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Manipulierte Schutzeinrichtungen

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Manipulierte Schutzeinrichtungen dürfen nicht geduldet werden! | 13.08.2019

Sinn und Zweck von Schutzeinrichtungen ist es, Arbeitsunfälle zu vermeiden. Oft werden Schutzeinrichtungen ausgerechnet durch diejenigen Mitarbeiter manipuliert, für dessen Schutz sie bestimmt sind. Sie als Arbeitgeber stehen in der Pflicht, Manipulationen an Schutzeinrichtungen wirksam zu verhindern.

Arbeitgeberpflicht

Manipulationen von Schutzeinrichtungen gehören nicht verboten, sondern sie sind es. Als Arbeitgeber dürfen Sie manipulierte Schutzeinrichtungen daher auf keinen Fall ignorieren, sondern sind im Rahmen Ihrer Sorgfalts- und Arbeitsschutzpflichten angehalten, diese aktiv zu unterbinden.

Manipulation ist kein Kavaliersdelikt

Es wird geschätzt, dass in deutschen Betrieben werden etwa ein Drittel aller Maschinen-Schutzeinrichtungen von Beschäftigten außer Kraft gesetzt werden. Häufig werden Manipulationen aus Gründen der Zeitersparnis vorgenommen und in dem einen oder anderen Fall stillschweigend geduldet. Manipulationen sind jedoch kein Kavaliersdelikt und führen in der Praxis nicht nur zu finanziellen Einbußen durch Stillstand und Produktionsausfällen sondern auch zu schweren und tödlichen Unfällen.

Wer Schutzeinrichtungen an Maschinen manipuliert oder duldet, schafft damit automatisch ein hohes Risikopotenzial für sich und alle betreffenden Mitarbeiter.

Die 5 häufigsten Manipulationen

Viele Schutzeinrichtungen werden manipuliert, um Zeit zu sparen. Dies betrifft vor allem Verkleidungen, Umzäunungen, Sicherheitsschalter oder Lichtschranken.

Folgende Manipulationen werden in der Praxis am häufigsten festgestellt (Quelle: BGHW):

Was Arbeitgeber gegen Manipulationen tun können

Haben Sie festgestellt, dass in Ihrem Betrieb Schutzeinrichtungen manipuliert werden oder manipuliert sind, müssen Sie handeln!

Schritt 1: Analyse der Ist-Situation

Betrachten Sie die Maschine, die manipuliert wird und finden Sie heraus,

Schritt 2: Ursachenermittlung

Packen Sie die Manipulation an der Wurzel und finden Sie die Anreize und Motivation der Manipulationshandlung heraus. Warum wurde manipuliert? Finden Sie die Ursache heraus, warum die Schutzeinrichtung manipuliert wurde und welche Vorteile damit erzielt werden sollen, z. B.:

Schritt 3: Maßnahmen festlegen

Nach dem TOP-Prinzip müssen Maßnahmen ergriffen werden, um der Manipulation von Schutzeinrichtungen wirksam entgegenzutreten und zu beseitigen. Dabei haben technische Maßnahmen Vorrang vor organisatorischen und personenbezogenen Maßnahmen.

Prüfen Sie daher, inwieweit sich technische Maßnahmen dazu eignen, die Manipulationen zu verhindern. Gehen Sie dabei nach der 3-Stufen-Methode vor:

Können Manipulationen durch technische Maßnahmen nicht erfolgreich verhindert werden, sind organisatorische Maßnahmen zu treffen, z. B:

Veränderung des Prozessablaufs (z. B. durch Austausch der Maschine)

Technische und organisatorische Maßnahmen sollten immer durch personenbezogene Maßnahmen begleitet werden, u. a. durch

Um geeignete Schutzmaßnahmen gegen die Manipulation von Schutzeinrichtungen zu überprüfen, stellt Betriebssicherheitspraxis die Checkliste "Maßnahmen zur Manipulation von Schutzeinrichtungen" als praktische Hilfestellung bereit.

Schritt 4: Maßnahmen umsetzen

In keinem Fall reicht es aus, nur Maßnahmen festzulegen und umzusetzen. Eine Akzeptanz der beschlossenen Maßnahmen wird immer nur unter Einbeziehung der betroffenen Mitarbeiter erreicht werden können. Jedes Sicherheitskonzept bedarf daher neben der technisch korrekten Ausführung auch der Akzeptanz der an den Maschinen arbeitenden Personen. Es bietet sich daher an, rechtzeitig vor dem Beginn der Umsetzung der festgelegten Maßnahmen mit den betroffenen Mitarbeitern zusammen Strategien zu entwickeln, so dass im späteren Betrieb der Anreiz der Manipulation der Schutzeinrichtungen weitestgehend minimiert wird.

Schritt 5: Wirksamkeit der Maßnahmen überprüfen

Haben die getroffenen Maßnahmen ihr Ziel erreicht? Dies gilt es in der Wirksamkeitskontrolle festzustellen, z. B. durch

Manipulationen nicht stillschweigend dulden!

Keinesfalls dürfen Manipulationen von Schutzeinrichtungen als Alltagserscheinung toleriert werden. Auch gehören Manipulationen nicht lediglich verboten, sondern sie sind es! Ihre Aufgabe als Arbeitgeber ist es, jede Form der Manipulation aktiv zu unterbinden und mit Hilfe der Ursachenermittlung und Umsetzung von Maßnahmen für eine Verbesserung und Erhöhung der Sicherheit in Ihrem Betrieb zu sorgen.

 

Quelle: Betriebssicherheitspraxis, FORUM VERLAG HERKERT GmbH

 

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