Elektrische Betriebsmittel – ein fester Bestandteil im Arbeitsschutz

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Elektrische Betriebsmittel – ein fester Bestandteil im Arbeitsschutz | 14.12.2016

Die Prüfung von elektrischen Betriebsmitteln muss ein fester Bestandteil im Arbeitsschutz sein. Denn wer diese außer Acht lässt, begeht einen strafbaren Vorsatz.

Beschädigte Kabelisolierungen an Bohrmaschinen oder defekte Stecker an Maschinen können extreme Schäden verursachen. Ein leichter Stromschlag oder auch einen schwerwiegenden Arbeitsunfall. Besonders Geräte die im täglichen Gebrauch sind, müssen einer regelmäßigen Prüfung unterzogen werden – oft geraten Geräte die so alltäglich sind in Vergessenheit wenn es um regelmäßige Wartungs- und Prüfungsarbeiten geht.

Bei Stromnetzen unterscheidet man zwischen verschiedenen Spannungsebenen:

  • Niederspannung - bis 1.000 Volt (= 1 Kilovolt = 1kV), für Haushaltskunden beträgt die Spannung nicht mehr als 250 Volt
  • Hochspannung - über 1.000 Volt

Ca. 91% der insgesamten Anzahl von Stromunfällen ereignen sich im Bereich der Niederspannung. Diese tritt bei Alltagsgegenständen wie dem Wasserkocher oder dem Drucker auf. Besonders die sichtbaren Mängel wie beispielsweise die oben angesprochene defekte Kabelisolation sind die am häufigsten und am meisten unterschätzten Unfallursachen. Problematisch ist vor allem, dass viele Unternehmen nicht wissen wie sie solche elektrontechnischen Betriebsmittel fachgerecht nutzen und warten. Vielen fehlt außerdem die Zeit, sich thematisch damit auseinander zu setzen.

Nichtprüfung – ein strafbarer Vorsatz?

Laut DGUV-Vorschrift 3 „Elektrische Anlagen und Betriebsmittel“ sind Unternehmer in der Pflicht alle elektrischen Anlagen und Betriebsmittel den Regeln entsprechend zu betreiben, da sie für den Schutz der Arbeitnehmer verantwortlich sind.

Dies bedeutet: Ein Unternehmer trägt die Verantwortung und die Schuld, wenn elektrische Betriebsmittel nicht ordnungsgemäß geprüft und gewartet wurden – also macht er sich damit strafbar. Nach der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) ist es ein strafbarer Vorsatz, wenn elektrotechnische Betriebsmittel nicht geprüft werden. Es ist kein Einzelfall, dass Unternehmen sich nach einem Stromunfall vor Gericht verantworten müssen.

Wann sind die Prüfungen erforderlich?

Ein Mindestpflicht zur Prüfung ist sowohl vor der ersten Inbetriebnahme also auch vor Instandsetzung vor Wiederinbetriebnahme durchzuführen. Ebenso sollte eine geregelte Prüfung in bestimmten Zeitabständen stattfinden.

Die Prüfung ist von einer Elektrofachkraft bzw. unter Leitung und Aufsicht einer Elektrofachkraft auszuführen. Elektrofachkraft ist die Bezeichnung einer Person, die Elektrotechnische Arbeiten ausführen und überwachen darf.

Nicht nur die Prüfung – auch die Inbetriebnahme, Wartung und Instandhaltung muss von einer qualifizierten Person durchgeführt werden.

Die Gefahrenquellen und mögliche Schutzmaßnahmen

Von ortveränderlichen elektrotechnischen Betriebsmitteln geht dabei eine besonders hohe Gefahr aus. Dies sind Betriebsmittel, die während des Betriebes bewegt oder leicht von einem Platz zum anderen gebracht werden können, während sie an den Versorgungsstromkreis angeschlossen sind. Auch wenn sie nicht betrieben werden, können sie leicht transportiert werden, z. B. handgeführte Elektrowerkzeuge, Haushaltsgeräte, Verlängerungsleitungen, Geräteanschlussleitungen. Im Sinne der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) sind ortsveränderliche elektrische Betriebsmittel ortsveränderliche elektrische Arbeitsmittel.

Solche Geräte sind besonders oft und vor allem viel in Bewegung. Zudem werden sie von vielen verschiedenen Betriebsangehörigen bedient – dies bringt eine schnellere Abnutzung mit sich. Zum einen sollte deshalb von einer beauftragten Person eine regelmäßige Sichtprüfung durchgeführt werden, um so optisch schnell sichtbare Mängel sofort beheben zu können. Zudem sollte dort auch der Zustand der Isolierung und der Biegeschutz geprüft werden.

Je nach Gerät müssen zudem in regelmäßigen Abständen Messungen und Funktionsprüfungen durchgeführt werden. Dabei können Fachkräfte auch den Isolationswiderstand oder den Berührungsstrom testen.

 

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