Messstrategie Gefahrstoffe

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Auf die geeignete Messstrategie kommt es an - Dermale Expositionsmessungen gegenüber Gefahrstoffen systematisch untersucht | 11.02.2019

Wenn Beschäftigte am Arbeitsplatz mit Chemikalien umgehen, können sie Gefahrstoffe auch über die Haut aufnehmen. Die Gefährdung durch solche dermale Exposition muss erfasst werden, um wirksame Schutzmaßnahmen zu entwickeln. Dazu lassen sich verschiedene Methoden anwenden. Im Auftrag der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) wurde die SysDEA-Studie durchgeführt, um wissenschaftliche Erkenntnisse zu gewinnen, mit denen sich die Messmethoden für dermale Exposition vergleichen und standardisieren lassen.

Der Bericht ist jetzt in englischer Sprache unter dem Titel "Systematic analysis of dermal exposure to hazardous chemical agents at the workplace (SysDEA)" erschienen. Er zeigt, dass es keinen Königsweg zur Messung dermaler Exposition gibt. Vielmehr ist es wichtig, dass vor einer Messkampagne eine geeignete Messstrategie festgelegt wird, um reproduzierbare Ergebnisse zu erhalten. Zur Auswahl der Messstrategie gibt der Bericht wichtige Hinweise.

Um dermale Exposition zu messen, stehen verschiedene Methoden zur Verfügung. Dazu gehören Auffangmethoden wie zum Beispiel Overalls, Entfernungsmethoden wie zum Beispiel Waschen und Spülen sowie In-situ-Methoden, bei denen die Exposition ohne Probenahme gemessen wird, wie beispielsweise Fluoreszenzmethoden. In der Studie wurden die verschiedenen Methoden miteinander verglichen.

Hierzu wurden fünf verschiedene Tätigkeiten: Umfüllen, Rollen, Sprühen, Eintauchen sowie die Handhabung von kontaminierten Objekten mit drei verschiedenen Produkttypen durchgeführt: einem staubigen Pulver, sowie hochviskosen und niedrigviskosen Flüssigkeiten. Die untersuchten Messmethoden waren: Overall versus Patches für Körperexposition, Handschuhe versus Handwäsche für Handexposition, sowie Kopfbänder versus Stirnabwischen für Kopfexposition. Darüber hinaus wurde für alle Körperstellen eine Fluoreszenzmethode angewendet.

Bei der Körperexposition führt die Patch-Methode zu höheren gemessenen Expositionen als die Verwendung von Overalls für Tätigkeiten mit Flüssigkeiten - außer beim Rollen. Für Pulver wurde kein signifikanter Unterschied festgestellt. Für die Handexposition wurden mit der Handschuhmethode beim Rollen und Handhaben von Gegenständen mit Flüssigkeiten deutlich höhere Expositionswerte gemessen. Im Falle von Expositionssituationen mit Pulvern liefert die Handschuhmethode deutlich höhere Expositionswerte beim Umgang mit kontaminierten Objekten, nicht aber beim Umschütten.

Die Abschätzung der Körperexposition mit der Fluoreszenzmethode führte immer zu deutlich geringeren Expositionswerten als die obigen Methoden. Andererseits lassen sich mit einem Fluoreszenztracer die Expositionsverteilung und das Expositionsmuster leicht ermitteln. Dies ist für Bewerter hilfreich, um eine Messstrategie für ihre Messkampagne festzulegen. Der gewonnene Datensatz wird noch weiter ausgewertet und mit anderen Datensätzen in Beziehung gesetzt, um weitere, konkrete Empfehlungen für die dermale Expositionsbewertung abzuleiten.

"SysDEA: Systematic analysis of dermal exposure to hazardous chemical agents at the workplace"; R. Franken, S. Spaan, K. Kasiotis, A. Tsakirakis, I. Chartzala, D. Nikolopoulou, P. Anastasiadou, A. Snippe, E. Schoen, J. Baan, R. Engel, J. Turkenburg, K. Machera, R. Gerritsen-Ebben; Dortmund; Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin 2019; 235 Seiten 235; DOI: 10.21934/baua:bericht20190116. Den Bericht gibt es im PDF-Format auf der Website der BAuA unter www.baua.de/publikationen.

Quelle baua.de

 

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