Unfälle mit handgeführten Maschinen durch sicheres Arbeiten reduzieren

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Unfälle mit handgeführten Maschinen durch sicheres Arbeiten reduzieren | 20.12.2017

Von handgeführte Maschinen können anwendungsbezogen mechanische, physikalische, elektrische und chemische Gefährdungen ausgehen, wodurch sich die konstant hohen Unfallzahlen von etwa 27.000 pro Jahr erklären lassen. Unfälle ereignen sich beispielsweise durch fehlende bzw. unzureichende Unterweisung, manipulierte Schutzeinrichtungen oder mangelnde Befestigung von Werkstücken, wodurch ein erhöhtes Verletzungsrisiko entsteht.

Darüber hinaus entsteht beim Einsatz von

  • Trennschleifmaschine
  • Handbohrmaschine
  • Schleif-, Polier-, Hobelmaschine
  • Handkreissäge

gesundheitsgefährdender Staub.

Denken Sie daran:

Der Arbeitsplatzgrenzwert der A-Staub Fraktion für granuläre biobeständige Stäube beträgt mittlerweile nur noch 1,25 mg/m3 im Schichtmittel (E-Staub von 10 mg/m³ ) Der alte AGW für A-Staub von 3 mg/m³ darf nur noch unter bestimmten Voraussetzungen bis 31.12.2018 herangezogen werden. Außerdem beträgt der Beurteilungsmaßstab für Quarz lediglich 50 Mikrogramm/kg. Deshalb staubarme Geräte verwenden.

Weitere Gefährdungen stellen Lärmemissionen über 85 dB (A) im Schichtmittel und Hand-Arm-Vibrationen dar, deren Minimierung arbeitgeberseitig vor dem Kauf/Leasing handgeführter Geräte, ebenso wie die Festlegung von Prüffristen, unbedingt zu berücksichtigen ist. Gehörschutz stellt als persönliche Schutzmaßnahme eine nachrangige Maßnahme war.

Das jeweilige CE-konforme, handgeführte Gerät darf erst bewegt werden, wenn die Gefährdungen, insbesondere mit Blick auf die Einsatzgebiete (z. B. Ex-Bereich, feuchte oder geschlossene Bereiche) dazu beurteilt, Sicherheitshinweise beachtet, das zu bearbeitende Material fixiert ist und die Maschine fest aufliegt.

Auch Beschäftigungsbeschränkungen sin zu beachten, insbesondere bei Jugendlichen und werdenden Müttern. Gefährliche Arbeiten (z. B. Handkreissäge) sind auf Lehrzwecke zu beschränken.

Eine Betriebsanweisung und Unterweisung sowie regelmäßige Sichtkontrollen und Funktionsprüfungen unterstützen den Arbeitsschutz. Elektrische Prüfungen dürfen allerdings nur von Elektrofachkräften durchgeführt werden.

Hinweise für einen bestimmungsgemäßen Umgang mit handgeführten Maschinen:

  • Beim Kauf auf Qualität achten (Lärm-, Vibrations- und Staubgemindert; Förderangebote der Berufsgenossenschaft beachten; Flottenmanagement prüfen, Ersatz durch weniger gefährliche Geräte).
  • Informationen aus Betriebsanleitung in die Gefährdungsbeurteilung übernehmen
  • Maschinen nicht manipulieren oder zweckentfremdet einsetzen.
  • Geräte sicher unter stabilen Bedingungen bedienen (Betriebsanweisung)
  • Wartungs-, Prüfungs-, Instandhaltungskonzept etablieren (z. B. defekte Geräte farblich kenntlich machen)
  • Schutzeinrichtungen nutzen, Bei Defekt sofort ersetzen oder Gerät austauschen
  • Beschäftigte regelmäßig und verständlich ein – und unterweisen (Dokumentieren!)
  • Ist beidhändiges Führen vorgesehen, sollen auch beide Hände die Griffe greifen.
  • Werkstücke stabil fixieren und im sicheren Stand arbeiten
  • Nach jedem Arbeitsgang Maschine abschalten
  • Individuelle Persönliche Schutzausrüstung benutzen (Atemschutzmasken, Schutzbrille, Gehörschutz, Sicherheitsschuhe, ggf. Antivibrationshandschuhe und feuerfeste Kleidung)
  • Defekte, wie z. B. Klappern, Störgeräusche, Kabeldefekte sofort dem Vorgesetzten melden (Reparatur, Entsorgung
  • Arbeitsmedizinische Vorsorge berücksichtigen (u. a. DGUV G 1.4 Staub, DGUV G 20 Lärm)
  • Unfälle dokumentieren (Verbandsbuch) und thematisieren, D-Arzt und Erst Helfer aushängen.

 

Autor: Stefan Johannsen, Diplom-Biologe

 

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