Hitze am Arbeitsplatz

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Hitze am Arbeitsplatz – Situation prüfen, Maßnahmen zügig umsetzen | 06.06.2018

Im Rahmen der Arbeitsstättenplanung hat der Arbeitgeber bei seiner Gefährdungsbeurteilung nach § 3 Arbeitsstättenverordnung den sommerlichen Wärmeschutz im Vorwege mit zu beurteilen und entsprechende Maßnahmen wie Abschirmungen durch Dachüberstände, Auskragungen, regulierbare Außen- oder Innenjalousien, reflektierende Rollläden, Sonnenschutzverglasungen, hinterlüftete Markisen, absorbierendes oder reflektierendes Fensterglas, feststehende Lamellen oder Bepflanzungen zu ergreifen.

Wird die zulässige Temperatur am Arbeitsplatz überschritten, was in den Sommermonaten häufiger vorkommt, sind arbeitgeberseitig adäquate technische und organisatorische Maßnahmen umzusetzen, um Menschen das Arbeiten auch bei extrem hohen Temperaturen erträglich zu gestalten.

Ab 26 Grad Celsius am Arbeitsplatz ist der Arbeitgeber verpflichtet, entsprechend der Arbeitsstättenverordnung in Verbindung mit der ASR A 3.5 "Raumtemperaturen" gezielt Schutzmaßnahmen nach dem T-O-P Prinzip zu ergreifen.

Zu den prioritär auszuschöpfenden möglichen technischen Schutzmaßnahmen zählen z. B.:

  • natürliche Lüftung oder lüftungstechnische Anlagen (Ventilatoren z. B. an Decken oder auf Tischen, Luftduschen).
  • In räumlich beengten Bereichen wie Steuerständen oder Krankabinen sollte die zugeführte Luft gekühlt werden. Dabei sollte die Temperaturdifferenz zwischen gekühlten Raum und der Umgebung 4 bis 6 °C nicht übersteigen.
  • Die Klimatisierung von Arbeitsplätzen/-bereichen ist anzustreben; die ausreichende Funktion im Vorwege sicherzustellen
  • Schutz vor Wärmestrahlung: z. B. durch Anlagenkapselung, Schutzgläser, Drahtgewebe, Hitzeschutzschirme, Kettenvorhänge

Organisatorische und Persönliche Schutzmaßnahmen können u. a. sein

  • häufigere Pausen gewähren
  • Unterweisung zu effektiver Steuerung und Einstellung von Sonnenschutz und Verhalten bei Hitze
  • Lockerung des Dress Code (Krawatte, Weste, Schuhe)
  • Reduzierung der Wärmentwicklung von unnötig laufenden elektrischen Geräten
  • kostenloses Wasserangebot (keine zu kalten Getränke, Kaffee oder zu viel Kohlensäure)
  • ausreichend trinken (durchaus 3-4 Liter/Tag, um den Salz-/Elektrolytverlust vorzubeugen)
  • Verlagerung schwerer Arbeit in die frühen Morgenstunden (Gleitzeit)
  • morgendliches Stoßlüften
  • Arbeit mit zu tragender PSA (Anzüge, Maske) täglich begrenzen und möglichst nicht bei Mittagshitze
  • erweitertes Obst- und Salatangebot schaffen
  • Verlagerung von Terminen in die frühen Arbeitsstunden (Gleitzeit)
  • luftdurchlässige Kleidung tragen.
  • Handgelenke, Armbeugen, Nacken bei Bedarf kühlen

Organisatorische und Persönliche Schutzmaßnahmen können u. a. sein

Lufttemperatur in Gebäuden am besten stündlich am Arbeitsplatz messen und kontrollieren, in 60cm Höhe bei sitzenden und 110 cm Höhe bei stehenden Tätigkeiten. Räume, die den Wert von 35 Grad Celsius überschreiten sind, ohne spezielle Schutzmaßnahmen wie bei Hitzearbeiten, als Arbeitsräume ungeeignet.

Autor: Stefan Johannsen, Diplom-Biologe

 

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