Dry-Building-Syndrom – andauernde trockene und warme Luft im Büro trägt zu Atemwegsbeschwerden bei

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„Dry-Building-Syndrom“ – andauernde trockene und warme Luft im Büro trägt zu Atemwegsbeschwerden bei | 09.05.2018

Wir atmen täglich bis zu 13.000 Liter Luft und das zu 90% in geschlossenen Räumen. Leider sind luftdichte Gebäude, große Glasfassaden und Fenster, die nicht geöffnet werden können, heute in vielen Büros Standard. Nach Aussage des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation stellt dieses die Ursache für Beschwerden von über ein Viertel der Büroarbeiter in Deutschland zum Thema „trockene Luft am Arbeitsplatz“ dar.

Durch zu trockene Luft im Büro können gesundheitliche Probleme auftreten wie

  • Augenbrennen
  • Schluckbeschwerden
  • trockene Schleimhäute
  • Heiserkeit
  • Stimmstörungen
  • Hautreizungen
  • Kopfschmerzen

Feinstaub, Schimmelsporen, Pollen, Staubmilben, Bakterien und Viren halten sich bei zu trockener Luft länger im Raum.

Hinzu steigt Überall dort, wo viele Menschen lange Zeit in geschlossenen Räumen verbringen, die Gefahr, sich mit Grippe- oder Erkältungsviren anzustecken, was insbesondere in den Herbst- und Wintermonaten zum Tragen kommt.

Eine optimale Luftfeuchte von über 40 % ist für ausgehustete Grippe- und Erkältungsviren innerhalb von Minuten tödlich. Unterhalb von 40 % Luftfeuchte bleiben die Viren stundenlang infektionsfähig und können im ganzen Gebäude verteilt und eingeatmet werden.

Eine optimale Luftfeuchte kann u. a. durch

  • Herunterstellen der Heizung (20°C)
  • Stoßlüften (alle 2-3 Stunden für einige Minuten)
  • Pflanzen
  • Brunnen
  • mobile Standgeräte
  • Klimaanlage
  • Raumluftbefeuchter (Düsensysteme direkt im Raum)

unterstützend erreicht werden.

Mit der folgenden Checkliste können Sie herausfinden, ob Handlungsbedarf Raumklima-Probleme

  1. Gibt es Beschwerden zum Raumklima?
  2. Fehlen Mitarbeiter häufig wegen Atemwegserkrankungen?
  3. Werden in den Abteilungen vorwiegend sprechintensive Tätigkeiten ausgeführt?
  4. Wurden über einen längeren Zeitraum Messungen der Luftfeuchte durchgeführt?
  5. Wurden bereits über einen längeren Zeitraum Messungen der Raumtemperatur durchgeführt und falls ja, wo lagen de Werte durchschnittlich?
  6. Ist das Raumklima Bestandteil der betrieblichen Gefährdungsbeurteilung, z.B. in Form eines Raumklimakonzeptes?
  7. Wird die Raumluft zusätzlich technisch befeuchtet?
  8. Wie wird die Luftfeuchtigkeit in die Räume gebracht?
  9. Erreicht die eingesetzte Luftbefeuchtung die gewünschten Optimalwerte? (40 – 50 % r. F.)?
  10. Gab es bereits eine professionelle Beratung zur Luftbefeuchtung?

Autor: Stefan Johannsen, Diplom-Biologe

 

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