sars-cov-2-arbeitsschutzregel

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Die neue SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel - Ziele und Anforderungen | 18.08.2020

Die anhaltende Corona-Pandemie erfordert besondere Maßnahmen hinsichtlich des Arbeitsschutzes. Um diese nach dem bereits veröffentlichten Arbeitsschutz-Standard noch weiter zu konkretisieren, wurde die sog. SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) veröffentlicht. Die SARS-CoV-2 Arbeitsschutzregel trat im August 2020 in Kraft.

Die neue Regel greift für den Zeitraum einer vorherrschenden „epidemischen Lage von nationaler Tragweite“, die durch §5 Infektionsschutzgesetz bestimmt und je nach Lage angepasst wird. Die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel konkretisiert die Anforderungen der Verordnungen nach dem Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG). Die neue Regel definiert wichtige Begriffe wie Homeoffice, mobile Arbeit, Kurzzeitkontakt und stellt die Unterschiede zwischen den Arten der Mund-Nase-Bedeckungen/Schutzmasken gegenüber.

Aufforderung zur Aktualisierung der Gefährdungsbeurteilung

Vor dem Hintergrund der Epidemie wird betont, dass der Arbeitgeber die bestehenden Gefährdungsbeurteilungen zu überprüfen und aktualisieren hat. Auch psychische Belastungsfaktoren sind zu berücksichtigen. Beschäftigte sind explizit zur Mitwirkung verpflichtet.

Schutzmaßnahmen nach C-ASS

Die bisherigen 17 Punkte des SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard werden in der Arbeitsschutzregel nun konkretisiert. Dabei gilt das TOP-Prinzip. Technische Maßnahmen haben Vorrang vor organisatorischen und diese wiederum vor personenbezogenen Maßnahmen. Es sollen Maßnahmen ergriffen werden, die ungeschützte Kontakte zwischen Personen so gut wie möglich vermeiden und die Konzentration an luftgetragenen Viren in der Arbeitsumgebung so weit wie möglich reduzieren. Die Maßnahmen sollten in Abstimmung mit den Fachkräften für Arbeitsschutz und den Betriebsärzten in den Unternehmen erfolgen; am besten unter Einbeziehung der Beschäftigtenvertretungen und/oder der Beschäftigten.

Als konkrete Schutzmaßnahmen für den Arbeitsplatz werden genannt:

Gestaltung Arbeitsumgebung

- Änderung des Mobiliars, Nutzung weiterer Flächen, Sitzarbeitslätze mit mehr als 1,5 m Abstand, bauliche Abtrennungen

Kontaktreduzierung

- Arbeit in festgelegten Teams
- Dauer der Arbeitszeiten (Schichten)
- elektronische Mittel zur Kommunikation als Alternative
- Homeoffice

Hygiene

- Abstandsmarkierungen auf Böden, hygienische Handtrocknung und Handdesinfektion
- Arbeitsmittel sollten - sofern möglich - nur von 1 Person benutzt werden
- Oberflächenreinigung
- Falls die Gefährdungsbeurteilung am Arbeitsplatz ein erhöhtes Risiko zur Infektion ergibt, muss der Arbeitgeber qualitative PSA wie FFP2 bereitstellen

Allg. Verhaltensregeln

- Wo Abstände nicht eingehalten werden können, müssen Mund-Nase-Bedeckungen (MNB) getragen werden.
- Regelmäßiges Lüften veranlassen

Bei Verdacht auf eine Infektion müssen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer der Arbeitsstätte fernbleiben und können in manchen Fällen auch vom Arbeitgeber aufgefordert werden, in ärztliche Behandlung zu gehen. Der Arbeitgeber muss außerdem ein Auge auf mögliche psychische Belastungen während der Krise haben, bspw. wenn sein Unternehmen zur sytemrelevanten Branche gehört und der Mitarbeiter mit einer lange andauernden hohen Arbeitsintensität zu rechnen hat. Belastungsfaktoren können aber auch die soziale Isolation durch Homeoffice bzw. durch fehlende Arbeitsstrukturen sein.

Im Anhang der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel werden abschließend Schutzmaßnahmen für besondere Arbeitsstätten und Arbeitsplätze sowie betriebliche Einrichtungen wie Baustellen, Landwirtschaft/Forstwirtschaft sowie Transport- und Lieferdienste genannt.

 

Quellen: ls | www.dguv.de

 

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