Externe im Haus - Arbeitsschutz im Umgang mit Fremdfirmen

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Externe im Haus - Arbeitsschutz im Umgang mit Fremdfirmen | 06.12.2016

Bei Mitarbeiter aus fremden Unternehmen ist die Unfallrate fast doppelt so hoch wie bei hauseigenen. Dies liegt einerseits an dem Verhalten der betreffenden Personen und andererseits an den organisatorischen Maßnahmen für den Einsatz von externen Arbeitskräften.

Nun stellt sich die Frage: Wie lassen sich solche Unfälle verhindern?

Vorab eine kurze Definition des Wortes Fremdfirmen: Es bedeutet, dass Arbeiter von Auftragsfirmen in den Betrieb kommen.

Problem: Unfallverhütungsmaßnahmen

Mangelnde Kontrolle der arbeitenden Fremdfirmen ist ein sicherheitsrelevantes Problem. Dies liegt insbesondere daran, dass die Arbeiter keine sicherheitstechnische Unterweisung bekommen. In vielen Fällen wissen sie nicht, wer ihr direkter Ansprechpartner oder Vorgesetzter ist, haben keine entsprechende PSA, setzen unpassendes bzw. ungeeignetes Werkzeug ein und kennen sich mit der Handhabung der Maschinen oder Ausrüstung nicht aus.

Um eine Verbesserung im Umgang mit Fremdfirmenarbeitern zu erlangen muss von Seiten der Leitung eine klare Aussage kommen. So kann der Arbeitsschutz im Umgang mit Fremdfirmen Teil der gesamten Unternehmensstruktur werden.

Arbeitsschutz im Umgang mit Fremdfirmen - Teil der Unternehmenskultur

Fremde müssen genauso wie eigene Mitarbeiter behandelt werden, denn nur so können sie in Konzepte, Schulungen und Unterweisungen integriert werden und nur dann kann ein verbesserter Arbeitsschutz gewährleistet werden. Unfälle von Fremdfirmenmitarbeitern sollten deshalb ebenfalls in der betriebseigenen Unfallstatistik aufgeführt werden. Als Firma stellt man sich so bewusst einem weiteren externen Vergleich von Kennzahlen, der bekanntlich nicht eingefordert wird.

Für vorbildliche Firmen steht deshalb außer Frage: Die Gesundheit und die Unversehrtheit der Menschen ist und bleibt das Wichtigste.

Maßnahmen eines verhaltensbasierten Ansatzes

Folgende strategische Maßnahmen tragen dazu bei, das Unfallrisiko beim

  • Entwicklung einer nachhaltigen Arbeitsschutzkultur mit dem Ziel die Unfallrate auf 0% zu reduzieren für alle im Unternehmen betroffenen Mitarbeiter einschließlich Fremdpersonen,
  • Implementierung eines Arbeitsschutzmanagementsystems in Kooperation mit einem Fremdfirmenmanagement,
  • Sensibilisierung der Führungskräfte und Mitarbeiter gleichermaßen für deren Mitverantwortung bei der Umsetzung,
  • Bereitstellung von Ressourcen (Personal, Zeit, Technik, Finanzen) in erforderlichem Umfang.

Was beim Umgang mit Fremdfirmen zu managen?

Auch die Endsenderfirma trägt zu gewissen Teilen die Verantwortung für den Arbeitsschutz. Kümmert sie sich nicht entsprechend darum, signalisiert dies schon gravierende Mängel im Arbeitsschutzmanagement des Auftraggebers. Da diese Firma auch eine hohe Verantwortung für den Menschen trägt, kann er sich niemals gänzlich aus dem Thema Arbeitsschutz raushalten. Der Endsenderbetrieb hat also immer mindestens die Pflicht, das Unternehmen zu prüfen.

So ist durch klare Verantwortungsdelegation und reibungslosen Informationsfluss dafür zu sorgen, dass die Arbeitsschutzakteure handlungsfähig und sicher sind.

 

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