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Richtige Beleuchtung – Gefährdungen und Belastungen vermeiden | 16.02.2016

In der Arbeitsstättenverordnung wird geregelt wie hoch die Beleuchtungsstärke für den jeweilgen Arbeitsberech sein muss. Neben der bloßen Beleuchtungssträrke spielen aber auch Lichtrichtung und Schattigkeit oder die richtige Farbwiedergabe eine wichtige Rolle.

Regelungen zur Ausführung der Beleuchtung für Arbeitsräume und Verkehrswege enthält die Arbeitsstättenverordnung. Die Beleuchtung muss sich nach Art der Sehaufgabe richten und wird durch folgende Faktoren bestimmt:

  • Beleuchtungsstärke (gemessen in Lux)
  • Leuchtdichteverteilung
  • Begrenzung der Blendung Lichtrichtung und Schattigkeit
  • Lichtfarbe und Farbwiedergabe

Beleuchtungsstärke, Anzahl und Abstand der vorhandenen Leuchten im Raum oder Raumzone, machen die Stärke einer Beleuchtung aus. Mit steigender Beleuchtungsstärke wird sowohl die Sehleistung als auch die Aufmerksamkeit, Wachsamkeit und Konzentration erhöht.

Entsprechend der Sehaufgabe haben sich folgende Beleuchtungsstärken bewährt:

  • 50 Lux: Verkehrswege in Gebäuden für Personen, Lagerräume für gleichartiges oder großteiliges Lagergut, Produktions- und verfahrenstechnische Anlagen.
  • 100 Lux: Verkehrswege in Gebäuden für Personen mit Fahrzeugen, Lagerräume mit Suchaufgabe, Treppen, Produktionsanlagen mit gelegentlichem manuellen Eingriff.
  • 200 Lux: Lagerräume mit Leseaufgabe, Versandbereich, ständig besetzte Arbeitsplätze in Anlagen, Räume mit Publikumsverkehr in Büros.
  • 300 Lux: Verkaufsräume, Kfz-Werkstätten, Laboratorien in der chemischen Industrie, Schweißen, Verarbeitung leichter Bleche.
  • 500 Lux: Büroräume, Küchen, Sanitätsräume, Reparaturwerkstätten für Radio, Fernsehen, Arbeiten an Druckmaschinen, Holzbearbeitungsmaschinen, Drehen, Fräsen.
  • 750 Lux: Großraumbüros mit hoher Reflexion, Kontrollplätze in der Metallverarbeitung, Lackiererei, Papiersortierung.
  • 1000 Lux: Großraumbüro mit mittlerer Reflexion, Qualitätskontrolle (hohe Anforderung), Werkzeug-, Lehren- und Vorrichtungsbau, Feinmontage.
  • 1500 Lux: Montage elektronischer Bauteile.

Eine ausreichende Sicherheitsbeleuchtung sollte in den genannten Fällen vorgesehen werden.

Für Rettungswege, wenn schnelles Verlassen der Arbeitsplätze/Räume nicht gewährleistet ist, z. B.:

  • in Arbeits- und Lagerräumen mit mehr als 2000 m2 Grundfläche,
  • wenn Arbeits-/Pausenräume mehr als 22 m über Geländeoberfläche liegen,
  • in Arbeitsräumen ohne Fenster und Oberlichter mit mehr als 100 m2 Fläche,
  • in explosions- und giftstoffgefährdeten Arbeitsräumen mit mehr als 100 m2 Fläche.

Für Notausgänge, z. B. in folgenden Räumen mit Grundflächen von 30 bis 100 m2:

  • Arbeitsräume ohne Fenster, Oberlichter,
  • explosions- und giftstoffgefährdeten Räumen,
  • in Laboratorien mit mehr als 600 m2 Grundfläche.

Für Arbeitsplätze wo besondere Gefahren vorkommen können, sind z. B.:

  • Heiße Bäder oder Schmelzen.
  • Arbeitsplätze, wo mit explosionsgefährlichen oder sehr giftigen, stark ätzenden Stoffen umgegangen wird.
  • Arbeitsplätze mit schnell laufenden Maschinen.

Die Beleuchtungsstärke für Rettungswege beträgt 1 Lux, die Beleuchtungsstärke für Arbeitsplätze mit besonderer Gefährdung beträgt 15 Lux.

Stimmen die Lichtrichtung und Schattigkeit?

  • Anzahl, Verteilung und Anordnung der Leuchten im Raum bestimmen die Lichtrichtung und die Schattigkeit.
  • Zur guten Erkennbarkeit von Körpern und ihrer Flächen im Raum muss eine ausreichende Schattenwirkung durch die Lichtquellen erzielt werden.
  • Indirekte Beleuchtung wird wegen ihrer Schattenarmut ebenso unangenehm empfunden wie direkte Beleuchtung mit z. B. nur einer Lichtquelle und harten Schlagschatten.
  • Anzustreben sind ausgewogene Schatten mit weichen Rändern.
  • Dabei sollte der Hauptanteil des Lichtes wie bei natürlichem Licht seitlich von oben einfallen.
  • Ein geringer Teil sollte als Licht durch Wand- oder Deckenreflexion indirekt erzeugt werden.

Stimmen die Farbwiedergabe und Lichtfarbe?

  • Weißes Licht enthält Strahlung verschiedener Wellenlängen, die nach Durchgang durch ein Prisma als Farben wie beim Regenbogen sichtbar werden.
  • Das Licht künstlicher Lichtquellen weicht in seiner Farbzusammensetzung von der des Sonnenlichtes ab. Je nachdem welche Farbanteile überwiegen, wirkt weißes Licht der Glühlampe gelblich-warm oder der Quecksilberdampfhochdrucklampe bläulich-kalt.

In Bezug auf ihre Lichtfarbe unterscheidet man:

  • Tageslichtweiß (tw)
  • Neutralweiß (nw)
  • Warmweiß (ww)

Für Büroräume, Produktionsstätten, Räume zur Erholung und Entspannung wird warmweiße Beleuchtung, für Farbprüfung und Qualitätskontrolle mit hohen Nennbeleuchtungsstärken tageslicht-weiße Beleuchtung bevorzugt.

 

Autor: Stefan Johannsen, Diplom-Biologe

 

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