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BAuA veröffentlicht neue Handlungshilfe | 10.06.2021

An exponierten Arbeitsplätzen, an denen regelmäßig inkohärente optische Strahlung auftritt, müssen Arbeitgeber laut dem Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) eine vollständige Gefährdungsbeurteilung durchführen und diese Strahlungen messen. Um Fachkräfte für Arbeitssicherheit und Sicherheitsbeauftragte in Unternehmen bei der Gefährdungsbeurteilung zu unterstützen, hat die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) jetzt die Handlungshilfe "Messung optischer Strahlung am Arbeitsplatz" veröffentlicht.

Die Broschüre zeigt, welche physikalischen Größen zur Berechnung der Expositionswerte (EGW) benötigt werden und nach welchen Kriterien geeignete Messverfahren ausgewählt werden können. Ein weiterer Punkt enthaltener Aspekt ist die Dokumentation der Messergebnisse.

 

Optische Strahlung erstreckt sich über einen Bereich von 100 Nanometern bis einem Millimeter Wellenlänge. Sie lässt sich in die Bereiche der ultravioletten, der sichtbaren und der infraroten Strahlung aufteilen. Neben der Sonne als natürliche Quelle kann optische Strahlung von künstlichen Quellen ausgehen. Dazu zählen beispielsweise

  • Computer/Bildschirmgeräte
  • Deckenbeleuchtung mit Kompakt-Leuchtstofflampen
  • LED-Anzeigen
  • UV-Strahlung an Schweißarbeitsplätzen

 

Für mögliche Schädigungen von Haut (z. B. vorzeitige Hautalterung, Verbrennungen) oder Auge (z. B. Horn- oder Bindehautentzündung, Grauer Star) spielt es jedoch eine untergeordnete Rolle, ob diese Strahlung am Arbeitsplatz natürlicher oder künstlicher Herkunft ist.

 

Vorbereitung der Messung

Bevor die eigentliche Messung durchgeführt werden kann, gilt es, die Dokumentation im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung vorzubereiten. Neben den Angaben zu Namen und Anschrift werden die Arbeitsplatzbedingungen anhand folgender Fragen genauer beschrieben:

  • Wo befindet sich der Arbeitsplatz?
  • Ist er in einer Werkstatt, einem Labor oder einem Büro?
  • Wie ist der Arbeitsplatz eingerichtet?
  • Welche Tätigkeiten werden dort verrichtet?
  • Welche Strahlungsquellen befinden sich dort?
  • Wie viele sind es und welcher Art sind sie?

 

Im Allgemeinen gibt es zur optischen Strahlung nur wenige feste Expositionsgrenzwerte. Diese sind abhängig von der Expositionsdauer, der Größe der Strahlungsquelle sowie der Entfernung zur Strahlungsquelle. Auf Grundlage dieser Informationen und den zuvor ermittelten Arbeitsplatzbedingungen werden die Expositionsgrenzwerte ermittelt. Diese Expositionsgrenzwerte bilden dann die Basis für das anzuwendende Messverfahren. Zum Schluss werden die gemessenen Werte dokumentiert und mit den Expositionsgrenzwerten verglichen.

 

Grenzwerte feststellen

Wie schädigend die optische Strahlung für Augen und Haut ist, hängt mit deren Wellenlänge zusammen und es gelten daher je nach Wellenlänge unterschiedliche Expositionsgrenzwerte. Die Handlungshilfe der BAuA gibt dazu konkrete Anwendungsbeispiele und Tipps wie bei der Ermittlung vorgegangen werden kann. Zusätzlich hat sie auch ein Excel-Tool entwickelt, mit dem sich die Grenzwerte einfach berechnen lassen. Folgende Informationen werden dazu benötigt:

  • Größe der Quelle: Durchmesser der Strahlungsquelle (wobei manche Quellgrößen wie Lichtbogen beim Schweißen nur geschätzt werden können)
  • Abstand zur Quelle: Minimal bei 200 mm
  • Expositionsdauer: Summe aller Einzelexpositionen über einen Arbeitstag von 8 Stunden

Messgeräte und Kriterien

Je nachdem, welche Messmethode der Ermittlung der inkohärenten optischen Strahlung zugrunde liegt, kommen unterschiedliche Messgeräte zum Einsatz. Grundsätzlich gibt es Geräte zur integralen und spektralen Messung, um jedoch unterscheiden zu können, welches Gerät geeignet ist, müssen Einsatzbereich und Anforderungen an das Messergebnis beachtet werden.

Zu den Kriterien zählen dabei u. a.:

  • Umgebungsbedingungen im Messbereich (Temperatur, Staub)
  • Ausreichende Empfindlichkeit
  • Kalibrierung des Messgeräts
  • Öffnungswinkel und Winkelabhängigkeit der Eingangsoptik

 

Um Beschäftigte vor den Gefahren optischer Strahlung zu schützen, ist es wichtig, Grenzwerte festzustellen, Messungen vorzunehmen und zu dokumentieren. Auch im Rahmen einer vollständigen Gefährdungsbeurteilung gehört die Ermittlung der künstlichen optischen Strahlung, damit Augen und Haut bei der Arbeit nicht geschädigt werden.

 

Quelle: ls | www.baua.de

 

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