Arbeitsmittelprüfungen

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Arbeitsmittelprüfungen: So legen Sie Prüfarten, -umfänge und -fristen richtig fest! | 26.05.2020

Gem. BetrSichV müssen alle Unternehmen sicherstellen, dass Ihren Beschäftigten nur Arbeitsmittel zur Verfügung gestellt werden, deren Sicherheit durch Prüfungen festgestellt wurde. Erfahren Sie, wie Sie Ihre Prüfpflichten sicher erfüllen und worauf Sie dabei achten müssen.

Prüfpflicht

Die Prüfpflicht Ihrer Arbeitsmittel ergibt sich aus §14, §15 und §16 BetrSichV. Demnach müssen Arbeitsmittel

  • vor jeder Inbetriebnahme
  • vor Wiederaufnahme nach jeder Änderung und Instandsetzung sowie
  • regelmäßig wiederkehrend

geprüft werden.

Hierfür müssen insbesondere

  • Art,
  • Umfang und
  • Fristen

der erforderlichen Prüfungen unter Berücksichtigung der jeweiligen Beanspruchung sowie die Qualifikation der mit der Prüfung zu beauftragenden Person ermittelt werden.

Festlegen der Prüfart

Prüfarten sind je nach Methode und Verfahren zu unterscheiden in:

  • Ordnungsprüfungen und
  • technische Prüfungen.

Hierbei sind die Konkretisierungen der TRBS 1201 zu beachten.

Bei Ordnungsprüfungen sollte demnach insbesondere festgestellt werden, ob

  • die zur Durchführung der Prüfung erforderlichen Unterlagen vorhanden und schlüssig sind,
  • der Prüfgegenstand gem. dem Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung eingesetzt und verwendet wird,
  • alle erforderlichen Prüfparameter (z. B. Prüfumfang etc.) definiert sind,
  • die technischen Unterlagen mit der Ausführung übereinstimmen,
  • die Beschaffenheit des Prüfgegenstandes oder die Betriebsbedingungen seit der letzten Prüfung geändert worden sind, und
  • die von der Behörde ggfls. geforderten Auflagen im Erlaubnis- und Genehmigungsbescheid eingehalten sind.

Im Rahmen technischer Prüfungen sind die sicherheitstechnisch relevanten Merkmale eines Prüfgegenstands auf

  • Zustand,
  • Vorhandensein und
  • ggfls. Funktion am Objekt selbst

mit geeigneten Verfahren zu prüfen.

Hierzu gehören u. a. folgende Prüfarten:

  • äußere oder innere Sichtprüfungen
  • Funktionsprüfung und Wirksamkeitsprüfung
  • Prüfung mit Mess- und Prüfmitteln
  • labortechnische Untersuchungen
  • zerstörungsfreie Prüfungen

Für die Festlegung der Prüfart sind somit geeignete Prüfverfahren festzulegen, die den Zweck der Prüfung zuverlässig erfüllen und dem Stand der Technik entsprechen. Die Prüfaussage der Prüfverfahren sollte letztendlich immer aussagekräftig und nachvollziehbar sein.

Festlegen des Prüfumfangs

Gem. § 3 Abs. 6 BetrSichV ist der Umfang durchzuführender Prüfungen so festzulegen, dass der sicherheitstechnische Zustand eines zu überprüfenden Arbeitsmittels zuverlässig beurteilt werden kann.

Demnach umfasst der Prüfumfang sowohl die Auswahl der zu überprüfenden Arbeitsmittel (Komponenten, Stichproben etc.) als auch die Tiefe der jeweils durchzuführenden Prüfung.

Der Prüfumfang kann eine Kombination mehrerer Einzelprüfungen sein und in mehreren aufeinander abgestimmten Teilprüfungen durchgeführt werden, wobei dabei darauf zu achten ist, dass das Zusammenwirken von Teilkomponenten eines Arbeitsmittels berücksichtigt wird.

Festlegen der Prüffrist

In der konkretisierenden TRBS 1201 zur Prüfung von Arbeitsmitteln wurden für einige Arbeitsmittel exemplarische Prüfanforderungen aufgenommen. Tabelle 1 der TRBS 1201 enthält Informationen bzgl. der Prüfungen vor Inbetriebnahme. Der Tabelle 2 der TRBS 1201 können bewährte Prüffristen, Prüfumfänge und Anforderungen an die zu prüfende Person für die wiederkehrenden Prüfungen entnommen werden.

Bei der Festlegung der Prüffristen ist zu beachten, dass es sich bei den in der TRBS 1201 festgelegten Prüffristen lediglich um Richtwerte handelt. Maßgeblich für die Ermittlung der Prüffristen ist immer die durch die BetrSichV geforderte Gefährdungsbeurteilung, orientiert an den vor Ort herrschenden betrieblichen Gegebenheiten.

Demnach können ausgehend von dem Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung bei der Festlegung der Prüffristen auch andere, abweichende Prüffristen ermittelt werden. Es sollte jedoch immer darauf geachtet werden, dass die Ermittlung und Festlegung der Prüffristen begründet und nachvollziehbar dokumentiert werden.

 

Quelle: kab

 

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