Bestellung einer Fachkraft für Arbeitssicherheit – Qualität ist wichtiger als ein günstiger Stundensatz

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Bestellung einer Fachkraft für Arbeitssicherheit – Qualität ist wichtiger als ein günstiger Stundensatz | 12.09.2017

Die Qualität der sicherheitstechnischen Betreuung von Betrieben durch Fachkräfte für Arbeitssicherheit ist eine der wesentlichen Voraussetzungen für die Gewährleistung von Sicherheit und Gesundheit von Beschäftigten. Oftmals ist Unternehmern nicht bewusst, dass Fachkräfte für Arbeitssicherheit qualitativ unterschiedlich arbeiten.

Wichtigste Voraussetzung für erfolgreiche Arbeit von Fachkräften für Arbeitssicherheit ist, das Unternehmer offen und ernsthaft interessiert daran sind, ein rechtskonformes Arbeits- und Gesundheitsschutzsystem in ihrem Betrieb etablieren zu wollen.

Wird die Fachkraft für Arbeitssicherheit vom Unternehmer in ihrem Handeln gravierend eingeschränkt und lanciert, nur einige wenige arbeitsschutzrelevante Themen zu verfolgen oder nur teilweise bearbeiten zu können, sich aus anderen arbeitsschutzrelevanten Themen möglicherweise ganz herauszuhalten, wird das Unternehmen immer mit gebührenpflichtigen behördlichen Nachforderungen und Überprüfungen rechnen müssen.

Wichtig ist demnach bei der Bestellung einer Fachkraft für Arbeitssicherheit darauf zu achten, dass diese über einschlägige Branchenkenntnisse verfügt und ihre Ausbildung bei einer entsprechenden Berufsgenossenschaft abgeschlossen hat.

Vor der schriftlich zu schließenden Vereinbarung nach DGUV Vorschrift 2 sollte im Rahmen des Betreuungskonzeptes deutlich gemacht werden, dass ein Anteil von 25-30 % Betriebs-/ Arbeitsplatzbegehungen vorbehalten bleiben müssen und die Fachkraft für Arbeitssicherheit dem Unternehmer regelmäßig angemessen Bericht erstattet.

Unterstützend kann es auch sein, wenn die Fachkraft für Arbeitssicherheit gewisse Zusatzqualifikationen abdeckt wie z. B. Brandschutzbeauftragter, befähigte Person für Leitern und Tritte, Ladungssicherung, Regalprüfung und sich auch in Bereichen weitergebildet hat/weiterbilden wird, die für ihr Unternehmen im Rahmen von Unterweisungen interessant sein könnten, wie z.B. Lenk- und Ruhezeiten, rechtskonforme Arbeitszeitdokumentation, Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen.

Unternehmerseitig zu beachten ist, dass Sie ihrer Fachkraft für Arbeitssicherheit keine wichtigen Informationen, wie z. B. Unfallereignisse, behördliche Anordnungsschreiben, die Einführung neuer Arbeitsverfahren vorenthalten und jederzeit eine vertrauensvolle Zusammenarbeit, insbesondere für die Auswahl neuer Arbeitsmittel, ergonomischen Mobiliars, Einsatz von Gefahrstoffen, anstreben.

Die Fachkraft für Arbeitssicherheit sollte die Fähigkeit besitzen, vertrauensvoll und konstruktiv mit den anderen Arbeitsschutzakteuren zusammenzuarbeiten und auf rechtliche Missstände eindringlich hinzuweisen, was unternehmerseitig gewünscht und gefordert werden sollte.

Jedes Unternehmen sollte für sich auch Kriterien festlegen, wann es seine sicherheitstechnische Betreuung wechseln möchte. Werden arbeitsschutzrelevante Themen lediglich unzureichend bedient, ist die Rechtskonformität in Frage gestellt. Aufgeführte Fachkräfte für Arbeitssicherheit auf der Homepage der GQA (Gesellschaft für Qualität im Arbeitsschutz) haben sich gewissen Qualitätskriterien unterzogen.

Die Wahl der Fachkraft für Arbeitssicherheit sollten Unternehmer sich nicht nehmen lassen, insbesondere durch eine „Zwangsbetreuung“ wie ihn sicherheitstechnische Dienste einiger Berufsgenossenschaften praktizieren, da diese nach ihre eigenen Bedürfnisse verfolgen und personell in der Regel nur spärlich ausgestattet sind und wenig Zeit für einzelne Unternehmen aufbringen können.

Für Kleinstunternehmer sei darauf hingewiesen, dass diese sich mit der Wahl eines alternativen Betreuungsmodells („Unternehmermodell“ bis max. 50 Beschäftigte) nicht übernehmen, da die Arbeitsschutzthemen vielfältig und zum Teil komplex sind und sich nur schwer „nebenbei“ erledigen lassen.

 

Autor: Stefan Johannsen, Diplom-Biologe

 

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