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DGUV aktualisiert Handlungshilfen für Ersthelfende während der Pandemie | 15.09.2021

Während der Corona-Pandemie gelten besondere Handlungsanweisungen zur Leistung von Erster Hilfe, die den Schutz der Helfenden vor einer möglichen Infektion mit dem Corona-Virus mit einbeziehen. Im Rahmen der Verlängerung der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung hat der Fachbereich Erste Hilfe der DGUV nun die zielgruppenspezifischen Handlungshilfen zur Ersten Hilfe aktualisiert. Einige wichtige Inhalte der aktualisierten Fassung haben wir hier für Sie zusammengefasst.

Gemäß der DGUV Vorschrift 1 „Grundsätze der Prävention“ ist es die Aufgabe des Unternehmens, für eine wirksame Erste Hilfe vor Ort in den Betrieben zu sorgen. Dazu gehört beispielsweise die Bereitstellung der notwendigen Sachmittel, des erforderlichen Personals und passender organisatorischer Maßnahmen. Je nachdem, wie viele Beschäftigte in einem Betrieb tätig sind, muss auch die Anzahl der Ersthelfenden festgelegt werden – bei 2 bis 20 anwesenden Personen reicht dabei eine Person als Ersthelfender, bei über 20 Personen prozentual angepasst an die Art des Betriebs (Verwaltungs- und Handelsbetriebe, Kindertageseinrichtungen oder sonstige Betriebe). In der aktuellen pandemischen Lage ist es außerdem wichtig darauf zu achten, ob Ersthelfende selbst zu Risikogruppen gehören und es muss vorab bewertet werden, ob ein hier ein erhöhtes Risiko besteht.

 

Häufigkeit und Frequenz für Fortbildungen

Normalerweise erfolgt die Fortbildung von Ersthelfern alle zwei Jahre. Aufgrund der epidemischen Lage von nationaler Tragweite ist es schwieriger, diese Frequenz einzuhalten. Daher kann von den Vorgaben abgewichen werden und zwar können Ersthelfende auch weiterhin eingesetzt werden, wenn die letzte Fortbildung bzw. Ausbildung bereits länger als 2 Jahre zurückliegt. Die tolerierte Grenze liegt bei bis zu drei Jahren. Sobald die epidemische Lage von nationaler Tragweite beendet ist, gelten nicht mehr die Sonderregelungen von Bund, Ländern und Kommunen, die möglicherweise fehlenden Handlungskompetenzen müssen dann nachgeholt werden.

 

Erste-Hilfe-Aus- und Weiterbildungen während der Pandemie

Die Basis für alle Erste-Hilfe-Aus- und Weiterbildungen sind die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung und der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard. Laut der Handlungshilfe sollten alle Schulungen als Inhouse-Schulungen durchgeführt werden, damit Dienstreisen und Außenkontakte auf ein mögliches Minimum gesenkt werden. In den Räumlichkeiten sind die hygienischen Voraussetzungen vorab zu prüfen. Dies liegt im Verantwortungsbereich des Unternehmens.

Sollten diese Form von Kursen nicht möglich sein, können auch öffentliche Kurse bei ermächtigten Ausbildungsstellen besucht werden. Für die Kosten, die durch den hygienischen Mehraufwand anfallen, gibt es spezielle Zulagen und Regelungen von den Unfallversicherungsträgern. Die Zulage wird rückwirkend ab 01.06.2020 und befristet für den Zeitraum bis zum Ende der epidemischen Lage von nationaler Tragweite gemäß § 5 des Infektionsschutzgesetzes gezahlt. Das Unternehmen und die Versicherten dürfen nicht durch die coronabedingten Mehrkosten belastet werden.

Für die Teilnahme müssen den Teilnehmenden medizinische Gesichtsmasken oder die in der Corona-ArbSchV genannten Atemschutzmasken durch den Arbeitgeber gestellt werden. Werden aktuelle negative Schnell- oder Selbsttests vorausgesetzt, sollte eine zeitnahe Testung im Mitgliedsbetrieb durchgeführt werden. Hierfür trägt der Unfallversicherer die Kosten nicht.

 

Online-Erste-Hilfe-Kurse

Ziel von Erste-Hilfe-Kursen ist die ganzheitliche Handlungskompetenz und die richtige Vorgehen in Notfallsituationen. Deshalb müssen Erste-Hilfe-Kurse gemäß DGUV Vorschrift 1 in Präsenz veranstaltet werden, damit praktische Übungen stattfinden können. Stets zu beachten sind dabei natürlich die richtigen Hygiene- und Infektionsschutzmaßnahmen.

 

Mund-Nase-Schutz und zusätzliches Erste-Hilfe-Material

Beim direkten Kontakt zwischen der Ersthelferin oder dem Ersthelfer und der hilfsbedürftigen Person sollten beide Personen zur Minimierung der gegenseitigen Ansteckungsristikos einen Mund-Nase-Schutz tragen, im Idealfall eine durch den Arbeitgeber zur Verfügung gestellte FFP2-Maske. Die Masken sollen beim Ersthelfer aufbewahrt werden, damit dieser sie in einer Notfallsituation aushändigen kann.

Ein komplexeres Thema ist die Beatmung von Hilfsbedürftigen: Hier empfiehlt die DGUV Handlungshilfe das Verwenden von Beatmungsmasken mit Ventil. Diese sollen bei der Beatmung vor das Gesicht gehalten werden. Es sind dazu auch Informationen beim Hersteller einzuholen.

Eine Unterweisung der besonderen Vorgaben während der Pandemie für alle Ersthelfenden ist mindestens einmal pro Jahr sinnvoll. Im Zuge dessen sind die Unterschiede zum Normalbetrieb anzusprechen, wie beispielsweise das Tragen des Mund-Nasen-Schuztens durch Ersthelfende.

 

Quelle: ls | https://publikationen.dguv.de

 

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