Arbeitsschutz von Werk

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Was gehört zum Arbeitsschutz von Werk- und Objektschützern? | 21.07.2021

Der Werk- und Objektschutz ist ein Aufgabenbereich von Sicherheitsfachkräften. Mit einer abgeschlossenen Ausbildung zur Sicherheitsfachkraft inkl. Sachkundeprüfung nach § 34a GewO ist eine Tätigkeit in diesem Bereich möglich – beim reinen Objekt- und Werkschutz reicht sogar bereits die Unterrichtung nach § 34a GewO aus. Wie bei jedem anderen Gewerbe auch sind dabei gewisse Maßnahmen bezüglich der Arbeitssicherheit einzuhalten. Wie würde ein Arbeitsalltag als Werk- und Objektschützer im Hinblick auf die Arbeitssicherheit aussehen? Welche Voraussetzungen sind für eine solche Tätigkeit mitzubringen? Worin liegt der Unterschied zwischen Werk- und Objektschutz? 

Voraussetzungen für eine Tätigkeit als Werk- und Objektschützer

Wer gewerblich als Werk- oder Objektschützer arbeiten möchte, kann dies im einfachsten Fall über ein bestehendes Sicherheitsgewerbe tun: Dann reicht bereits die Unterrichtung nach § 34a GewO durch die IHK, die grundsätzliche Mindestvoraussetzung für alle, die im Bewachungsgewerbe tätig sein möchten. Diese Unterrichtung findet in deutscher Sprache statt und umfasst einen Unterricht von 40 Einheiten zu je 45 Minuten. Entsprechende Voraussetzungen für die Unterrichtung sind ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache (mindestens B1 Niveau) sowie eine Anwesenheitspflicht bei allen Unterrichtseinheiten.

Sachkundeprüfung nach § 34a GewO

Im Rahmen der Unterrichtung wird durch Fragen sowohl schriftlich als auch mündlich geprüft, ob der Unterrichtete mit den entsprechenden rechtlichen Vorschriften inkl. Pflichten und Befugnisse sowie mit deren Anwendung in der Praxis vertraut ist. Die erfolgreich abgelegte Unterrichtung erlaubt eine Tätigkeit im Objekt- und Werkschutz, im Streifendienst, im Geld- und Werttransport sowie als Sicherheitskurier, für eine Tätigkeit beim Empfang, im Veranstaltungsschutz, Personenschutz sowie im Ermittlungsdienst. Oft ist darüber hinaus jedoch noch ein 34a Schein für sicherheitsbezogene Tätigkeiten notwendig – vor allem dann, wenn die Tätigkeit mit mehr Verantwortung verbunden ist oder die breite Öffentlichkeit betrifft: Zum Beispiel für Kontrollgänge auf der öffentlichen Straße, für den Einsatz als Kaufhausdetektiv oder Türsteher, für leitende Funktionen bei der Sicherung von Großveranstaltungen oder – und das ist das wichtigste – für Geschäftsführer oder Einzelinhaber einer Bewachungsfirma.

Alternativen zur Unterrichtung oder Sachkundeprüfung nach § 34a GewO

Alternativ zur Unterrichtung oder entsprechend zur Sachkundeprüfung nach § 34a GewO berechtigt auch eine abgeschlossene Ausbildung zur Fachkraft für Schutz und Sicherheit oder ein IHK geprüfte Schutz- und Sicherheitskraft Zertifikat sowie ein Meister für Schutz und Sicherheit zur Aufnahme einer der oben beschriebenen Tätigkeiten. Wer bereits entsprechende Abschlüsse im mittleren Polizei- oder Justizvollzugsdienst, im Zolldienst oder als Feldjäger bei der Bundeswehr vorzuweisen hat, kann damit ebenfalls die entsprechenden Tätigkeiten aufnehmen.

Arbeitssicherheit als Werk- und Objektschützer

Die Tätigkeit als Sicherheitsfachkraft ist von Natur aus mit einem höheren Gefahrenpotential verbunden – jedoch nicht nur bezüglich Gefahren von außen, auch wegen Gefahren, die sich durch das zu schützende Objekt selbst ergeben. Entsprechend schließen Maßnahmen im Sinne der Arbeitssicherheit nicht nur personelle Schutzmaßnahmen, sondern auch Unterrichtungen über das Objekt selbst mit ein.

Personelle Schutzmaßnahmen

Beschäftigte im Objektschutz müssen die dafür nötige körperliche und geistige Belastungsfähigkeit mitbringen und im Verlauf ihrer Tätigkeit auch für dessen Sicherstellung sorgen: Es sind Maßnahmen gegen Ermüdung und Konzentrationsmangel zu ergreifen – zum Beispiel durch verschiedenartige Aufgaben, um Monotonie oder Routine vorzubeugen. Je nach Tätigkeit ist auch entsprechende Sicherheitskleidung zu tragen, meistens z.B. Sicherheitsschuhe, vor Angriffen schützende oder auch einfach nur warme Kleidung.

