Arbeitsstättensicherheit | 28.01.2014

Die Anwendungsgebiete von LED-Leuchten haben sich in den letzten Jahren enorm vergrößert. Technische Weiterentwicklungen und zahlreiche Vorteile gegenüber herkömmlichen Lampen machen diese nun auch für viele Unternehmer interessant. Häufig sind allerdings noch viele Fragen zur Nutzbarkeit und den arbeitsschutzrechtlichen Vorgaben offen. Sind LEDs schon für einen großflächigen Einsatz geeignet?

 

Die technische Weiterentwicklung von LEDs geht rasant voran. Für viele Unternehmer stellt sich daher die Frage, ob ein Umstieg zum jetzigen Zeitpunkt sinnvoll ist. Fraglich ist dabei vor allem, ob eine Anschaffung rentabel und die Qualität von LEDs bereits hoch genug ist. Doch auch die arbeitsschutzrechtlichen Vorschriften gemäß ASR A3.4 „Beleuchtung“ und der Arbeitsschutzverordnung zu künstlicher optischer Strahlung (OStrV) werfen viele Fragen auf.


LEDs – bereits in der Praxis sinnvoll?
Die Abkürzung LED steht für light-emitting diode, bzw. lichtemittierende Diode. Fließt durch die LED Strom, gibt sie Licht sowie Infrarot- und UV-Strahlung ab. Gewöhnliche LEDs strahlen das Licht gebündelt aus, weswegen sie sehr hell sind.

LEDs bieten viele Vorteile. Sie sind klein, unbegrenzt schaltbar und haben eine sehr lange Lebensdauer von bis zu 50.000 Stunden. In der Praxis kommen sie bereits immer häufiger bei Orientierungs- und Rettungszeichenleuchten zum Einsatz. Doch auch bei Deckenleuchten erzielen LEDs mittlerweile ähnlich gute Ergebnisse wie Energiesparlampen.

Jedoch ist ihre Anwendung in der Allgemeinbeleuchtung nur mit z. B. vorgespannten Linsen möglich, die das Licht in die Breite streuen. Organische LEDs (OLEDs) hingegen sind für eine flächige Beleuchtung grundsätzlich besser geeignet, erreichen jedoch momentan noch eine deutlich zu geringe Lichtausbeute. Damit sind diese für die Praxis noch nicht sinnvoll einsetzbar. Problematisch bei den normalen LEDs kann außerdem die Blendung aufgrund der hohen Leuchtdichte sein. Die Farbwiedergabe hingegen ist in der Regel zufriedenstellend. Mängel lassen sich meist mit bloßem Auge nicht erkennen, jedoch geben vor allem warme Farben oft zu wenig Licht ab.


LED-Retrofit
Als LED-Retrofits versteht man Lampen, welche im Inneren auf LED-Technik setzen, allerdings in bereits bestehende Gehäuseformen gebaut sind. Somit lassen sich diese in bekannte Fassungen schrauben. So kann eine LED auch als Glühlampenersatz dienen. Kompaktleuchtstofflampen sind jedoch ergiebiger und auch Halogenlampen bieten eine interessante Alternative. Jedoch haben LED-Retrofits großes Zukunftspotential. Unternehmer sollten jedoch darauf achten, eine umfassende Gefährdungsbeurteilung zu erstellen. Denn neben den Vorschriften zur Beleuchtung nach der ASR A3.4 müssen vor allem die Grenzwerte der LEDs gemäß OStrV beachtet werden.


OStrV
Der Arbeitgeber ist zum Schutz der Angestellten vor optischer Strahlung verpflichtet. Hierbei muss er sich nach den Vorschriften und Grenzwerten der Verordnung zum Schutz der Beschäftigten vor Gefährdungen durch künstliche optische Strahlung (OStrV) richten. Demnach muss er die Exposition messen und bewerten, welcher der Arbeitnehmer ausgesetzt ist. Auf Grundlage dieser Daten ist er verpflichtet, Schutzmaßnahmen zu ergreifen, um die vorgegebenen Grenzwerte in jedem Fall einzuhalten. Bei Gefahren durch kohärente Strahlung, welche unter anderem durch Laser verursacht wird, wäre dies z. B. das Bereitstellen von entsprechender PSA. LEDs dagegen verursachen eine inkohärente Strahlung.


Was ist optische Strahlung?
Als optische Strahlung bezeichnet man die elektromagnetische Strahlung im Wellenlängenbereich von 100 nm bis 1 mm. Sie besteht aus der ultravioletten und infraroten Strahlung sowie dem sichtbarem Licht. Die optische Strahlung kann beim Menschen Haut und  Augen schädigen. Wie gefährlich die Strahlung genau ist, hängt dabei von der Wellenlänge, Expositionsdauer und der Betriebsart ab. Für jede der verschiedenen Strahlungsarten gelten daher andere Expositionsgrenzwerte und Vorschriften.


Grenzwerte von LEDs
Auch LEDs müssen die Grenzwerte der OStrV einhalten. Dies gilt vor allem für die optische Strahlung. In der Praxis ist dies normalerweise auch kein Problem, da diese zumeist sogar unterschritten werden. Ausnahmen bilden hier lediglich die blauen LEDs, welche Schäden an der Netzhaut des Auges hervorrufen, sowie bei speziellen LED-Strahlern. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollten Unternehmer daher auf Lampen zurückgreifen, welche gemäß der DIN EN 62471 als „Freie Gruppe“ klassifiziert sind.


Fazit
Im Moment ist eine Anschaffung von LEDs zur Allgemeinbeleuchtung in den meisten Fällen noch nicht zu empfehlen. Für die Zukunft werden LEDs durch die technischen Entwicklungen bedingt jedoch eine immer größere Rolle einnehmen. Besonders interessant sind hierbei die LED-Retrofits. Jedoch entwickeln sich auch andere Technologien wie die Leuchtstofflampen und die Halogenmetalldampflampen weiter und sollten weiterhin beobachtet werden.

 

lm

 

Produktempfehlung

Abb_6023Sicherheitshandbuch auf CD-ROM

90 % aller Arbeitsunfälle passieren aus Unachtsamkeit. Erhöhen Sie jetzt die Sicherheit in Ihrem Betrieb und nutzen Sie zur Durchführung und Dokumentation Ihrer Arbeitsschutzmaßnahmen unsere fertigen Arbeitshilfen auf CD-ROM.
>> mehr Informationen 

Rechtsvorschriften

Für PREMIUM-User ist der Zugriff auf alle Rechtsvorschriften frei.
Kostenlos_fuer_Premium_Kunden
Sie sind noch kein PREMIUM-User?
>> Mehr Informationen