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Benutzung von Fußschutz - Gefährdungen durch Arbeitsorganisation und Verhalten bewerten  | 15.12.2015

Eine Gefährdung ist weder an bestimmte Tätigkeiten noch an Berufe gebunden, sondern dann vorhanden, wenn mit Fußverletzungen, insbesondere durch Stoßen, Einklemmen, umfallende, herabfallende oder abrollende Gegenstände, Hineintreten in spitze Gegenstände, heiße oder ätzende Flüssigkeiten oder mit anderen gesundheitsgefährlichen Umgebungseinflüssen zu rechnen ist (siehe auch DGUV Regel 112-991, bisher: BGR191). In der Gefährdungsbeurteilung nach §§ 5,6 Arbeitsschutzgesetz i. V. m. § 3 ArbStättV, PSA-BV, DGUV Vorschrift 1, DGUV Regel 112-991 (bisher: BGR 191) ist das Tragen von PSA - Fußschutz zu bewerten.


Mit Verletzungen durch mechanische Gefährdungsfaktoren ist z. B. zu rechnen bei:

  • der Bedienung von Mitgängerflurförderzeugen
  • Gefahren durch umfallende, herabfallende oder abrollende Gegenständen
  • beim manuellen Umgang mit schweren Gütern und Gegenständen
  • beim Anschlagen und Absetzen von Gütern mit Hebezeugen,
  • beim Ab- und Umsetzen von Lasten und Paletten mit Flurförderzeugen, soweit Personen unmittelbar am Lastaufnahmemittel oder der Last tätig werden,
  • beim Aufgeben und Abnehmen von Stückgut an Fördereinrichtungen,
  • bei Reparaturarbeiten, z. B. an Landmaschinen, Gabelstaplern, Baggern, bei Abbrucharbeiten.


Wird allen Arbeitnehmern, bei denen mit Fußverletzungen zu rechnen ist, geeigneter Fußschutz zur Verfügung gestellt und wird dieser in ordnungsgemäßem Zustand gehalten?

Vor der Auswahl von Fußschutz zu prüfen, ob er

  1. Schutz gegenüber den abzuwehrenden Gefahren bietet, ohne selbst eine größere Gefahr mit sich zu bringen,
  2. für die am Arbeitsplatz gegebenen Bedingungen geeignet ist,
  3. den ergonomischen Anforderungen und gesundheitlichen Erfordernisse.

Es empfiehlt sich, bei der Auswahl des Fußschutzes den Betriebsarzt, die Sicherheitsfachkraft und die betroffenen Arbeitnehmer zu beteiligen (Trageversuche durchführen), um die Akzeptanz des Fußschutzes zu erreichen und sich mehrere Angebote einzuholen.

Es ist dafür zu sorgen, dass jedem Versicherten ein eigener Fußschutz zur alleinigen Benutzung zur Verfügung steht und bei Bedarf erneuert wird.


Werden die Mitarbeiter hinsichtlich der Benutzung des Fußschutzes regelmäßig unterwiesen?


Es ist notwendig, dass die Versicherten über Sicherheit und Gesundheitsschutz beim Tragen von Fußschutz mindestens einmal jährlich unterwiesen werden.


Wird der zur Verfügung gestellte Fußschutz von den betroffenen Arbeitnehmern getragen?

  • Es ist wichtig das Tragen des Fußschutzes zu überwachen (Verantwortung des Vorgesetzten).
  • Bei Akzeptanzproblemen oder gesundheitlichen Fragen kann der Betriebsarzt beratend hinzugezogen werden.


Bei Fußschutz gilt der Grundsatz: Je wohler sich ein Mitarbeiter im Arbeitsschuh fühlt, desto höher ist die Trageakzeptanz. Deshalb ist eine Bezuschussung durch den Arbeitgeber sinnvoll, um Verletzungen und längeren Ausfällen vorzubeugen!

Autor: Stefan Johannsen, Dipl.-Biologe



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