Kommunikation für Arbeitsschutzprozesse im Betrieb regeln

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Kommunikation für Arbeitsschutzprozesse im Betrieb regeln | 12.07.2017

Für Arbeitsschutzprozesse im Betrieb ist es wichtig, dass die Kommunikationswege und Ansprechpartner klar beschrieben und alle Prozessbeteiligten ständig auf demselben aktuellen Stand gehalten werden. Dazu sollte es klare festgelegte Regelungen geben, wie Informationen zum Arbeitsschutz auf und zwischen den Hierachieebenen weitergegeben werden: wer, wem, wann, welche Informationen übermittelt.

Ist beispielsweise geregelt,

  • dass die Fachkraft für Arbeitssicherheit und Betriebsarzt mit den Verantwortlichen zusammen arbeiten und sich frühzeitig gegenseitig informieren (u.a. Berichte)?
  • bei welchen Anlässen eine Kommunikation und eine Zusammenarbeit mit externen Stellen aus arbeitsschutzrelevanter Sicht erforderlich oder zweckmäßig sind (zum Beispiel mit Arbeitsschutzämtern, Unfallversicherungsträgern, messtechnischen Einrichtungen, Sachverständigen, Feuerwehr, Arbeitsämtern, anderen Behörden)?
  • bei welchen Themen betriebsärztlicher Rat einzufordern ist?
  • wer in welchen Fällen welche Informationen an externe Stellen fertigt und weitergibt (z. B. Mutterschutzanzeigen, Unfallanzeigen, Asbestanzeigepflicht)?
  • die Länder, vertreten durch den Vorsitzenden des Länderausschusses für Arbeitsschutz und Sicherheitstechnik (LASI) / der Nationalen Arbeitsschutzkonferenz (NAK) und
  • die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAUA)
  • wie Arbeitszeitaufzeichnungen zu führen sind?
  • wer in welchen Abständen, welche Arbeitsmittel prüft und wo Mängelbeseitigungsberichte verwahrt werden?
  • wann und welche arbeitsmedizinische Vorsorge angeboten werden muss/durchzuführen ist?
  • wer zu welchem Zeitpunkt in Notfällen zu kontaktieren ist?
  • wer, wann welche arbeitsschutzrelevanten Kennzahlen ermittelt und wie diese kommuniziert werden?
  • welche Aufgaben- und Verantwortungsbereiche im Arbeitsschutz und erforderlichen Befugnisse an wen schriftlich übertragen werden (u. a. wer führt wann Unterweisungen zu welchem Thema durch)?
  • welche Personen an der Gefährdungsbeurteilung beteiligt werden soll, diese erstellen, darauf Zugriff haben sollen (Lese-/Veränderungsrechte) und die Wirksamkeitskontrolle durchführen?
  • wer die Gefährdungsbeurteilung für werdende Mütter zeitnah durchführt?
  • mit welcher Priorität welche Arbeitsschutzthemen im Arbeitsschutzausschuss gemeinsam mit dem Betriebsarzt behandelt werden (bei mehr als 20 Beschäftigten)?
  • wann und durch wen die Gefährdungsbeurteilung aktualisiert, fortgeschrieben werden soll?
  • wie mit den von den externen Stellen erhaltenen Informationen umgegangen wird?
  • dass und an wen Beschäftigte Informationen über Mängel, Gefährdungen, Störungen im Ablauf und Beinahe-Unfälle weitergeben und wie sie dies tun können (u.a. Mängelmeldungen)?
  • inwieweit die Beschäftigten ihre Ideen und Erfahrungen zur Verbesserung des Arbeitsschutzes einbringen können (zum Beispiel durch regelmäßige Gespräche mit Führungskräften, in Teambesprechungen, im Rahmen des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses, durch ein betriebliches Vorschlagswesen)?
  • wer welche Beratungsstellen kontaktieren kann, wenn es um die Wiedereingliederung erkrankter Beschäftigter geht?
  • wer, wann welche Fortbildung erhalten kann/auffrischen muss?
  • wo und in welcher Form Erst-/Brandschutzhelfer/Brandschutzordnung/Notfallplan/Flucht- und Rettungsplan, aushangpflichtige Gesetze, Sicherheitsdatenblätter, Betriebsanweisungen, Feuerlöscher den Beschäftigten jederzeit zugänglich gemacht werden müssen?
  • welche persönliche Schutzausrüstung durch wen, wann zu beschaffen ist?
  • wie die Hinweise und Verbesserungsvorschläge der Beschäftigten zum Arbeitsschutz behandelt und die Beschäftigten über das Ergebnis informiert werden?
  • welche Fremdfirma unter welchen Voraussetzungen wann was im Betrieb machen darf?
  • dass und wie zur kontinuierlichen Verbesserung der Gestaltung von Arbeitsplätzen, -umfeld und ihrer -prozesse Beschäftigte in ausreichendem Maße einzubinden sind (u. a. bei Begehungen)

 

Autor: Stefan Johannsen, Diplom-Biologe

 

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