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Corona-Pandemie sorgt für die niedrigsten Zahlen seit langem | 25.06.2021

Arbeitgeber sind verpflichtet, Arbeits- und Wegeunfälle dann zu melden, wenn diese zu einem Ausfall der beschäftigten Person von mehr als drei Tagen führt oder wenn dabei der Tod von Versicherten eintritt. Erfasst werden dabei Unfälle in Betrieben und Einrichtungen der gewerblichen Wirtschaft sowie Unfälle, die sich beim Besuch einer Bildungseinrichtung ereignen. In einer Pressemitteilung vom 15.06.2021 veröffentlichte die Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) nun die Kennzahlen der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen für das Jahr 2020.

Demzufolge sank die Zahl der Unfälle durch die veränderten Arbeitsbedingungen und die häufige Nutzung des heimischen Umfelds als Arbeitsplatz auf einen historischen Tiefstand. Die meldepflichtigen Arbeitsunfälle sanken von 871.547 Unfällen im Jahr 2019 auf 760.492 im Jahr 2020 was einen Rückgang um fast 13 % darstellt. Bei der Zahl der meldepflichtigen Wegeunfälle gingen die Kennwerte um circa 18 % auf 152.823 zurück.

 

Tödliche Unfälle

Auch die Zahl der tödlichen Arbeits- oder Wegeunfälle sank im vergangen Jahr deutlich. Dementsprechend starben im letzten Jahr 399 Personen an den Folgen eines Arbeitsunfalls, was einen Rückgang um 98 Personen im Vorjahr darstellt. Bei den tödlichen Wegeunfällen lässt sich ein ähnlicher Trend verzeichnen: Der Rückgang betrug ungefähr 23 % und verringerte sich damit auf 238 Menschen. Trotz der erfreulichen Wende weißt die DGUV an dieser Stelle auch darauf hin, dass der Rückgang nur zum Teil der Pandemie zuzuschreiben ist – viele Unfälle aus den Jahren 2000 bis 2005 wurden erst nachträglich im Jahr 2019 in die Statistik aufgenommen und erhöhten hier den Wert der Arbeitsunfälle signifikant.

 

Ursachen für den Rückgang

Laut Stefan Hussy, Hauptgeschäftsführer der DGUV seien die Kennzahlen des Jahrs 2020 ein klares Abbild des prägenden Alltags während der Pandemie im vergangenen Jahr. Homeoffice, Homeschooling und die allgemein eingeschränkte Mobilität hat maßgeblich dazu beigetragen.

 

Häufung des Verdachts auf Berufskrankheiten

Im Gegensatz zu den Zahlen bezüglich der Arbeits- und Wegeunfälle wurde im Jahr 2020 ein Zuwachs an Anzeigen auf Verdacht einer Berufskrankheit verzeichnet. Folgende Zahlen wurden hierzu veröffentlich:

 

Unter gewissen Umständen wurden die COVID-19-Erkrankungen als Berufskrankheit anerkannt und sorgten für den Anstieg der Zahlen in diesem Bereich. Von den Anzeigen der COVID-19-Erkrankungen wurden 18.065 anerkannt, weitere Fälle werden noch im laufenden Jahr 2021 bearbeitet und entschieden. Die restlichen gemeldeten Berufskrankheiten gingen dagegen leicht zurück. Von den 52.956 Fällen der gemeldeten Krankheiten wurden 37.181 Fälle als Berufskrankheit anerkannt, was einem Anstieg von über 100 % im Vergleich zum Jahr 2019 entspricht. Trotz der hohen Zahlen gab es einen erfreulichen Rückgang in den Sterbezahlen infolge einer Berufskrankheit: Insgesamt starben 2.380 Menschen infolge einer Berufskrankheit, was 175 Personen weniger sind als im Jahr 2019.

 

Quelle: ls | www.dguv.de

 

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