Hitze am Arbeitsplatz

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Hitze am Arbeitsplatz  | 05.05.2015

Die Temperaturen steigen, die Sonne scheint – es wird Sommer. Was eigentlich jeden freut, kann für manche eine deutlich größere Belastung in ihrem Arbeitsumfeld bedeuten. Hitzearbeit ist nicht nur an den bekannten Arbeitsplätzen wie Hochöfen und Schmieden ein wichtiges Thema. Auch in Bereichen wie der Gastronomie oder in Bäderbetrieben kann es zu einem Problem werden. Gerade im Sommer wird die Hitze am Arbeitsplatz auch in normalerweise nicht Hitze belasteten Bereichen zum Thema. Die Folgen können schwerwiegend und langanhaltend sein.

Wenn im Hochsommer die Außentemperaturen auf über 30 °C klettern und die Sonne den ganzen Tag vom Himmel scheint, bedeutet das für die einen die Eröffnung der Freibadsaison, für die anderen eine deutliche Erschwerung ihrer Arbeitsbedingungen.
Da ist nicht nur der Pizzabäcker am heißen Ofen zusätzlich belastet, wenn die Sonne durch die Fenster scheint und den Raum darüber hinaus noch aufheizt. Auch der „normale Büroarbeiter“ kann mit den Folgen sommerlicher Höchsttemperaturen in Kombination mit einem nicht oder nur schlecht funktionierenden Belüftungssystem zu kämpfen haben.
Von der DGUV wird der Begriff Hitzearbeit wie folgt definiert: „Hitzearbeit ist Arbeit, bei der es infolge kombinierter Belastung aus Hitze, körperlicher Arbeit und gegebenenfalls Bekleidung zu einer Erwärmung des Körpers und damit zu einem Anstieg der Körpertemperatur kommt.“

Beeinflussende Faktoren

Einige Klimagrößen beeinflussen den Arbeitnehmer an seinem Arbeitsplatz. So sind Lufttemperatur, Luftfeuchtigkeit, Luftgeschwindigkeit und Wärmestrahlung wichtige Punkte die bei einer Beurteilung der Hitzebelastung unbedingt berücksichtigt werden sollten.
Ist zum Beispiel die Lufttemperatur geringer als die Hauttemperatur (ca. 32 °C) wird der Körper abgekühlt. Ist sie höher, erwärmt sie den Körper. Bei der Luftfeuchtigkeit verhält es sich ähnlich. Ist diese gering, fördert das die Verdunstung des Schweißes auf der Haut und kühlt somit den Körper. Ist die Luftfeuchtigkeit zu hoch, erschwert es die Verdunstung und das Abkühlen. Die Luftgeschwindigkeit dagegen kann den Effekt der Lufttemperatur nur verstärken. Das heißt ist die Temperatur hoch, steigert eine hohe Luftgeschwindigkeit die Erwärmung des Körpers. Bei niedriger Temperatur erhöht sich die Abkühlung. Die Wärmestrahlung heißer Oberflächen oder Arbeitsmittel ist gerade im Arbeitsumfeld ein wichtiger Faktor. So stellen glühende Werkstücke, ein Pizza-Ofen oder auch metallische Oberflächen die von der Sonne aufgeheizt werden ein zusätzliches Gefährdungsrisiko dar.
Weiterer Einflussfaktor ist zum Beispiel die Kleidung des Arbeitnehmers. Vor allem die Schutzkleidung spielt hier eine wichtige Rolle. Jede Kleidung hat einen unterschiedlichen Isolationswert. So ist die „normale Kleidung“ oftmals mit einem niedrigeren Isolationswert zu beurteilen als Schutzkleidung, da diese ja einen gewissen Schutzzweck zu erfüllen hat.

Gefahren erkennen und vermeiden

Die allgemein bekannten Folgen von übermäßiger Hitzebelastung sind Kreislaufversagen (Hitzekollaps), Kopfschmerz, Schwächeempfinden, Schwindel, Rötung der Haut und auch Herzjagen oder Ohnmacht. Wird dem Körper bei dieser Belastung auch noch zusätzlich zu wenig Flüssigkeit zugeführt, kann es schnell zu einer Hitzeerschöpfung kommen. Das äußert sich vor allem durch Koordinationsstörungen, Schläfrigkeit oder Unruhe, bis hin zur Bewusstlosigkeit. Auch der Salzmangel, der bei einer extrem hohen Schweißabgabe eintritt, ist nicht außer Acht zu lassen. Dadurch können ebenfalls Symptome wie Kopfscherz, Übelkeit, erhöhte Reizbarkeit oder Muskelkrämpfe auftreten. Der bekannte Sonnenstich trifft vor allem Arbeitnehmer, deren Arbeitsplatz sich im Freien befindet und die einer intensiven Sonnenbestrahlung ausgesetzt sind.
Bei Langzeitschäden sind hauptsächlich schwere Augenschäden zu beachten, zum Beispiel hervorgerufen durch das langjährige Beobachten glühender Masse.

Um das Gefährdungsrisiko für Ihre Mitarbeiter so gering wie möglich zu halten und damit auch die Leistungsfähigkeit, gerade im heißen Sommer, nicht absinken zu lassen, empfiehlt es sich rechtzeitig einige Gegen- und Schutzmaßnahmen einzuleiten. So ist darauf zu achten, dass eine stete Luftzuführung sowie ggf. Luftkühlung gegeben ist. Heiße Flächen können effektiv mit Wasser gekühlt werden, wobei hier darauf zu achten ist, dass es bei offenen Systemen nicht zu einer höheren Luftfeuchtigkeit kommt, welche wiederum für den Arbeitnehmer eine zusätzliche Belastung darstellen würde. Achten Sie darauf, Ihre Mitarbeiter im richtigen Verhalten an eben diesen Hitzearbeitsplätzen unterwiesen zu haben. Stellen Sie nötigenfalls eine freie Wasserquelle zur Verfügung und schaffen sie „Pflichtpausen“, in denen die Möglichkeit zur Abkühlung gegeben wird. In Büroräumen bieten sich Schutzgläser an und ein gutes Belüftungssystem, da viele Büroräume wegen der Unfallgefahr nicht manuell zu lüften sind.
Die Möglichkeiten für Sie als Arbeitgeber sind vielfältig und welche genau die passende für Ihre unterschiedlichen Arbeitsbereiche ist finden Sie am besten selbst heraus. Wenn sie nähere Informationen und Empfehlungen benötigen, sehen Sie gerne in der BG-Information „Hitzearbeit erkennen – beurteilen – schützen“ nach.

lm/iga

 

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