Arbeitsschutzorganisation | 09.06.2014

Erzieherinnen und Erzieher in Kindertagestätten (Kitas) müssen in ihrem Arbeitsalltag zahlreiche komplexe Aufgaben bewältigen, die ihre Gesundheit stark belasten. Täglich auf zu kleinen Stühlen sitzen, Kinder heben und tragen, kaum Möglichkeiten zum Entspannen – das kann auf Dauer Spuren im Muskel-Skelett-System hinterlassen.

 

Doch wie kann den Betroffenen geholfen werden? Mit dieser Frage beschäftigt sich die Interventionsstudie „ErgoKita“, in der Lösungsansätze zur Verbesserung der beruflichen und gesundheitlichen Situation des pädagogischen Personals in Kindertageseinrichtungen entwickelt und evaluiert wurden. Initiiert wurde die Studie von den Unfallkassen Rheinland Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Hessen sowie der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege. Das Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA) führte sie in Zusammenarbeit mit den Universitäten Darmstadt und Frankfurt durch. Im Rahmen des Projekts wurden physische und psychische Belastungssituationen im Kita-Alltag erfasst und darauf aufbauend Präventionsmaßnahmen abgeleitet. Wie wirksam diese Maßnahmen sind, wurde in einem weiteren Schritt in der Praxis wissenschaftlich evaluiert. Aus der Studie, die im Februar 2014 abgeschlossen wurde, lassen sich daher direkte Praxisempfehlungen zur ergonomischen Kita-Gestaltung ableiten.

So konnte die Arbeitszeit, die Erzieherinnen und Erzieher in kniebelastenden Haltungen verbringen, durch die Nutzung ergonomischen Mobiliars erheblich reduziert werden. Auch ließen sich mithilfe von speziellen Stühlen Sitzhaltungen, zum Beispiel beim Verpflegen der Kinder, deutlich verbessern. Die mit Messsystemen erfassten physischen Belastungsspitzen wurden dem pädagogischen Personal in einem Ergonomie-Workshop anschaulich dargestellt, um daraufhin gemeinsam alternative ergonomische Abläufe für den Kita-Alltag zu erarbeiten. Wie wirksam diese optimierten Abläufe sind, wurde wiederum messtechnisch ermittelt. Auf diese Weise konnte auch das Arbeiten in stark gebeugten Oberkörperhaltungen wesentlich reduziert werden. „Uns ist es jetzt wichtig, dass wir diese positiven Ergebnisse, die wir in den Projekt-Kitas erreichen konnten, auf viele weitere Kitas übertragen“, so Prof. Dr. Rolf Ellegast, stellvertretender Leiter des IFA.

Die Unfallkasse Rheinland-Pfalz, das IFA und die Stadt Neuwied tragen die Forschungsergebnisse bereits durch den Bau einer Muster-Kita in Neuwied in die Praxis. Bei der dortigen Altbausanierung und gleichzeitigen Erweiterung durch einen Neubau werden insbesondere die Aspekte Ergonomie, Raumgestaltung, -akustik und -klima sowie Beleuchtung berücksichtigt. So sollen die Arbeitsbelastungen für die Erzieherinnen und Erzieher deutlich gesenkt und der Lebensraum für Kinder und Erwachsene besonders gesundheitsfördernd gestaltet werden. „Nach Fertigstellung der Muster-Kita können andere Kitas dort Ideen für ergonomische Lösungen sammeln, die sie dann in ihren Einrichtungen umsetzen können“, so Prof. Dr. Ellegast. Bereits jetzt stößt das Projekt bei Erzieherinnen und Erziehern sowie bei der Presse auf großes Interesse.

 

Quelle: Unfallkasse Rheinland-Pfalz

 

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