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SARS-CoV-2-Infektionsschutz auf Bau- und Montagestellen

Auf Bau- und Montagestellen, wie z.B. dem Fahrleitungsbau, Elektro-Handwerk und in der Energie- und Wasserwirtschaft, kommen standardmäßig Menschen vieler unterschiedlicher Unternehmen und Gewerke zusammen und dies auch in wechselnden Gruppen und Personenzusammensetzungen. Aus diesem Grund gelten auch hier die bekannten Hygieneregeln der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel, ergänzt durch einige branchenspezifischen Abweichungen. Die besonderen Empfehlungen hierzu finden Sie im nachfolgenden Artikel.

Kontakt mit Kunden

Vor dem Beginn des baulichen Projekts sollte geklärt werden, ob durch die Arbeiten im Allgemeinen Risiken für eine Infektion mit dem SARS-CoV-2-Virus entstehen können, beispielsweise, wenn Mindestabstände nicht eingehalten werden können. Die Besprechungen mit Kunden bezüglich der geplanten Arbeitsprojekte sollten telefonisch, per Videokonferenz oder per Mail durchgeführt werden und der direkte Kontakt auf ein notwendiges Minimum reduziert werden. Auch auf das Gegenzeichnen von Dokumenten (Stundennachweise, Regieberichte) ist nach Möglichkeit zu verzichten. Gesetzt den Fall, dass persönliche Kontakte gar nicht vermieden werden können, ist stets auf den Mindestabstand von 1,5 Metern zu achten.

Verhalten für Beschäftigte

Bei der direkten Zusammenarbeit der Beschäftigten auf der Baustelle sollte ebenfalls auf den Mindestabstand geachtet werden. Besonders in kleineren Räumen, wo dies vielleicht nicht immer möglich ist, dürfen laut Vorgabe dann immer nur je eine oder zwei Personen arbeiten. Personalwechsel sind zu vermeiden, es sollte stattdessen in gleichbleibenden Teams gearbeitet werden. Dies gilt auch für Pausenzeiten, die im Idealfall im Freien abgehalten werden und versetzt erfolgen.

Waschmöglichkeiten und Sanitäre Einrichtungen

Sanitäre Anlagen, die von allen Mitarbeitern genutzt werden, sind regelmäßig und gründlich zu reinigen und sollten außerdem über geeignete Hautreinigungsmöglichkeiten verfügen. Dazu zählen Flüssigseife und Einmalhandtücher, sowie ein hautschonendes Pflegemittel. In mobilen und anschlussfreien Toilettenkabinen sind ebenfalls Handwaschgelegenheiten mit fließendem Wasser, Flüssigseife und Einmalhandtücher, sowie Desinfektionsmitteln bereitzustellen. Alternativ müssen in unmittelbarer Entfernung der Kabine Handwaschgelegenheiten eingerichtet werden.

Bei Betrieben, an deren Baustellen kein fließendes Wasser zur Verfügung steht, soll Wasser in Kanistern mit Zugang zu Handreinigungsmitteln bereitgestellt werden. Als letzte Option, wenn auch dies nicht möglich ist, ist die Mitnahme und regelmäßige Benutzung von Desinfektionsmitteln vorgesehen. Die Beschäftigten sollten den Kontakt mit möglicherweise kontaminierten Flächen und Gegenständen vermeiden, wozu auch verwendete Werkzeuge und Arbeitsmaterialien gehören können. Diese sollten nur durch je eine Person verwendet und vor Weitergabe gereinigt werden. Bei der Benutzung von Leitern und der Konstruktion ist auf ausreichende Handhygiene zu achten.

Unterweisung

Die Unterweisung der Beschäftigten sollte folgende Punkte enthalten:

  • Allgemeine Hygieneregeln
  • Mindestabstand von 1,5 Metern und dies auch in Pausen und bei Gesprächen
  • Begrüßung ohne Körperkontakt
  • Husten- und Niesetikette (in Armbeuge niesen und Taschentücher nur 1x verwenden)
  • Regelmäßiges und gründliches Händewaschen
  • Regelmäßiges Lüften von verschlossenen Räumen

Die Verbreitung der Viren über folgende Kanäle:

  • Tröpfcheninfektion
  • Husten, Niesen
  • Körperkontakt und Nähe zu anderen Menschen

Verhalten, wenn Symptome wahrnehmbar sind:

  • Bei Fieber, Husten und/oder Atemnot à einen Arzt kontaktieren
  • Bei Verdacht auf eine Infektion àMeldung beim Arbeitgeber und Abklärung von zu treffenden Maßnahmen

 

Gefährdungsbeurteilung

In Zeiten der Pandemie kommt der Gefährdungsbeurteilung ein sehr hoher Stellenwert zu. Es müssen Hygienekonzepte erarbeitet werden, um Beschäftigte vor einer Ansteckung zu schützen und die Ausbreitung zu verhindern. Im schlimmsten Fall kommt es mitunter zu Schließungen von Betrieben, wenn ein vorgesehenes Hygienekonzept nicht mehr ausreicht, um den Schutz zu gewährleisten. Wichtig ist es, im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung eine Person oder einen Personenstab festzulegen, die/der sich um die Vermittlung der Vorgaben kümmert.

Nachfolgend werden einige Punkte aufgeführt, die auf jeden Fall Teil der Gefährdungsbeurteilung sein sollten:

  • Wurde vorab mit dem Kunden geklärt, ob in dem Bereich, wo die Arbeiten durchgeführt werden sollen, besondere Infektionsrisiken bestehen (z.B. relevant bei Arbeiten in Altenheimen, Pflegeeinrichtungen)?
  • Steht eventuell benötigte Schutzausrüstung zur Verfügung? (z.B. Einmal-Schutzanzug, Atem- und Augenschutz)
  • Abstandsregeln und Bevorzugung elektronischer Wege zur Kommunikation mit Kunden
  • Bildung fester Arbeitsteams
  • Vermeidung von Fahrgemeinschaften und Nutzung von Firmenfahrzeugen nur durch eine Person
  • Waschmöglichkeiten auf den Baustellen sowie geeignete Hautreinigungs- und Pflegemittel
  • Wasser in Kanistern für Baustellen ohne fließendes Trinkwasser
  • Personenbezogene Verwendung von Arbeitsmaterialien
  • Regelmäßige Reinigung der Arbeitskleidung
  • Personenbezogene Bereitstellung von PSA und Mund-Nase-Bedeckungen

Folgende Fragen sollte sich die zuständige Person im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung stellen:

  • Sind alle Personen über die Gefährdungen durch das Virus und alle Maßnahmen zur Minimierung unterwiesen?
  • Sind die Mitarbeiter über den richtigen Gebrauch der PSA unterwiesen?
  • Sind den Beschäftigten die Symptome bekannt und wissen sie auch, wann sie einen Arzt kontaktieren müssen?
  • Wissen die Beschäftigten, dass trotz der Schutzausrüstung der Mindestabstand eingehalten werden muss?

 

Quellen: ls | www.bgetem.de

 

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