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Scan4Chem: App gibt Informationen zu Schadstoffen in Produkten | 09.03.2020

Hersteller und Händler müssen Verbraucherinnen und Verbraucher auf Anfrage über „besonders besorgniserregende Stoffe“ in Produkten informieren. Die Smartphone-App Scan4Chem des Umweltbundesamts wurde im Rahmen des EU-LIFE-Projekts AskREACH überarbeitet. Sie gibt Verbraucherinnen und Verbrauchern die Möglichkeit, Anfragen an Produktanbieter zu stellen und somit zu zeigen, dass sie solche Produkte nicht kaufen möchten.

 

„Besonders besorgniserregende Stoffe“ sind z.B. krebserregend, hormonell wirksam oder besonders problematisch für die Umwelt. Die Auskunftspflicht besteht, wenn solche Stoffe in einer Konzentration über 0,1 Gewichtsprozent in einem Produkt – wie z.B. Haushaltsgegenständen, Textilien, Möbeln, Elektrogeräten, Sportartikeln, Spielzeug – enthalten sind. Aktuell stehen 205 Stoffe auf der Kandidatenliste der ECHA. Europäische Überwachungsbehörden bemängeln die unzureichende Erfüllung der Auskunftspflicht. In zwölf Prozent der inspizierten Produkte aus 15 EU-Ländern fanden sie besonders besorgniserregende Stoffe. Diese Stoffe sind zwar unerwünscht, aber bisher nicht verboten. 88 Prozent der Anbieter der Produkte, die besonders besorgniserregende Stoffe enthielten, erfüllten ihre Auskunftspflicht nicht oder nicht ausreichend.

App Scan4Chem

Die App, die in zahlreichen europäischen Ländern in 12 Sprachen angeboten werden soll, ist an eine Datenbank angeschlossen, in die Produktanbieter ihre Informationen zu besonders besorgniserregenden Stoffen in ihren Produkten eingeben können. Unternehmen können Anfragen mithilfe der App zentral beantworten und ihrer Auskunftspflicht somit effizienter nachkommen – und ggf. zeigen, dass keine besorgniserregenden Stoffe in ihren Produkten enthalten sind. Erste Unternehmen haben bereits Informationen zu ihren Produkten in die Datenbank eingepflegt.

Das Ziel ist, dass langfristig Daten zu den meisten Produkten in der Datenbank zu finden sind, sodass Nutzerinnen und Nutzer von Scan4Chem direkt Informationen zu besonders besorgniserregenden Stoffen in Produkten erhalten. Die App wird im Rahmen des Projekts ständig weiterentwickelt. Die meisten Unternehmen können bereits über die App angefragt werden. Sollte ein Unternehmenskontakt nicht hinterlegt sein, können die Appnutzer diesen ergänzen, sodass die Kontaktliste ständig erweitert wird.

 

Quelle: Bundesumweltamt

 

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