Einsatz von Arbeitsbühnen

© Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV)

DGUV Information 208-031 „Einsatz von Arbeitsbühnen an Flurförderzeugen mit Hubmast“ veröffentlicht | 08.06.2020

Für Arbeiten an hochgelegenen Geräten und Anlagen, wie z. B. Aggregaten oder Lampen, wird zum Erreichen häufig eine Arbeitsbühne an Flurförderzeugen mit Hubmast benötigt. Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) hat dazu eine DGUV-Information überarbeitet und Änderungen durch die TRBS 2121-4:2019 eingefügt. Lesen Sie hier, welche spezifischen Anforderungen für den Einsatz von solchen Arbeitsbühnen notwendig sind und erhalten Sie weitere Empfehlungen.

Rechtsgrundlagen

Für die Verwendung solcher Arbeitsbühnen gelten als Rechtsgrundlage die Betriebssicherheitsverordnung (Ziffer 2.4 des Anhangs 1) und die TRBS 2121-4 „Gefährdung von Beschäftigten durch Absturz – Ausnahmsweises Heben von Beschäftigten mit hierfür nicht vorgesehenen Arbeitsmitteln“.

Das Heben von Personen ist grundsätzlich nur mit für diesen Zweck geeigneten und vorgesehenen Arbeitsmitteln erlaubt. In Ausnahmen dürfen aber auch andere Arbeitsmitteln, wie z. B. Flurförderzeuge, verwendet werden – unter der Voraussetzung, dass geeignete Sicherheitsmaßnahmen ergriffen werden.

Anforderungen an die Arbeitsbühne

Um diese Sicherheitsmaßnahmen einzuhalten, muss vor allem auf die Beschaffenheit der Arbeitsbühne geachtet werden. Grundsätzlich sollten sie nur kleine, oder bestenfalls keine Bodenöffnungen haben. Außerdem muss eine mindestens 1,10 m hohe Umwehrung gemäß TRBS 2121-4:2019 vorhanden sein, die als Sicherung gegen Absturz von Personen und Gegenständen dient. Diese muss eine Tür zum Einstieg enthalten, die sich nur nach außen öffnen lässt und sich selbsttätig verriegelt. An der Seite zum Hubmast muss außerdem ein zusätzlicher, mindestens 1,80 m hoher Rückenschutz angebracht werden.

Es ist notwendig, an der Arbeitsbühne ein Schild mit dem maximalen Zuladungsgewicht und eine kurgefasste Betriebsanleitung anzubringen. Diese sollte u. a. festlegen, mit welchem Flurförderzeug die Arbeitsbühne verwendet wird und wer das Flurförderzeug bedienen darf.

Die Arbeitsbühne muss mit dem Flurförderzeug wie eine Flachpalette aufgenommen werden, wozu unter dem Boden Einfahrtaschen vorhanden sein müssen. Sie muss so angebracht werden, dass sie sich nicht in Gabellängsrichtung verschoben werden kann.

Grundsätzlich ist vor jedem Einsatz eine Sichtprüfung auf einwandfreien Zustand durchzuführen.

Anforderungen an das Flurförderzeug

Doch nicht nur für die Arbeitsbühne selbst gibt es hohe Anforderungen, sondern auch für das Fahrzeug, an dem sie befestigt ist. Die Kombination muss standsicher sein und das Gerät eine ausreichende Tragfähigkeit besitzen. Neben der Absturzsicherung muss ein Schutz vor Quetschungen sichergestellt werden. Dieser kann neben der oben erläuterten Umzäunung z. B. auch durch eine Zustimmungsschaltung erreicht werden. Diese bindet den Arbeiter an einen vorgesehenen Platz auf der Arbeitsbühne, von dem aus seine Körperteile bei Bewegung nicht in Gefahrenstellen geraten können. Arbeitsbühnen, die mit einer solchen Zustimmungsschaltung ausgestattet sind, müssen einen elektrischen Anschluss – über unverwechselbare Steckanschlüsse - zum Flurförderzeug haben.

Anforderungen an die Arbeiter

Sowohl die Fahrer des Flurförderzeugs, als auch die Personen auf der Arbeitsbühne sollten zuverlässig und verantwortungsbewusst sein. Sie müssen vorher durch das Unternehmen namentlich festgelegt werden und sich schriftlich auf die Einhaltung der Betriebsanweisung zu verpflichten. Die Fahrer müssen mindestens 18 Jahre alt und für diese Tätigkeit ausgebildet sein. Zwischen dem Fahrer und der Person auf der Arbeitsbühne muss eine einwandfreie Kommunikation sichergestellt sein.

Wo finde ich die neue DGUV Information?

Die neue DGUV Information 208-031 finden Sie hier.

 

Quelle: sh | Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV)

 

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