Brandschutzbeauftragte im Unternehmen – Aufgaben, Qualifikation, Ausbildung und Bestellung

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DGUV Information 205-001: Technischer Brandschutz – Teil 4 | 28.04.2021

Bricht ein Brand an einer Arbeitsstätte aus, ist es besonders wichtig, schnell reagieren zu können. Aus diesem Grund sind meist automatische Brandschutzeinrichtungen den manuellen vorzuziehen, man spricht hier dann auch vom anlagentechnischen Brandschutz. Dieser Beitrag beschäftigt sich mit der technischen Umsetzung des Brandschutzes vor Ort in den Betrieben und stellt Beispiele für verschiedene Brandschutzmaßnahmen vor.

Brandmeldeanlagen (BMA)

Brandmeldeanlagen haben zur Aufgabe – wie die Bezeichnung bereits verrät – Brände zu erkennen, zu melden und Personen rechtzeitig zu alarmieren. Sie sind in allen betrieblichen Einrichtungen obligatorisch und werden meist als Systeme eingesetzt, die parallel unterschiedliche Funktionen erfüllen:

  • Alarmieren von anwesenden Personen und ggf. der Feuerwehr
  • Schließen von Brandschutztüren
  • Steuerung von Rauch- und Wärmeabzugsanlagen
  • Auslösen von Löschanlagen
  • Freigabe von Objektschlüsseln für die Feuerwehr

 

Rauchmelder

Rauchmelder reagieren bereits auf geringe Mengen von Rauch und sind weit verbreitet: Entweder in einzelnem Gebrauch oder als Bestandteil eines Rauchansaugsystems (RAS-System), wo sich der Rauchmelder in einem absaugenden Luftstrom befindet. Dort wird der Rauch eines Entstehungsbrandes aktiv zum Rauchmelder hingeführt.

 

Flammenmelder 

Flammenmelder reagieren entweder auf Infrarotanteile (IR), auf ultraviolette Anteile (UV) oder auf die Flackerfrequenz einer Flamme. Eingesetzt wird diese Form der Brandmeldeanlage z. B. beim Umgang mit brennbaren Flüssigkeiten oder bei Absauganlagen zur Funkenerkennung.

 

Wärmemelder

Wärmemelder werden dort eingesetzt, wo sich der Brandverlauf durch schnelle Temperaturänderungen auszeichnet. Dabei folgt die Meldung über die Angabe einer maximalen Temperatur und des Temperaturanstiegs in einer festgelegten Zeiteinheit.

 

Linienmelder

Linienmelder werden in zwei unterschiedliche Formen eingeteilt: 

  • Kabelgeführte Linienmelder (Wärmekabel): Diese reagieren auf Temperaturanstieg und geben dann bezogen auf die Auslösestelle am Kabel einen Hinweis auf den Brandort (besonders in Bereichen wo Staub-, Dampf- oder Feuchtigkeitsentwicklung stattfindet).
  • Lichtschranken-Rauchmelder: In einem Raum werden ein Sender und ein Empfänger einander gegenüber an den Wänden montiert. Wird bei der Auswertung der Signale eine Störung wahrgenommen, erfolgt eine Weiterleitung an die Brandmeldezentrale.

 

Handfeuermelder

Handfeuermelder sind manuelle Brandmelder/Druckknopfmelder und dienen dazu, einen Alarm durch Handbetätigung auszulösen.

Abgesehen von diesen stationären Brandmeldeanlagen gibt es außerdem die Möglichkeit zum Einsatz mobiler Brandmeldeanlagen, die insbesondere auf Baustellen, Veranstaltungen und bei der Verwendung von pyrotechnischen Gegenständen eingesetzt werden. Sie operieren im Normalfall über Funk und alarmieren dann den optisch-akustischen Meldeempfänger, welcher den Alarm dann weiterleitet.

 

Feuerlöscheinrichtungen

Gemäß der DGUV Information 205-001 sind Feuerlöscheinrichtungen „tragbare und/oder fahrbare Feuerlöscher, Wandhydranten (Löschschlauch) und weitere handbetriebene Geräte zur Bekämpfung von Entstehungsbränden.“ (DGUV Information 205-001: Seite 40). Feuerlöscher müssen nach DIN EN 3-7 (tragbare Feuerlöscher) oder DIN EN 1866 (fahrbare Feuerlöscher) typgeprüft sein.

 

Tragbare Feuerlöscher

Tragbare Feuerlöscher werden für die Bekämpfung von Entstehungsbränden genutzt. Sie umfassen ein max. Gesamtgewicht von 20 kg und eine Füllmenge bis zu 12 kg. Das enthaltene Löschmittel ist meist ein Pulver, Schaum oder Kohlendioxid und wird bei Inbetriebnahme durch ein Druckgas ausgestoßen. Je nach Füllmenge des tragbaren Feuerlöschers unterscheidet sich auch die Mindestfunktionsdauer (z. B. bei 3 kg Füllmenge = 6 Sekunden, bei 6 bis 10 kg = 12 Sekunden).

 

Fahrbare Feuerlöscher

Fahrbare Feuerlöscher umfassen eine Gesamtmasse über 20 kg und werden gezogen bzw. geschoben. Aufgrund des höheren Gewichts sind auch größere Füllmengen möglich: Z. B. bei 100 kg Pulver ergibt sich eine Mindestfunktionsdauer von 60 Sekunden, bei 150 kg sogar 90 Sekunden.

 

Positionierung von Feuerlöschern

Folgende Anforderungen werden an die Anbringung von Feuerlöschern gestellt:

  • Gut sichtbar und leicht zu erreichen
  • Vorzugsweise in Fluchtwegen, Zugängen zu Treppenhäusern etc.
  • Geschützt vor Witterungseinflüssen (z. B. durch Schutzhauben)
  • Griffhöhe von 0,80 bis 1,20 m
  • Brandschutzzeichen F001 „Feuerlöscher“ und zusätzliches Zeichen „Richtungspfeil“

Abgesehen von Feuerlöschern werden auch Wandhydranten häufig eingesetzt. Diese sind ortsfeste Feuerlöscheinrichtungen im Schrankinneren und werden mit dem Brandschutzkennzeichen F002 „Löschschlauch“ versehen.

 

Stationäre Feuerlöschanlagen – Beispiel Wasserlöschanlagen

Stationäre Feuerlöschanlagen bekämpfen Brände unmittelbar nach deren Entstehung. Sind diese Anlagen selbsttätig, umfassen sie außerdem die Branderkennung sowie die Alarmierungseinrichtungen. Bei nichtselbsttätigen Löschanlagen erfolgt die Auslösung des Löschvorgangs per Hand. Zu den häufigsten stationären Wasserlöschanlagen gehört die Sprinkleranlage und die Sprühwasserlöschanlage.

Bei Sprinkleranlagen wird Wasser von den Pumpstationen zu den Austrittsdüsen geleitet. Diese sind durch temperatursensible flüssigkeitsgefüllte Glasfässchen verschlossen. Bei zu großer Wärmeeinwirkung platzen die Glasfässchen durch Überdruck und die Düsen im brandbefindlichen Bereich öffnen sich.

Bei Sprühwasserlöschanlagen funktioniert die Auslösung ähnlich wie bei Sprinkleranlagen, jedoch mit dem Unterschied, dass die Düsen hier unverschlossen sind und im Brandfall aus allen Öffnungen gleichzeitig Wasser gesprüht wird.

 

Quelle: ls | www.publikationen.dguv.de

 

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