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BAuA veröffentlicht Faktenblatt zu den Zusammenhängen von guter Führung und Gesundheit | 04.08.2021

Gemäß der BIBB/BAuA Mitarbeiterbefragung 2018 berichtet nur jede/jeder dritte abhängig Beschäftigte, dass sie oder er bei der Arbeit regelmäßig Anerkennung und Lob durch Vorgesetzte erfährt. Dass klare Kommunikation, unterstützendes Verhalten und gegenseitiger Respekt positive Effekte nicht nur auf die Zusammenarbeit, sondern auch auf das Arbeitsergebnis haben können, ist nicht erst seit gestern bekannt.

Denn häufige Anerkennung oder Anerkennung durch Führungskräfte kann die wahrgenommene Belastung der Arbeitsintensität senken. Mit ihrem neuen baua:Fakten „Unterstützung und Anerkennung durch Vorgesetzte – Wichtig für das Wohlbefinden der Beschäftigten“ hat die BAuA ein neues Faktenblatt veröffentlicht, das eine Auswertung der Erwerbstätigenbefragung bezüglich guter und gesundheitsfördernder Führung wiedergibt. Einige wichtige Ergebnisse der Studie sollen nachfolgend behandelt werden.

 

Die BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2018 stellt zwei zentrale Aspekte guter und gesundheitsfördernder Arbeit in den Mittelpunkt:

  1. Hilfe und Unterstützung sowie
  2. Lob und Anerkennung durch Vorgesetzte.

Bei der Befragung sollten die Beschäftigten angeben, wie häufig die beiden Aspekte in ihrem Arbeitsalltag bei der Erledigung verschiedener Arbeitsaufgaben Anwendung finden. Antwortmöglichkeiten waren dabei „häufig“, „manchmal“, „selten“ oder „nie“. Die folgenden Situationen wurden dabei untersucht und von den Beschäftigten aus ihrer persönlichen Erfahrung bewertet:

  • Arbeiten an der Grenze der Leistungsfähigkeit
  • Starker Termin-/Leistungsdruck
  • Störungen/Unterbrechungen bei der Arbeit
  • Gleichzeitiges Betreuen verschiedener Arbeiten
  • Konfrontation mit neuen Aufgaben

 

Beschäftigte, die regelmäßig Unterstützung und Anerkennung durch Vorgesetzte erfahren, berichten weniger häufig von psychischen Belastungen aufgrund der Arbeitsanforderungen. Gemäß der Befragung geben 59 % der Beschäftigten mit häufiger Unterstützung eine Belastung durch häufigen starken Termin-/Leistungsdruck an, während es bei den Beschäftigten ohne Unterstützung schon 73 % sind. Bei der Frage nach häufiger Anerkennung durch die Führungskraft ist die Differenz mit 21 % zwischen den beiden Gruppen sogar noch größer.

 

Konkrete Effekte von Anerkennung und Unterstützung

Auf Grundlage der Untersuchung fasst die BAuA einige wichtige Vorteile eines unterstützenden anerkennenden Verhaltens der Führungskräfte zusammen. So kann diese Unterstützung eine Ressource dafür sein, dass die tägliche Arbeit leichter bewältigt wird. Dementsprechend können Hilfestellungen oder Ratschläge Lösungswege aufzeigen, mit denen sich potentielle Schwierigkeiten bei der Arbeitsaufgabe, soziale Konflikte oder unklare Prioritäten leichter stemmen lassen. Auf psychischer Ebene führt eine qualitative Unterstützung der Beschäftigten oftmals zur Verminderung von Stress und ermöglicht den Beschäftigten, leichter mit Belastungen zurechtzukommen.

Unabhängig von der Unterstützung durch Vorgesetzte ist auch das Lob und die Anerkennung der Arbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine wichtige Ressource im täglichen Arbeitsleben. Wer sich im Job wertgeschätzt fühlt, ist grundsätzlich zufriedener und motivierter für die tägliche Arbeit. Darüber hinaus kann Anerkennung das Wohlbefindens und die Loyalität der Beschäftigten gegenüber dem Unternehmen stärken.

 

Lob, Anerkennung und psychosomatische Beschwerden

Ein weiteres interessantes Ergebnis der Studie ist, dass Beschäftigte die regelmäßig Anerkennung erhalten, weniger häufig über psychosomatische Beschwerden wie Erschöpfung, Müdigkeit, Reizbarkeit oder Schlafstörungen berichten, als Beschäftigte, denen keine Anerkennung zukommt (39 % gegenüber 18 %). Daraus resultiert, dass die Wahrscheinlichkeit für psychosomatische Beschwerden höher ist, wenn Beschäftigte nie Unterstützung durch ihre Führungskraft erfahren.

 

Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es einen positiven Zusammenhang zwischen anerkennendem Verhalten der Führungskraft und der Gesunderhaltung der Beschäftigten gibt. Jedoch erfährt bislang nur ein Teil der Beschäftigten regelmäßige Unterstützung und Anerkennung durch die Vorgesetzten. Lösungen müssen auf Unternehmens-, Führungs- und Beschäftigtenebene gefunden werden. Klar im Vordergrund steht dabei ein wertschätzendes Miteinander aller Beteiligten sowie die aktive Ermutigung, Probleme und Fehler offen ansprechen zu können, ohne die Angst vor Bestrafung. Außerdem sollte eine positive Feedbackkultur etabliert werden, die es Beschäftigten jeglicher Erfahrungsstufe erlaubt, Feedback zu äußern, Problemlösungen vorzuschlagen und konkrete Hilfsangebote auch zu erfragen.

 

Quelle: ls | www.baua.de

 

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