Zeitarbeitnehmer

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Zeitarbeitnehmer und Werkvertrag – was ist zu beachten | 20.04.2016

Da sich Betriebe zunehmend auf das Kerngeschäft konzentrieren und so viel wie möglich „outsourcen“, werden heute dort, wo bisher betriebsinterne Aufgaben von der Stammbelegschaft durchgeführt wurden, Fremdfirmen und Mitarbeiter von Unternehmen der Zeitarbeit eingesetzt. Doch genau hier verbergen sich Gefahren und Arbeitssicherheitslücken. Der Einsatz von fremden Mitarbeitern ist deshalb sorgfältig zu planen, vorzubereiten und durchzuführen.

Mögliche Gefährdungen

Diese reichen von Lücken im Arbeitsschutz wie z. B. fehlende Persönliche Schutzausrüstung, keine arbeitsmedizinische Vorsorge, unzureichende Ein- und Unterweisung, Unzureichende Regelungen, u.a. Mutterschutz etc. über fehlende oder mangelnde Fachqualifikation bis hin zu sozialen Aspekten, wie: 

  • Fehlende soziale Integration
  • Verständigungsprobleme
  • Unbekannte Betriebsstrukturen und Einrichtungen 
  • Mangelhafte Koordination und Abstimmung
  • Erhöhte Risikobereitschaft
  • Wechselnde Arbeitsbedingungen
  • Häufiger Personalwechsel
  • Besonderer Leistungsdruck

Infolgedessen kann es zu arbeitsbedingten Erkrankungen, Verletzungen, bleibenden Körperschäden, Tod, Schäden an Betriebseinrichtungen und Produkten sowie Produktionsstörungen und -ausfälle kommen.

Was ist zu beachten?

Zeitarbeit:

  • Tätigkeiten so genau wie möglich festlegen
  • Personalbedarf ermitteln, erforderliche Qualifikation, Kenntnisse und Erfahrungen benennen
  • Gefährdungen ermitteln und geeignete Maßnahmen festlegen
  • Geeignetes Zeitarbeitsunternehmen auswählen
  • Auf gültige Erlaubnis zur gewerblichen Arbeitnehmerüberlassung achten
  • Bei der Auswahl der Mitarbeiter auf die konkreten Einsatzbedingungen vor Ort hinweisen
  • Gemeinsame Schnittstellen festlegen und Auftrag vergeben
  • Arbeitsschutzvereinbarungen, wie z. B. arbeitsmedizinische Vorsorge, Persönliche Schutzausrüstung, im Arbeitnehmerüberlassungsvertrag festlegen
  • Einsatz vorbereiten und sicher durchführen
  • Vorgesetzten bekanntmachen
  • Arbeitsaufgabe konkret erläutern und Einarbeitung ermöglichen
  • Unterweisung zu den konkreten Bedingungen und Gefährdungen vor Ort und den festgelegten Schutzmaßnahmen
  • Einhaltung der Maßnahmen kontrollieren
  • Zeitarbeitsfirma rechtzeitig über Veränderungen der Tätigkeiten oder Einsatzbedingungen informieren
  • Einsätze der Zeitarbeitnehmer mit den Verantwortlichen der Zeitarbeitsfirma auswerten

Werkvertrag:

    • Gegenstand eines Werkvertrages kann sowohl die Herstellung oder Veränderung einer Sache als auch ein anderer durch Arbeit oder Dienstleistung herbeizuführender Erfolg sein.
    • Auftragsumfang / Leistungsverzeichnis an Fremdunternehmen festlegen
    • Fremdfirma auswählen und „Arbeitsschutzbestimmungen für Fremdfirmen“ übergeben
    • Auftraggeber benennt einen Auftragsverantwortlichen
    • Auftragsverantwortlicher ist Ansprechpartner des Auftragnehmers
    • Verantwortlichen der Fremdfirma einweisen
    • Ausweise für Fremdfirmenmitarbeiter ausgeben
    • Gegenseitige Gefährdungen im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung ermitteln
    • Bei gegenseitiger Gefährdung Aufgaben, Kompetenzen und Weisungsbefugnisse festlegen (z. B. Koordinator)
    • Vor Aufnahme der Arbeiten Sicherheitsmaßnahmen abstimmen
    • Betroffene Bereiche informieren
    • Maßnahmen für den Störungsfall festlegen
    • Einhaltung des aufgestellten Arbeitsablaufplans und der
    • Sicherheitsmaßnahmen überprüfen - Wer darf bzw. muss wo, mit welcher Arbeit, unter welchen Voraussetzungen, innerhalb welcher Zeit arbeiten - Zusätzliche Unterweisungen festlegen - Regelungen zur Persönlichen Schutzausrüstung treffen
    • Auftraggeber und Fremdunternehmer über Planänderungen unterrichten
    • Maßnahmen kontrollieren
    • Feedback-Gespräch führen und Fremdfirma bewerten

Handlungshilfe

 Autor: Stefan Johannsen, Diplom Biologe

  

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