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Beleuchtung – angemessen beurteilen, ausreichend gestalten  | 26.01.2016

Der Arbeitgeber hat die Pflicht in regelmäßigen Abständen in der Gefährdungsbeurteilung (psychische Belastungen – Merkmalsbereich: Umgebungsfaktoren) zu ermitteln, ob die Arbeitsplätze entsprechend den jeweiligen individuellen Sehaufgaben ausreichend beleuchtet sind. Dabei ist der aktuelle Stand der Technik, Arbeitsmedizin und Hygiene sowie sonstige gesicherte arbeitswissenschaftliche Erkenntnisse zu berücksichtigen.

Arbeitsstätten sollen möglichst ausreichend Tageslicht erhalten. Zur Berücksichtigung von Tageslicht sollten Arbeitsstätten und Arbeitsplätze so errichtet werden, dass möglichst ausreichend Tageslicht durch Fenster, Türen oder Oberlichter einfällt. Voraussetzung dafür ist ein ausreichender Abstand zu benachbarten Gebäuden. Der Mindestabstand wird durch das Bauordnungsrecht der Länder geregelt. Tageslichtunterstützende Elemente (Tageslichtlenksysteme) erhöhen den Tageslichtanteil, insbesondere in den Raumteilen, die keine ausreichende Tageslichtversorgung besitzen. Beschäftigte können sich bei Fehlen einer Sichtverbindung zur Außenwelt, z B. keine freie Sicht in die Umgebung, kein Erleben des Tagesablaufes und der Witterung wie in einem Bunker eingeschlossen fühlen, was aus arbeitsphysiologischer Sicht vermieden werden sollte.

Zusätzlich müssen Arbeitsstätten und -plätze mit Einrichtungen für eine der Sicherheit und dem Gesundheitsschutz angemessenen künstlichen Beleuchtung ausgestattet sein. Dabei stellen die Vorgaben der Technischen Regel für Arbeitsstätten (ASR A 3.4) nur Mindestwerte dar. Eine höhere Beleuchtungsstärke kann beispielsweise

erforderlich werden.

Die Beleuchtungsanlagen sind so auszuwählen und anzuordnen, dass sich dadurch keine Unfall- oder Gesundheitsgefahren ergeben können. Ebenfalls muss in Arbeitsstätten eine ausreichende Sicherheitsbeleuchtung vorhanden sein, sofern sich bei Ausfall der Allgemeinbeleuchtung Unfall- oder Gesundheitsgefahren ergeben können.

Die Beleuchtung am Arbeitsplatz muss ausreichend sein, um die Sehaufgabe in Beziehung zu dem individuellen Sehvermögen erfüllen und Gefahren rechtzeitig erkennen und abwenden zu können.

Bei übermäßigen und langdauernden Belastungen des Sehapparates sowie ungenügenden Beleuchtungsbedingungen können Augenermüdung (Augenbeschwerden und Kopfschmerzen) als auch allgemeine Ermüdung (zum Beispiel Mattigkeit, herabgesetzte Aufmerksamkeit und Leistungsfähigkeit) auftreten. Leistungs-, Konzentrations- und Aufmerksamkeitsdefizite sowie stärkere Ermüdungserscheinungen und eine höhere Unfallwahrscheinlichkeit sind die Folge. Eine unzureichende Beleuchtung kann langfristig die Gesundheit und das Wohlbefinden der Beschäftigten beeinträchtigen, die Produktivität mindern und zu erhöhten Fehlzeiten beitragen.

Folgende Punkte sollten in der Gefährdungsbeurteilung nach § 3 Arbeitsstättenverordnung in Bezug auf eine ausreichende Beleuchtung am Arbeitsplatz berücksichtigt werden:

Stefan Johannsen, Diplom Biologe

 

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