichen Rechten und Pflichten abgeschlossen. Die entleihende Firma hingegen schließt mit der Zeitarbeitsfirma einen Arbeitnehmerüberlassungsvertrag ab. Dieser Vertrag stattet den Entleiher mit einer Weisungsbefugnis gegenüber dem Leiharbeiter für die Ausführung der Arbeit aus.

Die Zeitarbeitsfirma und der Entleiher teilen sich somit auch die Verantwortlichkeiten, sollte es z.B. zu einem Unfall oder gesundheitlichen Problemen kommen. Der Entleiher ist daher im Bereich Unfallprävention dazu verpflichtet, den Zeitarbeiter sowohl mit allgemeinen Sicherheitshinweisen als auch mit Informationen über spezielle Gefährdungen der jeweiligen Tätigkeit zu versorgen. Ebenso wird die Ausstattung mit der Persönlichen Schutzausrüstung zwischen den beiden Parteien aufgeteilt. So erhält der Leiharbeiter von der Zeitarbeitsfirma eine gewisse PSA-Grundausstattung. Der Entleiher hingegen versorgt ihn mit speziell für die Tätigkeit benötigter PSA, wie z.B. Atemschutz, Gehörschutz, Schutzbrille usw.
Idealerweise sollte für das Entleihen der Zeitarbeiter im Arbeitsnehmerüberlassungsvertrag genau geregelt werden, wer welche Aufgaben und Verantwortlichkeiten im Arbeitsschutz innehat.


Fazit: Die Verantwortung liegt nicht nur bei den Unternehmen
Auch der Zeitarbeiter selbst muss alle Maßnahmen ergreifen, um die Erhaltung seiner Sicherheit und Gesundheit zu gewährleisten. In der Regel werden Entleiher den Zeitarbeitern eine Unterweisung über allgemeine Sicherheitshinweise geben, sie über Gefahren bei der jeweiligen Tätigkeit informieren und ihnen zusätzliche PSA zur Verfügung stellen. Ist dies nicht der Fall sein, sollten Leiharbeiter deshalb auch selbst aktiv werden und bei fehlender Unterweisung nachfragen. Das ist nicht nur für die Ausführung der Tätigkeit selbst wichtig, sondern vor allem auch dann, wenn es darum geht, zu wissen wo sich Feuerlöscher, Verbandkästen oder Fluchtwege befinden.

 

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