Das perfekte Raumklima

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Wie Sie für das perfekte Raumklima sorgen | 08.01.2020

Gerade im Winter vergessen viele regelmäßig zu lüften, was nicht nur zu einem schlechten Raumklima führt sondern im schlimmsten Fall zu Schimmel führen kann. Aber auch Späne, Stäube und Gase in der Produktion können für ein unangenehmes Raumklima führen, was für die Mitarbeiter sogar gesundheitsschädigend sein kann. Ob im Büro, im Lager oder in der Produktionshalle – als Verantwortlicher müssen Sie Ihren Mitarbeitern ein optimales Raumklima bieten.

Laut der Arbeitsstättenregel ASR A3.6 „Lüftung“ muss in Arbeitsräumen in ausreichender Menge zuträgliche Atemluft für die Mitarbeiter zur Verfügung stehen. Eine Verschlechterung der Luftqualität durch sogenannte Lasten, wie Stofflasten, Feuchtelasten oder Wärmelasten sind so weit wie möglich zu vermeiden bzw. zu minimieren.

Stofflasten

Die Ursachen für Stofflasten können z. B. sein:

  • Anwesenheit von Beschäftigten und sonstigen Personen (Emission von CO2 und Geruchsstoffen)
  • Emissionen aus Bauprodukten oder Einrichtungsgegenständen (z. B. aus Tätigkeiten mit Gefahrstoffen oder biologischen Arbeitsstoffen) oder von außen
  • Auftreten von Schimmel
  • Radon, das in einigen Gebieten Deutschlands aus dem Untergrund in das Gebäude eindringen kann

Feuchtelast

Feuchtelasten können z. B. durch die Wasserdampfabgabe aus Prozessen oder der anwesenden Person entstehen. Falls der Arbeitsraum betriebsbedingt Feuchtelasten aufweisen muss, dann gelten folgende Richtlinien zur maximalen Luftfeuchtigkeit, die eingehalten werden müssen:

  • Bei einer Lufttemperatur von +20°C darf die relative Luftfeuchtigkeit nicht 80% übersteigen.
  • Bei einer Lufttemperatur von +22°C darf die relative Luftfeuchtigkeit nicht 70% übersteigen.
  • Bei einer Lufttemperatur von +24°C darf die relative Luftfeuchtigkeit nicht 62% übersteigen.
  • Bei einer Lufttemperatur von +26°C darf die relative Luftfeuchtigkeit nicht 55% übersteigen.

Wärmelasten

Wärme lasten können durch folgende Faktoren entstehen:

  • Geräte und Maschinen
  • Sonneneinstrahlung
  • Künstliche Beleuchtung
  • Personen

Diese Faktoren sollten weitestgehend minimiert werden, ohne dabei die Anforderungen der Raumtemperaturen laut ASR A3.5 außer Acht zu lassen.

Der wichtigste Schritt für die Verbesserung des Raumklimas ist die freie Lüftung oder Fensterlüftung genannt. Dabei sollten die Arbeitsräume möglichst gleichmäßig gelüftet werden und die Dauer und Intensität so gestaltet werden, dass Zugluft vermieden wird. Ganz wichtig ist hierbei auch die regelmäßige Stoßlüftung. Dieser kurzzeitige, intensive Luftaustausch sollte in der Regel ca. drei bis zehn Minuten lang dauern.

Quelle: Handbuch Betriebsbegehung - FORUM Verlag Herkert GmbH

 

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