Setzen Sie Ihrem Unternehmen die Krone auf – menschengerechte Gestaltung der Arbeit

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Setzen Sie Ihrem Unternehmen die Krone auf – menschengerechte Gestaltung der Arbeit | 11.02.2015

Die menschengerechte Arbeitsgestaltung führt auf der Grundlage der Ergebnisse der betrieblichen Gefährdungsbeurteilung zielgerichtet zu Veränderungsprozessen bei der Arbeitsorganisation, den Arbeitsinhalten, den sozialen Beziehungen oder den Arbeitsumgebungsbedingungen. Ziele sind der Erhalt und die Förderung von Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten bei ihrer Arbeit.

Viele Unternehmer sind sich gar nicht bewusst, dass sie bereits Einzelmaßnahmen zur menschengerechten Gestaltung der Arbeit durchführen und somit einen Beitrag zur Reduktion psychischer Belastungen in ihrer Belegschaft beitragen. Auch „einfache Maßnahmen“ wie z.B.

  • Betriebsausflug/Weihnachtsfeier (auch für Zeitarbeitnehmer),
  • Mitarbeiterzeitung/Betriebszeitung, Betriebssportgruppe,
  • mobile Fahrradwerkstatt (Fahrräder werden bis abends auf Vordermann gebracht),
  • Gemeinsames Frühstück bei gut gelaufenem Quartal/Halbjahr/Jahr,
  • Sprachkurse anbieten, um die Inklusion ausländischer Mitarbeiter zu verbessern,
  • Sommerfest mit Familien,
  • Eine Fotoaktion: Bsp. Mitarbeiter stellen ein Urlaubsfoto aus (Intranet, Pinnwand),
  • Bildermalwettbewerb für Mitarbeiterkinder,
  • (Ein) Aktionstag(e) im Jahr unter einem bestimmten Motto, z.B. Ergonomieparcours Azubi-Fit-Tag, Gesundheitstag,
  • Ein betriebliches Vorschlagwesen z.B. zu Arbeits- und Gesundheitsschutzfragen (Bsp. Notfallrucksack, Defibrillatoren Notfallgruppe…),
  • Mitarbeiterverantwortung stärken z.B. durch eine Aufgabe, die alle im Unternehmen angeht wie z.B. „Sicherheit“: Erste Hilfe Kästen prüfen, auf PSA achten,
  • Etablierung von Kommunikationsaustauschplattformen z.B. regelmäßige Teamgespräche, in denen Mitarbeiter Fragen stellen können, z.B. gerade bei Schichtübergabe,
  • Interkulturelles Tandem zum kulturellen Austausch,
  • Tandem zwischen einem jungem und einem alten Mitarbeiter (Demographischer Wandel), Bezahlter Nichtraucherkurs, -z.B. 1 Tag Sonderurlaub, wenn ½ Jahr rauchfrei,
  • Ergonomische Arbeitsmittel (Höhenverstellbarer Tisch, ergonomische Maus etc.),
  • Kochkurs für Mitarbeiter,
  • Beiträge zur gesunden Ernährung: kostenloses Obst, Wasser,
  • Sozialberatung
  • familienfreundliche Arbeitszeitmodelle
  • Informellen Rahmen, bei dem man sich unverbindlich die „Meinung“ sagen kann,

zeigen, dass viele Arbeitgeber erkannt haben, dass Maßnahmen bei denen alle Beschäftigten teilhaben und sich einbringen können, zum Wohlbefinden und Wertschätzung der Beschäftigten beitragen, mittel- und langfristig wirtschaftliche Vorteile zur Folge haben.

Wichtig, bei diesen Angeboten ist, zu prüfen, welche Maßnahme(n) für Ihr Unternehmen, Ihre Arbeitnehmer geeignet sein könnte(n).

Es kommt dabei nicht darauf an, möglichst viele Maßnahmen anzubieten, sondern sich darüber bewusst zu sein, dass die Maßnahmen, die man anbietet, vertrauensvoll „gelebt“ werden. Das bedeutet, dass die Bereitschaft besteht, diese Maßnahmen auch engagiert zu „pflegen“.

Ferner ist zu erwähnen, dass die dargestellten Angebote keineswegs den gesamten Komplex der psychischen Belastungsfaktoren erfassen und mindern können. Es sollen menschengerechte, betriebsbezogene Gestaltungsmöglichkeiten darstellen, die dazu führen sollen, dass sich Ihre Mitarbeiter mit Ihren Bedürfnissen ernst genommen fühlen und das Gefühl haben, dass ihr Arbeitgeber etwas zur Pflege und den Erhalt der Arbeitskraft und Leistungsfähigkeit beiträgt.

Zu einem betriebsbezogenem „Konzept zur menschengerechten Gestaltung der Arbeit“ oder auch betriebsbezogenes Gesundheitsleitbild ist es erforderlich, diese Einzelmaßnahmen einmal unter Oberbegriffen wie:

  • Arbeitsschutzorganisation,
  • Mitarbeiterbeteiligung-/-mitbestimmung,
  • Reduktion psychischer Belastungen,
  • Beiträge zur Ergonomie,
  • arbeitsmedizinische Vorsorge,
  • Aus und Fortbildung,
  • Befragungen und Evaluation,
  • Besondere Personengruppen
  • Arbeitszeit
  • Kommunikation
  • Betriebliche Gesundheitsförderung
  • Soziales

zusammenzufassen, mit einer Zielausrichtung (z.B. Reduktion um 10% in diesem Jahr) und Perspektive zu versehen (z.B. im nächsten Jahr möchten wir das Thema: Ergonomisches Mobiliar vertiefen, weil…) regelmäßig evaluieren, aktualisieren und weiter zu entwickeln.

Dadurch können Unternehmen sich, in punkto Arbeits- und Gesundheitsschutz, vom Branchendurchschnitt und von den gesetzlich geforderten Mindestforderungen abheben, Kosten einsparen und mehr Reputation erlangen.

Autor: Stefan Johannsen, Dipl.- Biologe

 

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