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Neue DGUV Regel 113-603 für die Branche Betonindustrie veröffentlicht

Die neue DGUV Regel 113-603 richtet sich an die Führungskräfte von Unternehmen im Bereich Betonherstellung sowie an Fachkräfte für Arbeitssicherheit bzw. Sicherheitsbeauftragte. Bei der Neuerung handelt es sich um den zweiten von insgesamt drei Teilen der Branchenregel für die Betonindustrie. Die Regel beschäftigt sich mit dem Schutz von Beschäftigten in der Herstellung von Frischbeton.

Einige wichtige Inhalte bezüglich der Gefährdungen bei unterschiedlichen Arbeiten und passende Maßnahmen haben wir im folgenden Artikel zusammengefasst.

In der Herstellung von Frischbeton kommt es besonders bei Reparaturen oder Wartungs- und Reinigungsarbeiten zu Gefährdungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, auch weil hier häufig in Alleinarbeit gehandelt wird. Unfälle passieren häufig durch das versehentliche Anlaufen von Maschinenteilen mit funktionsuntüchtigen Schutzeinrichtungen, z. B. durch Verschmutzung von Steuerungs- und Sicherheitseinrichtungen. Besonders wichtig ist daher die regelmäßige Prüfung, Wartung und Instandhaltung, um den sicheren Betrieb zu gewährleisten. Folgende grundlegende Fragen müssen sich Zuständige vorab stellen:

Was ist beim Betrieb von Gebrauchtmaschinen zu beachten?

Gemäß der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) ist der Arbeitgeber dazu verpflichtet, für Gebrauchtmaschinen vor der ersten Verwendung eine Gefährdungsbeurteilung zu erstellen und die Maschine auf Sicherheit nach dem Stand der Technik zu überprüfen. Zu berücksichtigen sind auch die folgenden besonderen Anlässe:

 

Inbetriebnahme von neuen Maschinen

Neue Maschinen müssen gemäß der europäischen Maschinenrichtlinie gebaut sein und über eine EG-Konformitätserklärung und CE-Kennzeichnung verfügen. Vor Inbetriebnahme muss in der Gefährdungsbeurteilung das Sicherheitskonzept und die Schutzeinrichtungen systematisch bewertet werden. 

 

Verschiedene Arbeitsplätze: Gefährdungen und Maßnahmen

Bei der Arbeit in der Frischbetonherstellung gibt es eine Reihe an Gefährdungen, sowohl durch das verwendete Material als auch durch die Arbeitsweisen, während der Verarbeitung. Im Folgenden finden Sie einen Überblick an Bereichen, in denen häufig Gefährdungen bei der Lagerung und im Umgang mit diesen Stoffen entstehen sowie mögliche Maßnahmen zur Vermeidung von Unfällen.

 

Gesteinskörnungen – Lagerung und sicherer Umgang

Typische Gefährdungen in der Lagerung und im Umgang mit Gesteinskörnungen sind u. a. Verletzungen durch Einsinken während des Materialabzugs.

Maßnahmen zur Vermeidung dieser und weiterer Gefahren:

 

Gefährdungen durch Bindemittel

Typische Gefährdungen wie Reizung von Haut, Atemwegen/Schleimhäuten und Gefahr von ernsthaften Augenschäden, z. B. durch Austreten von Bindemitteln bei nicht ordnungsgemäß abgeschlossenen Fördereinrichtungen, können auftreten. Das gleiche gilt bei der Reinigung von Leitungen oder bei der Probenentnahme.

Maßnahmen:

 

Betonzusatzstoffe – richtiger Umgang und Lagerung

Gefährdungen entstehen hierbei durch staubförmige Zusatzstoffe, die beim Bersten von Lager- und Fördereinrichtungen, z. B. bei zu hohem Arbeitsdruck, zu Verletzungen führen. Durch Zusatzstoffe aus Slurry (Microsilika oder Pigmente) kann es durch Spritzer beim Reinigen der Behältnisse zu Verletzungen an den Augen und an der Haut kommen. Bei der händischen Zugabe von Fasern in Kleingebinden z. B. Stahlfasern, besteht die Gefahr in den Aktionsbereich des Zwangsmischers zu kommen.

Maßnahmen zur Unterbindung derartiger Gefahren:

 

Reinigen des Betonmischers

Betonmischer müssen regelmäßig von anhaftenden Betonresten gereinigt werden. Je nach Anlage führt das Personal die Reinigungsarbeiten häufig bei geöffnetem Betonmischer durch. Besonders bei Mischanlagen wird dabei über den offenen Mischerdeckel nachgereinigt oder in den Mischer eingestiegen. Dabei ergeben sich immer wieder schwere und tödliche Unfälle, bspw. durch einen ungeplanten Anlauf der Anlage, wegen funktionsuntüchtiger Schutzeinrichtungen oder fehlender Abschaltung des Betonmischers über den Hauptschalter.

Maßnahmen:

 

Quelle: ls | Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV)

 

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