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Unfälle mit Leitern und Tritten – darauf müssen Sie achten! | 27.01.2015

Jedes Jahr ereignen sich in Deutschland über 40.000 Arbeitsunfälle mit Leitern. Deshalb ist vor der Nutzung von Leitern und Tritten eine Gefährdungsbeurteilung (§5,6 ArbSchG i.V.m. § 3 BetrSichV, TRBS 2121-2, DGUV Information 208-016: bisher BGI 694 sowie DIN EN 131-2) zu Auswahl und Benutzung vorzunehmen.

Dabei sind Bauart, Leitergänge bzw. Tritthöhe, Werkstoff, Stabilität und Standsicherheit sowie ggf. geeignetes Zubehör entsprechend der vorgesehenen Verwendung als Arbeitsplatz oder Verkehrsweg hinsichtlich der Arbeits- und Umgebungsbedingungen auszuwählen.

Leitern und Tritte dürfen nur dann eingesetzt werden, wenn die Beschäftigten beim Besteigen der Leiter und bei der Arbeit auf der Leiter jederzeit sicher stehen und sich sicher festhalten können.
Sofern auf einer Leiter eine Last getragen werden muss, darf dies ein sicheres Festhalten nicht verhindern.
Falls diese Forderungen nicht erfüllt werden können, können sichere Gerüste, Hubarbeitsbühnen bzw. sonstige Arbeitsbühnen zur Anwendung kommen.

Bei jeder Benutzung von Leitern und Tritten ist dafür zu sorgen, dass diese

  • in ausreichender Anzahl vorhanden und geeignet sind,
  • Leitern und Tritte sicher eingesetzt werden können (Unterweisung),
  • nur zu Zwecken benutzt werden, für die diese nach ihrer Bauart, Ausführung und Größe bestimmt sind,
  • Vor Erteilung von Arbeitsaufträgen die Eignung der vorhergesehenen Leiter, ggf. mit Zubehör, für die durchzuführende Arbeit geklärt wurde,
  • Ungeeignete Aufstiege anstelle von Leitern und Tritten nicht benutzt werden,
  • nicht benutzt werden, wenn diese schadhaft sind (Unterweisung) und der Benutzung entzogen und so aufbewahrt werden, dass die Weiterbenutzung bis zur sachgerechten Instandsetzung bzw. Verschrottung nicht möglich ist,
  • durch eine beauftragte Person (betriebsinterner „Leiterbeauftragter“) Leitern und Tritte wiederkehrend auf ordnungsgemäßen Zustand geprüft (Sicht- und Funktionsprüfung) wird,
  • die Intervalle der Prüfungen entsprechend den Einsatzbedingungen festgelegt werden,
  • die betriebsfremd sind vor ihrer Benutzung besonders sorgfältig auf Eignung und Beschaffenheit geprüft werden
  • Bei einem Anstellwinken zwischen 65 und 75° bei Sprossenleitern 60° bis 70° bei Stufenleitern (nicht zu flach, nicht zu steil) standsicher und begehbar aufgestellt werden,
  • der Untergrund nicht rutschig, aber tragfähig ist,
  • zusätzlich gegen Umstürzen gesichert werden, wenn die Art der auszuführenden Arbeiten es erfordert,
  • auffällig hingewiesen wird, sofern diese an oder auf Verkehrswegen aufgestellt sind und gegen Umstoßen gesichert sind,
  • gekennzeichnet sind (Betriebsanweisung z.B. Piktogramm)

Die Anzahl von Leitern und Tritten richtet sich nach den räumlichen Gegebenheiten mit dem Ziel, dass Leitern bzw. Tritte nicht erst von einem anderen, weit entfernten Lagerort transportiert werden müssen mit Blick auf die vorhersehbare Gefahr, dass in diesem Fall ungeeignete Aufstiege benutzt werden.

Quelle: Stefan Johannsen, Dipl.- Biologe

 

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