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Der SARS-CoV-2-Schutzstandard für Schulen – Sicher und gesund lernen in der Pandemie

Schulen in Deutschland unterliegen länderspezifischen Empfehlungen und folgen den Richtlinien der Bildungsministerien. Was leicht außer Acht gelassen wird, ist, dass diese Maßnahmen nicht nur für Schülerinnen und Schüler gelten, sondern für alle in der Schule befindlichen Personen, also auch Lehrperonal, Verwaltungsangestellte und externe Personen. Dieser letzte Aspekt ist besonders relevant in Bezug auf Schulen mit sonderpädagogischem Förderbedarf. Nachfolgend haben wir die wichtigsten Punkte aus dem SARS-CoV-2-Schutzstandard für Schulen für Sie zusammengefasst.

 

Gefährdungsbeurteilung gemäß der Unfallverhütungsvorschrift „Grundsätze der Prävention“ (DGUV Vorschrift 1)

Der Schulleitung obliegt die Erstellung eines Schulischen Maßnahmenkonzepts inkl. Hygienekonzept und einer Gefährdungsbeurteilung. Diese soll auf Maßnahmen während des Unterrichts und sonstiger schulischer Veranstaltungen für Schülerinnen und Schüler ausgeweitet werden, da schulische Abläufe meistens kombiniert sind und somit in der Schule tätige Personen und Dritte in der Schule sowie auf dem Gelände vor körperlichen und materiellen Schäden zu schützen sind.

 

Technische Maßnahmen:

Gestaltung der Lern-, Lehr-, und Arbeitsplätze

Möbel müssen entsprechend der Vorgaben zum Mindestabstand auseinandergestellt werden. Das Abstandsgebot gilt auch für Körperkontakt wie Handschläge, Umarmungen und Begrüßungsküsschen. Außerdem sollte die Berührung des Gesichts möglichst vermieden werden. In Sanitärräumen sind Seifenspender und Einmalhandtücher (Textil oder Papier) regelmäßig aufzufüllen.

Verkehrswege

Verkehrswege in Räumen, Fluren und Ein- und Ausgängen sind zu kennzeichnen, nach Möglichkeit sollten Einbahnwegregelungen getroffen werden. Verfügt die Schule über mehrere Treppenhäuser, kann eines als Aufgang, das andere als Abgang genutzt werden. Aufzüge sollen Menschen mit körperlichen Einschränkungen vorbehalten sein. Überschüssiges Mobiliar darf Fluchtwege nicht beeinträchtigen. Um die korrekten Mindestabstände einhalten zu können, sollen vor und nach Unterrichtsbeginn genügend Aufsichten auf dem Schulgelände und auf den Fluren eingesetzt werden.

Sekretariat und Hausmeisterraum

Als häufig frequentierter Bereich für verschiedenste schulische Belange sollten hier an vorhandenen Theken und an bestimmten Arbeitsplätzen Abtrennungen wie transparente Schutzwände sowie rutschfeste Bodenmarkierungen in Wartebereichen angebracht werden.

Sanitärräume

Abgesehen von der Bereitstellung einer ausreichenden Anzahl von Seifenspendern und Einmalhandtüchern sind angemessene Reinigungsintervalle der Sanitärräume im schulischen Hygieneplan vorzulegen. Es muss eine regelmäßige Reinigung der Kontaktflächen sichergestellt werden, nicht nur in sanitären Einrichtungen, sondern auch an Handläufen, Türklinken etc. Im Idealfall halten sich immer nur einzelne Schülerinnen und Schüler in den Sanitärräumen auf, die Abstandsvorgaben und Regeln der Nutzung sollten auch hier durch entsprechende Markierungen und Hinweisschilder ausgewiesen werden. 

Ist das Händewaschen nicht unmittelbar möglich, nachdem eine Person mit potentiell kontaminiertem Material oder Körperflüssigkeiten Berührung war, soll auf die Nutzung von Handdesinfektionsmitteln umgeschwenkt werden. Es wird außerdem empfohlen, eine feuchtigkeitsspendende und rückfettende Creme zur Hautpflege bereitzustellen.

Mensa und Pausen

Es bietet sich ein zeitverzögerter Pausenbetrieb an, damit Warteschlangen an der Essensausgabe und Geschirrrückgabe sowie eine Überfüllung der Pausenbereiche vermieden werden können. Auch hier muss bei der Gestaltung des Mobiliars der Mindestabstand eingehalten werden können. Die Essens- und Besteckausgabe, die Zusammenstellung der Tabletts und Speisen sollte durch das Personal der Mensa erfolgen. Es ist keine Selbstbedienung mehr vorgesehen.