Schutzmaßnahmen rund um das Objekt bzw. das Werk

Weil das Objekt und die Umgebung bei Nacht anders aussehen und ggf. auch anders funktionieren als tagsüber, müssen Sicherheitskräfte im Objektschutz sowohl tagsüber als auch nachts unterwiesen werden. Außerdem sind sämtliche Beschäftigte über mögliche Sturz- und Stolperstellen zu unterweisen. Beispiele hierfür sind nicht nur Treppen, Stufen oder Rampen, sondern auch glatte oder nasse Bodenbeläge, Kabel oder Bereiche mit schlechter Ausleuchtung.

Sicherheitskräfte sind ebenso über mögliche aktiv von der Anlage ausgehenden Gefahren zu informieren: Dazu zählen mögliche Quetschstellen durch bewegliche Teile wie Türen, Wägen, Laufbänder, Schranken oder Maschinen ebenso wie die Präsenz brennbarer Flüssigkeiten und Explosivstoffe, infektiösen oder radioaktiven Materials sowie gesundheitsgefährdender Chemikalien. Beispiele hierfür sind chemische Industriebetriebe, Krankenhäuser, Forschungszentren oder ähnliches.

Unterscheidung Objekt- und Werkschutz

Der Objektschutz und der Werkschutz sind zwei sich überschneidende Tätigkeitsbereiche, die auf Grund ihrer gemeinsamen und ähnlichen Inhalte oft in einem Zug genannt werden. Der Objektschutz ist jedoch allgemeiner gefasst und dem Werkschutz gewissermaßen übergeordnet: Wer im Objektschutz tätig ist, kann problemlos im Werkschutz arbeiten – umgekehrt geht das aber nicht.

Objektschutz

Wenn die Sicherheit von Objekten durch Bewachung gewährleistet wird, fällt dies unter den Objektschutz. Ein solches Objekt ist in diesem Rahmen vor der Kontroll- oder Besitzübernahme sowie vor der Beschädigung oder Zerstörung durch Dritte zu schützen. Der Objektschutz kann sowohl durch staatliche als auch durch gewerbliche Dienstleister durchgeführt werden (Militär, Polizei, Sicherheitsfirmen). Zu schützende Objekte können sowohl mobil als auch immobil sein: Beispiele sind Gebäude, Maschinen und Anlagen, Großfahrzeuge, Geldtransporter und Castor-Transporter. Im konkreten Fall handelt es sich bei dem Schutz einer Wohnsiedlung beispielsweise um Objektschutz, ebenso beim Schutz eines Atomkraftwerks, eines Munitionslagers, einer industriellen Anlage oder einer einzelnen Maschine. Der Objektschutz schließt nicht nur die direkte Beobachtung des zu schützenden Objekts mit ein, sondern beinhaltet auch Maßnahmen wie Einlasskontrollen und Identitätsfeststellungen, Durchsuchungen, Straßensperren oder Streifendiensten. Neben den eigentlichen Sicherheitsfachkräften dienen auch Einrichtungen wie Schranken, Videokameras, Zäune und ähnliches zu den Ressourcen im Objektschutz.

Werkschutz

Der Werkschutz eines Unternehmens ist für die Bewachung der unternehmenseigenen Anlagen und Güter verantwortlich. Es handelt sich beim Werkschutz also um einen internen, unternehmenseigenen Sicherheitsdienst. Er hat den Auftrag, den Betrieb und seine Mitarbeiter vor Schäden oder Zerstörung zu schützen sowie Gefahren einzuschätzen und abzuwenden. Auch die Aufrechterhaltung und Sicherstellung der allgemeinen Ordnung ist ein Aufgabenbereich. Ebenso kann der Werkschutz für den Arbeitsschutz zuständig sein. Weil der Werkschutz nur für das eigene Unternehmen arbeitet, gelten für Mitarbeiter im Werkschutz keine gesetzlichen Mindestanforderungen – es braucht also weder eine Ausbildung zur Sicherheitsfachkraft noch eine Sachkundeprüfung oder eine Unterrichtung nach § 34a GewO. Dies gilt nicht, wenn für den Werkschutz ein externer Sicherheitsdienstleister beauftragt wird, der den Betrieb dann als Objektschützer schützt.

Es wird deutlich, dass der Werkschutz genau genommen den internen Schutz eines Gewerbes bzw. Industriebetriebs beschreibt. Bei Sicherheitsdienstleistern wird im Zusammenhang mit Objektschutz jedoch ebenfalls von Werkschutz gesprochen, weil Sicherheitsdienstleister im Rahmen ihrer Tätigkeit als Objektschützer die Funktion eines (externen) Werkschutzes übernehmen können.

 

Autor:
Marvin Bauch, freier Autor