Vorschriftencheck | 04.07.2012

Beinahe jeder Büroangestellte hat es schon erlebt: Ein neuer Kollege/Azubi/Praktikant "zieht ein" und plötzlich wird es eng im Büro. Schreibtische werden umgerückt, Trennwände verschoben und plötzlich findet man sich eingeklemmt zwischen Kopierer und Topfpflanze wieder. Doch ist das eigentlich erlaubt? Gibt es keine Vorschriften für Mindestflächen?

 

 

Vorgaben der Arbeitsstättenverordnung

 

Die Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV), beinhaltet allgemeine Anforderungen, die beim Einrichten und Betreiben von Arbeitsstätten beachtet werden müssen. Konkretisiert werden die Anforderungen der Arbeitsstättenverordnung durch die Technische Regeln für Arbeitsstätten und die Arbeitsstättenrichtlinien. Für Büroarbeitsplätze müssen außerdem die Regelungen der Bildschirmarbeitsverordnung beachtet werden.

 

Nach der Arbeitsstättenverordnung müssen Arbeitsräume eine ausreichende Grundfläche und eine, in Abhängigkeit von der Größe der Grundfläche der Räume, ausreichende lichte Höhe aufweisen, sodass die Beschäftigten ohne Beeinträchtigung ihrer Sicherheit, ihrer Gesundheit oder ihres Wohlbefindens ihre Arbeit verrichten können. Präzisiert werden diese allgemeinen Forderungen durch länderspezifische Bauordnungen, durch gewerke- und branchenspezifische Bauverordnungen sowie durch Normen und berufsgenossenschaftliche Vorschriften. Die wichtigsten Vorgaben für die Ermittlung der Mindestgrundflächen von Arbeitsräumen im Bürobereich werden durch die DIN 4543 – Teil „Büroarbeitsplätze – Flächen für die Aufstellung und Benutzung von Büromöbeln“ festgelegt.

 

Konkrete Werte?

 

Über präzise Maße gibt das Arbeitsstättenrecht keine Auskunft. Hier hilft jedoch die u.a. Berufsgenossenschaftlichen Informationen 650 "Bildschirm- und Büroarbeitsplätze - Leitfaden für die Gestaltung" weiter und konkretisiert die Vorgaben der ArbStättV wie folgt:

 

"(...) Bei der Planung von Arbeitsplätzen im Sinne dieser Informationen kann davon ausgegangen werden, dass die Fläche je Arbeitsplatz einschließlich allgemein üblicher Möblierung und anteiliger Verkehrsflächen im Mittel nicht weniger als 8 m2 bis 10 m2 betragen wird. In Großraumbüros ist angesichts des höheren Verkehrsflächenbedarfs und der größeren Störwirkungen im Mittel von nicht weniger als 12 m2 bis 15 m2 auszugehen. Aus Gründen der Funktionsfähigkeit ergibt sich für Großraumbüros eine Fläche von mindestens 400 m2.(...)" (BGI 650; S.74)

 

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Quelle: Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen/BGI 650/rd