News | 11.11.2011

Deutschland wird immer älter. Diese unvermeidliche Konsequenz aus dem demographischen Wandel stellt die Unternehmen vor Herausforderungen sowohl beim Gesundheitsschutz als auch bei der Wettbewerbsfähigkeit. Welche Analyseinstrumente gibt es und was können Betriebe tun, um die Arbeitseffizienz älterer Mitarbeiter zu erhöhen? Wir informieren Sie zudem, wie Sie staatliche Fördermöglichkeiten nutzen können.

 

„Die Menschheit altert in unvorstellbarem Ausmaß. Wir müssen das Problem unseres eigenen Alterns lösen, um das Problem der Welt zu lösen“. So lautet der dramatische Appell von Frank Schirrmacher im „Methusalem-Komplott“, einer Anklage gegen die Marginalisierung alter Menschen in unserer Gesellschaft. Ob es gleich einer „Verschwörung der Alten“ bedarf, um dem Alterungsprozess der Gesellschaft gerecht zu werden, sei dahingestellt. Unbestritten ist die Notwendigkeit, die Position Älterer im Arbeitsleben zu stärken. Allein bis 2020 steigt der Anteil älterer Erwerbsfähiger (50-64-Jährige) von heute 30 Prozent auf 40 Prozent. Gleichzeitig wird sich die Zahl der Jugendlichen im Ausbildungsalter (2006: 4 Millionen; 2012: 3 Millionen) weiter verringern. Die Konsequenz: Die Belegschaft in den Unternehmen wird zunehmend durch die Älteren geprägt.

 

Wettbewerbsfähigkeit erhalten

Es wird somit zur Kernaufgabe der Unternehmensführung, die Gesundheit und die Arbeitsfähigkeit der Beschäftigten zu erhalten. Dabei geht es nicht nur um Krankheitsverhütung, sondern auch um die aktive Förderung der Gesundheit der Mitarbeiter. Bei der betrieblichen Gesundheitsförderung bieten sich verschiedene Analyseinstrumente an:

  • Gefährdungsbeurteilung: Überprüfen Sie die Arbeitsplätze und die damit verbundenen Tätigkeiten auf Alterstauglichkeit. Erfassen Sie gesundheitliche Risiken am Arbeitsplatz oder in der Arbeitsumgebung.
  • Work Ability Index (WAI): Mit diesem Instrument können Sie die aktuelle und die künftige Arbeitsfähigkeit von Beschäftigten erfassen und bewerten. 
  • Fehlzeitenanalyse: Ermitteln Sie die Höhe des Krankenstandes und die Struktur der Fehlzeiten und schließen Sie auf tätigkeitsspezifische Besonderheiten.
  • Mitarbeiterbefragung: Überprüfen Sie die Wirksamkeit Ihrer Gesundheitsförderungsmaßnahmen.

 

Ergonomische Arbeitsplatzgestaltung

Ein gesunder Geist wohnt in einem gesunden Körper. Diese alte Redewendung nehmen sich immer mehr Unternehmen zu Herzen und investieren in die altersoptimierte Gestaltung von Arbeitsplätzen. Die Automobilindustrie etwa befasst sich schon seit Jahren mit der entsprechenden Gestaltung der Produktionsabläufe und -einrichtungen.

Ergonomie, also die Lehre von der menschlichen Arbeit und die Erkenntnis ihrer Gesetzmäßigkeiten, ist aber nicht nur für industrielle Herstellungsprozesse von Bedeutung. Nach einer Studie des Fraunhofer Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation verzichten die deutschen Unternehmen auf 36 Prozent der möglichen Arbeitsleistung an Büroarbeitsplätzen, nur weil Schreibtisch, Stuhl oder Bildschirm nicht ergonomisch ausgerichtet sind.

Hier erfahren Sie, wie Sie einen Büroarbeitsplatz optimal einrichten.  

Für Betriebe, die sich grundlegend mit dem Thema beschäftigen wollen, bietet die Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) umfassende Informationen und Anregungen. Hier können Sie die kostenlose Broschüre „Arbeitsfähigkeit erhalten und fördern“ herunterladen.

 

Staatliche Fördermöglichkeiten nutzen

Auch von staatlicher Seite hat man die Notwendigkeit erkannt, die Gesundheit und die Erhaltung der Leistungsfähigkeit älterer Arbeitnehmer zu fördern. Nutzen Sie staatliche Fördermittel, um die Arbeitsbedingungen in Ihrem Unternehmen an den demographischen Wandel anzupassen!

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales fördert Vorhaben, die nachhaltig zum Erhalt und zur Förderung der Arbeits- und Beschäftigungsfähigkeit beitragen. Ziel ist sowohl die Umsetzung und der Transfer von Erkenntnissen und Instrumenten zum demografischen Wandel, als auch die Entwicklung und Erprobung betrieblicher Gestaltungslösungen. Vorrang genießt die Förderung von kleinen und mittleren Unternehmen.

Weitere Informationen und Details zur Antragstellung erfahren Sie hier.

 

BAuA/DH