Tipps zur Brandschutzbegehung

© auremar/stock.adobe.com

Hilfreiche Tipps zur Brandschutzbegehung | 15.10.2019

Um Schwachstellen im betrieblichen Brandschutz zu erkennen und die Durchführung und Wirksamkeit festgelegter Brandschutzmaßnahmen zu gewährleisten, sind Unternehmer dazu verpflichtet, regelmäßige Brandschutzbegehungen durchzuführen. Mit nachfolgenden Tipps vereinfachen Sie sich die Durchführung Ihrer Brandschutzbegehung.

Rechtliche Grundlagen der Brandschutzbegehung

Gem. §22 „Notfallmaßnahmen“ der DGUV Vorschrift 1 und § 10 ArbSchG hat der Unternehmer Maßnahmen zu planen, zu treffen und zu überwachen, die insbesondere für den Fall des Entstehens von Bränden, von Explosionen, des unkontrollierten Austretens von Stoffen und von sonstigen gefährlichen Störungen des Betriebsablaufs geboten sind. Um diese Vorgaben einzuhalten, sind in regelmäßigen Abständen im Rahmen einer Brandschutzbegehung alle für den Brandschutz im Betrieb relevanten Punkte zu kontrollieren und zu überwachen.

Tipps zur Brandschutzbegehung

Die Durchführung der Brandschutzbegehung fällt umso einfacher, je besser diese vorbereitet ist. Nachfolgende Tipps sollten Ihnen bei Ihrer Brandschutzbegehung helfen:

  • Nehmen Sie unbedingt das letzte Protokoll Ihrer Brandschutzbegehung in digitaler oder gedruckter Form mit. Damit stellen Sie sicher, dass alle Punkte des letzten Protokolls berücksichtigt und im Hinblick auf den Stand der Durchführung und Wirksamkeit kontrolliert und fortgeschrieben werden können.
  • Informieren Sie sich vorab, welche persönliche Schutzausrüstung im Betrieb getragen werden muss und prüfen Sie diese bereits im Vorfeld auf Funktionsbereitschaft.
  • Nehmen Sie für Ihre Brandschutzbegehung vorgefertigte Begehungs-Checklisten in digitaler oder gedruckter Form zur Hilfe und nehmen Sie diese zur Begehung mit. So vergessen Sie während Ihrer Begehung keine wichtigen Punkte.
  • Dokumentieren Sie nicht nur schriftlich, sondern auch mit Fotos und legen Sie eine Fotodokumentation an.
  • Legen Sie vorab eine Reihenfolge der Fotodokumentation fest. Bei sehr vielen Bildern entsteht ansonsten das Problem, dass diese im Nachgang nicht mehr zugeordnet werden können.
  • Führen Sie einen Meterstab oder Laser-Messgerät mit, um bei erforderlicher Fotodokumentation z. B. Abstände für den späteren Nutzer des Begehungsberichts besser erkennbar darstellen zu können.
  • Achten Sie auf Verbote bei Fotoaufnahmen. In diesem Fall sollten vorgefundene Mängel genauestens und detailliert dokumentiert werden.
  • Fotografieren Sie möglichst keine nachträglich erkennbaren Personen, wenn Sie eine negative Situation dokumentieren möchten. Fotografieren Sie ggf. nur die Hände, nicht aber das Gesicht.
  • Führen Sie zu Ihrer Begehung alle relevanten Regelwerke in gedruckter oder digitaler Form mit, damit Details nachgeschlagen werden können.
  • Nehmen Sie Gebäudepläne und z. B. Brandschutzkonzepte mit, um bei einer Begehung nach erfolgtem Um- oder Anbau die im Brandschutzkonzept festgeschriebenen Maßnahmen auf Vollständigkeit kontrollieren zu können.
  • Dokumentieren Sie alle aufgefallenen Mängel in jedem Fall schriftlich. Mündliche Hinweise auf Mängel reichen in der Regel nicht aus.
  • Beachten Sie Ihre Zeitplanung. Bei 1.000 m2 zu begehender Fläche (ohne besondere Risikozuschläge wie z. B. Gefahrstoffläger usw.) ist i. d. R. von einer halben bis einer Stunde reine Begehungszeit auszugehen. Berücksichtigen Sie zusätzlich genügend Zeit für eine Vor- und Nachbesprechung mit den Begehungsteilnehmern ein.
  • Arbeiten Sie bei Ihrer Dokumentation in Planunterlagen mit verschiedenfarbigen Stiften (am besten Farbgebung gemäß Brandschutznormen).
  • Gehen Sie bei Ihrer Begehung systematisch vor. Begehen Sie z. B. alle Räume im Uhrzeigersinn und die übereinanderliegenden Etagen von oben nach unten. So verhindern Sie, dass Bereiche vergessen werden. Zudem ist es hierbei hilfreich, wenn Sie vor allem in großen und unübersichtlichen Gebäuden oder Bereichen, die bereits begangenen Bereiche auf einem Plan kennzeichnen.
  • Sollten Tests an Sicherheits- oder Brandschutzeinrichtungen erforderlich sein, so lassen Sie diese durch intern befähigte Personen oder externe Fachfirmen durchführen.
  • Stellen Sie die Betriebssicherheit nach jedem durchgeführten Test schnellstmöglich wieder her.
  • Stellen Sie bei unmittelbaren Gefahren, welche ein unverzügliches Handeln erfordern, den Mangel sofort über die im Betrieb zuständigen Personen ab und dokumentieren Sie diese Mängel und eingeleiteten Maßnahmen in Ihrem Begehungsbericht.
  • Speichern Sie Ihren fertigen Begehungsbericht so ab, dass nachträgliche Veränderungen durch Dritte nicht möglich sind (ggfls. als PDF-Datei mit Datum und nicht als editierbare Textdatei).
  • Führen Sie nach Abschluss Ihrer Begehung eine Abschlussbesprechung durch, an der Sie alle kritischen Punkte nochmals besprochen. Zu empfehlen ist ebenfalls, diese Punkte mit einer Zeitschiene zur Abarbeitung zu versehen und anzugeben, wer für die Nachverfolgung zuständig ist. Dies erleichtert eine Kontrolle der Mängelabarbeitung im Nachgang.
  • Lassen Sie sich alle übersendeten Dokumentationsunterlagen zur Begehung vom Empfänger gegengezeichnet. So ist eindeutig klar, dass der Empfänger auch Kenntnis von allen in Ihrem Bericht aufgeführten Punkten hat.

 

Quelle: FORUM VERLAG HERKERT GmbH, Handbuch Brandschutzbegehungen

 

Produktempfehlung

Handbuch BrandschutzbegehungenHandbuch Brandschutzbegehungen

Alles was man für eine Brandschutzbegehung benötigt, kompakt mit praktischen Tipps zusammengefasst und immer griffbereit.

>> mehr Informationen

Rechtsvorschriften

DGUV Vorschrift 1 "Grundsätze der Prävention"

Für PREMIUM-User ist der Zugriff auf alle Rechtsvorschriften frei.

Kostenlos_fuer_Premium_Kunden Sie sind noch kein PREMIUM-User?

>> Mehr Informationen

Mehr zum Thema

ASR A2.2 „Maßnahmen gegen Brände“: Diese Neuerungen sollten Sie kennen

Brandschutz in Unternehmen und Arbeitsstätten