gefährliche explosionsfähige Gemische

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Neue TRGS 723 und TRGS 724 zu gefährlichen explosionsfähigen Gemischen veröffentlicht! | 04.09.2019

Am 26.08.2019 wurden im Gemeinsamen Ministerialblatt die neuen Technischen Regeln für Gefahrstoffe 723 (TRGS 723) zur „Vermeidung der Entzündung gefährlicher explosionsfähiger Gemische“ und 724 (TRGS 724) zu „Maßnahmen des konstruktiven Explosionsschutzes, welche die Auswirkung einer Explosion auf ein unbedenkliches Maß beschränken“ veröffentlicht.

Wesentliche Inhalte der TRGS 723

Die TRGS 723

  • konkretisiert die Anforderungen der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) zur Vermeidung der Entzündung gefährlicher explosionsfähiger Gemische in Folge des Wirksamwerdens von Zündquellen. Ferner findet sie Anwendung bei der Ermittlung der hierfür relevanten Inhalte des Explosionsschutzdokuments nach § 6 GefStoffV.
  • gilt für Schutzmaßnahmen zur Vermeidung von Zündquellen in explosionsgefährdeten Bereichen gemäß Anhang 1 Nummer 1.6 Absatz 3 GefStoffV. Für die Festlegung von Maßnahmen und die Auswahl der Arbeitsmittel kann der Arbeitgeber explosionsgefährdete Bereiche nach Anhang I Nummer 1.7 GefStoffV in Zonen einteilen und entsprechende Zuordnungen nach Anhang I Nummer 1.8 GefStoffV vornehmen. Werden diese explosionsgefährdeten Bereiche nicht in Zonen eingeteilt, sind Schutzmaßnahmen im Sinne der Zone 0 bzw. 20 zu treffen, soweit in der Gefährdungsbeurteilung nichts anders festgelegt wurde.
  • bezieht sich auf gefährliche explosionsfähige Atmosphären. Die Anforderungen zur Vermeidung von wirksamen Zündquellen können auf nicht-atmosphärische Bedingungen übertragen werden, wenn Kenntnisse der Zündwirksamkeit bei nicht-atmosphärischen Bedingungen vorliegen (siehe dazu auch TRGS 722).

Wesentliche Inhalte der TRGS 724

Die TRGS 724

  • konkretisiert die Anforderungen der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) zu folgenden Maßnahmen des konstruktiven Explosionsschutzes, welche die Auswirkung einer Explosion gefährlicher explosionsfähiger Gemische auf ein unbedenkliches Maß beschränken:
    1. explosionsfeste Bauweise,
    2. Explosionsdruckentlastung,
    3. Explosionsunterdrückung,
    4. explosionstechnische Entkopplung (von Flammen und Druck)
  • findet Anwendung bei der Ermittlung der hierfür relevanten Inhalte des Explosionsschutzdokuments nach § 6 GefStoffV, dies umfasst unter anderem die Auswahl geeigneter Schutzmaßnahmen und die Festlegung der Anforderung an deren Ausführung und
  • gilt – soweit sie Anforderungen an die Beschaffenheit beinhaltet – nur für Anlagen, Geräte und Ausrüstungen, die nicht Geräte und Schutzsysteme im Sinne Richtlinie 2014/34/EU sind.

Grund der Neufassung

Mit der Neufassung der TRGS 723 wurden die Inhalte der TRBS 2152 Teil 3 in die TRGS 723 „Gefährliche explosionsfähige Gemische – Vermeidung der Entzündung gefährlicher explosionsfähiger Gemische“ übernommen. Die gleichnamige TRBS 2152 Teil 3, Ausgabe September 2009, GMBl Nr. 77 S. 1583 wird hiermit aufgehoben.

Mit der Neufassung der TRGS 724 sind die Regeln der TRBS 2152 Teil 4 künftig auch in der TRGS 724 „Gefährliche explosionsfähige Gemische - Maßnahmen des konstruktiven Explosionsschutzes“ zu finden. Die gleichnamige TRBS 2152 Teil 4, Ausgabe Februar 2012, GMBl 2012 S. 387 wird hiermit aufgehoben.

Definition TRGS

Die Technischen Regeln für Gefahrstoffe (TRGS) geben den Stand der Technik, Arbeitsmedizin und Arbeitshygiene sowie sonstige gesicherte arbeitswissenschaftliche Erkenntnisse für Tätigkeiten mit Gefahrstoffen, einschließlich deren Einstufung und Kennzeichnung, wieder. Sie werden vom Ausschuss für Gefahrstoffe (AGS) ermittelt bzw. angepasst und vom BMAS im Gemeinsamen Ministerialblatt bekannt gegeben. TRGS konkretisiert im Rahmen ihres Anwendungsbereichs Anforderungen der Gefahrstoffverordnung. Bei Einhaltung der Technischen Regeln kann der Arbeitgeber insoweit davon ausgehen, dass die entsprechenden Anforderungen der Verordnung erfüllt sind. Wählt der Arbeitgeber eine andere Lösung, muss er damit mindestens die gleiche Sicherheit und den gleichen Gesundheitsschutz für die Beschäftigten erreichen.

 

Quelle: kab, Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)

 

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