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Unterweisung – Gefährdung durch organisatorische Mängel vermeiden | 28.06.2016

Unterweisungen sind ein wichtiger Bestandteil eines funktionierenden Arbeitsschutzsystems. Umso wichtiger ist es, dass diese in regelmäßigen Abständen oder auch anlassbezogen durchgeführt werden. Entsprechend § 12 ArbSchG haben Arbeitgeber oder die verantwortlichen Personen ihre Beschäftigten ausreichend und angemessen über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit zu unterweisen bzw. durch fachkundige Personen (wie z. B. Betriebsarzt oder SiFa / FaSi, Führungskräfte) unterweisen zu lassen (Sicherheit durch Unterweisung), insbesondere vor Aufnahme der Tätigkeit, bei Veränderung in den Aufgabenbereichen, nach Unfällen, bei Einführung neuer Arbeitsmittel oder Technologien. Die Unterweisung umfasst Anweisungen und Erläuterungen, die eigens auf den Arbeitsplatz oder den Aufgabenbereich der Beschäftigten ausgerichtet sind.

Die Verpflichtung zur Durchführung von Unterweisungen muss der Unternehmer bzw. die verantwortliche Person, sofern sie diese nicht selbst durchführt, aber auch entsprechend schriftlich übertragen (§ 13 Ab. 2 ArbSchG bzw. in dem Vertrag mit seiner Fachkraft für Arbeitssicherheit/Betriebsarzt).

Bei einer Arbeitnehmerüberlassung trifft die Pflicht zur Unterweisung den Entleiher. Er hat die Unterweisung unter Berücksichtigung der Qualifikation und der Erfahrung der Personen, die ihm zur Arbeitsleistung überlassen werden, vorzunehmen.

Ist die Unterweisung für alle Beschäftigten organisiert?

  • Es ist festgelegt, welche Unterweisungen durchgeführt werden. Dabei werden die Ergebnisse der Gefährdungsbeurteilung berücksichtigt.
  • Es ist festgelegt, welche Betriebsanweisungen zu erstellen sind. Dabei werden die Ergebnisse der Gefährdungsbeurteilung berücksichtigt.
  • Die Inhalte der Unterweisung sind festgelegt (wie Gefährdungen, Schutzmaßnahmen, auch Beschäftigungsbeschränkungen).
  • Die Betriebsanweisungen sind erstellt und ausgehängt. Es ist festgelegt, wer die Unterweisungen durchführt.
  • Besondere Personengruppen, wie Zeitarbeitnehmer, Praktikanten, Jugendliche usw. sind bei der Unterweisung und der Festlegung der Intervalle der Unterweisung mit berücksichtigt.
  • Die Vorgehensweise der Unterweisung ist festgelegt. Die Unterweisungen sind sorgfältig vorbereitet und organisiert (Zeit, Raum, Information, Hilfsmittel zur Unterweisung, wie Folien, Filme, IT-Unterstützung, interaktive Lernprogramme).

Die Fristen und Anlässe für die Unterweisung sind festgelegt:

  • Erstunterweisungen – Information über allgemeine Gefahren/Gefährdungen
  • Aufgaben- und tätigkeitsbezogene Unterweisung
  • Wiederholungsunterweisungen
  • Unterweisung bei besonderen Anlässen wie, Unfälle, Beinahe-Unfälle, neue Maschinen oder Arbeitsverfahren
  • Unterweisungen für neue Beschäftigte
  • Jugendliche (mindestens 2 x pro Jahr)!

Werden die Unterweisungen so durchgeführt, dass die Inhalte für die Beschäftigten und Zeitarbeitnehmer verständlich und umsetzbar sind?

  • Den Unterweisenden stehen Hilfsmittel zur Verfügung, um den Inhalt der Unterweisung verständlich zu machen (wie zum Beispiel Folien, Filme, interaktive Programme).
  • Die Unterweisung erfolgt in der Sprache des jeweiligen Beschäftigten.

Werden die durchgeführten Unterweisungen dokumentiert?

Die schriftliche und von allen Unterwiesenen und den Unterweisenden unterschriebene Dokumentation ist für den Unternehmer der Nachweis, dass er seiner Unterweisungsverpflichtung nachgekommen ist. Sie kann z. B. in Form des Musters aus der DGUV Vorschrift 1 "Grundsätze der Prävention" erfolgen.

 Autor: Stefan Johannsen, Dipl.-Biologe

 

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