Lüftung

Zur Reduzierung möglicher in der Luft befindlichen Erreger sind die Räume mehrmals täglich, mindestens aber nach jeder Unterrichtsstunde zu stoßlüften. Zusätzlich soll dies auch vor der Raumbenutzung, am Ende des Tages sowie während des Unterrichts durchgeführt werden – im Sommer bis zu 10 Minuten, im Winter 3 Minuten. Sind Raumlufttechnische Anlagen vorhanden, sollten diese durchgehend laufen, das Übertragungsrisiko ist hier momentan als sehr gering eingestuft.

Organisation des Schulbetriebs

Im Mittelpunkt steht die Einhaltung des Mindestabstands, erfolgen kann dies bspw. durch

Lehr- und Lernmittel

Nach Möglichkeit sollen Unterrichtsmaterialien nur durch eine Person verwendet werden und auch nicht untereinander ausgetauscht werden. Bei Griffbereichen wie Computermäusen und Tastaturen sollten diese durch entsprechende Organisation nicht durch mehrere Personen benutzt werden.

Schulfremde Personen

Der Aufenthalt von schulfremden Personen ist auf ein Minimum zu reduzieren, in jedem Fall sollten Kontaktdaten und Aufenthaltszeit notiert werden. Besucher sind vor dem Eintritt in die Schulen über die Regelungen zu unterweisen. Ist der Abstand nicht einzuhalten, muss eine MNB getragen werden.

Organisation des Schulwegs

In den Öffentlichen Verkehrsmitteln gilt gemäß den Vorgaben das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung. Aufgrund der aktuell gestaffelten Zeiten von Unterrichtsbeginn und Unterrichtsende ist eine Abstimmung der für die Schülerbeförderung zuständigen (Schulträger, Beförderungsunternehmen, Verkehrsbehörden) notwendig. Wartebereiche an den Haltestellen sind so zu gestalten, dass der Mindestabstand eingehalten werden kann. Grundsätzlich wird empfohlen, dass die Kinder den Schulweg möglichst zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurücklegen sollen. Erziehungsberechtigte und Lehrkräfte sollen den Schulweg mit den Schülerinnen und Schülern besprechen und die Schutzmaßnahmen erläutern. Bei Ankunft an der Schule erfolgt als Erstes die Händereinigung.

 

Handlungsanweisungen für Verdachtsfälle

Als Grundlage gelten schulspezifische Regelungen zur Aufklärung von Verdachtsfällen der COVID-19-Erkrankung. Diese beinhalten Absprachen zwischen Schulleitung, Schulsachkosten- und Schulhoheitsträgern sowie weiteren zuständigen Behörden. Schülerinnen und Schüler sowie Eltern sind über die schulischen Regelungen zu informieren. Je nach Bundesland bestehen hier länderspezifische Bestimmungen. So ist im Rahmen-Hygieneplan des Freistaats Bayern beispielsweise festgelegt, dass bei leichten neuaufgetretenen Symptomen (Schnupfen oder gelegentlicher Husten) ein Schulbesuch wieder möglich ist, wenn nach mindestens 24 Stunden nach Auftreten der Symptome kein Fieber entwickelt wurde. Die genauen Regelungen hierzu sind im Rahmen-Hygieneplan in Stufen eingeteilt einsehbar.

Kranke Schülerinnen und Schüler mit reduziertem Allgemeinzustand mit Fieber, Husten, Hals- oder Ohrenschmerzen, starken Bauschmerzen, Erbrechen oder Durchfall dürfen im Allgemeinen jedoch nicht in die Schule. Es muss abhängig vom Alter der Schülerinnen und Schüler eine Betreuung vor Ort bis zur Abholung durch eine erziehungsberechtigte Person gewährleistet werden – die Unterbringung bis dahin sollte in einem abgetrennten Wartebereich erfolgen. Die betroffene Person sollte sich umgehend an einen behandelnden Arzt/Gesundheitsamt wenden bis die Schulleitung in Abstimmung mit den zuständigen Behörden Regelungen getroffen hat. Auch wenn Familien- oder Haushaltsmitglieder betroffen sind, darf die Person die Schule bis zur ärztlichen Abklärung nicht mehr betreten.

Unterweisung und aktive Kommunikation

Die Schutzmaßnahmen sind bereits vor Unterrichtsbeginn an alle betroffenen Personen zu vermitteln. Die Schülerinnen und Schüler werden darüber hinaus durch die Lehrkräfte im Unterricht über die bestehenden Hygieneregeln und Maßnahmen sowie deren Sinnhaftigkeit informiert. Dabei geht es vor allem auch um das Verhalten aller zum Schutz des Allgemeinwohls.

Arbeitsmedizinische Vorsorge und Schutz besonders gefährdeter Personen

Beschäftige können sich individuell von der Betriebsärztin/Betriebsarzt beraten lassen, insbesondere, falls eine Vorerkrankung vorliegt. Die Betriebsärzte können hier geeignete Schutzmaßnahmen vorschlagen, falls die normalen Arbeitsschutzmaßnahmen nicht ausreichen. Auch Tätigkeitswechsel sind denkbar.

 

Quellen: ls | www.dguv.de

 

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